Schlagwörter
Aufruf, Gesundheit, Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern, Neubrandenburg, Politik, Schwerin, Stralsund, Wismar

Die Oberbürgermeister und Bürgermeister fünf großer Städte im Land wenden sich in einem gemeinsamen Brief an die Menschen in ihren Städten und in Mecklenburg-Vorpommern. Die Öffnung von Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus in unserem Land dürfe nicht vergessen lassen, dass noch vor wenigen Wochen das Leben ein anderes, meist beschwerlicheres war und dass Solidarität nun – in Zeiten von gefüllten Cafés, Stränden oder Campingplätzen – vor allem in gegenseitiger Rücksichtnahme und Abstandhalten bestehe.
Offener Brief der (Ober-) Bürgermeister der Städte Greifswald, Neubrandenburg, Schwerin, Stralsund und Wismar
Liebe Bürgerinnen, liebe Bürger,
als die Weltgesundheitsorganisation Mitte März eine Pandemie ausrief, hatte vermutlich niemand von uns eine Vorstellung davon, was das für unseren Alltag, für unser Miteinander bedeuten würde. Wir hatten vielleicht nach China geblickt, nach Italien nach Spanien, vielleicht auch in die USA oder nach Weißrussland – der Umgang mit dieser Nachricht konnte unterschiedlicher kaum sein. Zunächst.
In Deutschland hatte sich die Regierung entschieden, Schulen zu schließen, Kitas, Einzelhandelsgeschäfte, Hotellerie, Gastronomie. Wir haben die Rathäuser geschlossen – die Gebäude. Unternehmen haben ihre Beschäftigten in Kurzarbeit geschickt, andere Unternehmen stellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Veranstalter haben Konzerte abgesagt. Krankenhäuser haben ihren Alltag so organisiert, dass sie im Falle des Falles ausreichend Platz haben, um Menschen intensivmedizinisch und isoliert behandeln zu können. Erklärtes Ziel: Das Erkranken vieler Menschen auf einmal zu verhindern.
Kontaktverbot, Abstandsregeln, Hygienemaßnahmen – das Aus für Familienfeiern, Hochzeiten im gewünschten Rahmen, geschlossene Grenzen zu unseren Nachbarstaaten und Nachbarbundesländern. Stille Straßen, leere Cafés, staufreie Autobahnen. Gute elf Wochen später haben wir eine leise Ahnung davon – so also fühlt es sich an, das Herunterfahren unseres gesellschaftlichen Lebens.
Der Preis dafür war für manche und manchen hoch, mitunter auch zu hoch. Wer seinen Job verloren hat, einsam war ohne soziale Kontakte, wer die Freundinnen und Freunde in der Schule vermisst hat oder als allein erziehendes Elternteil Job und Kind organisieren musste – niemand außer denen, die das erlebten und erleben, kann das nachempfinden.
Und dennoch, die Maßnahmen haben gegriffen, die Anzahl der Infektionen ist überschaubar geblieben. Die Grundlage für alle diese Maßnahmen – das Infektionsschutzgesetz. Ein Leben – geregelt in zahlreichen Verordnungen, die seit dem 27. April Tag für Tag wieder mehr davon möglich machen. Schulen, Kitas, Cafés und Restaurants, Bolzplätze, Läden und Nagelstudios – sehr kleinteilig kommt die schrittweise Öffnung daher. Verwirrend, mitunter widersprüchlich. In jedem Fall mit einem erheblichen Aufwand für jene verbunden, die die Auflagen umsetzen müssen – in Kitas und Schulen, in Pflegeheimen, Einzelhandel, Gastronomie und Hotellerie – danke dafür.
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