Lange habe ich von Luzi Graf und Max Strack nichts gehört. Heute habe ich von ihnen erfahren, dass die Seewalder Holz- und Designkünstler im Fritz-Reuter-Literaturmuseum Stavenhagen morgen um 15 Uhr eine Ausstellung ihrer Objekte eröffnen. Was mich für das Paar freut. Die Schau „Holz im besten Licht – Lampen und mehr“ ist den ganzen Sommer über geöffnet. Als kleinen Vorgeschmack hat mir Max das Filmchen unten geschickt.
In die Reihe von „endlich wieder“ reiht sich auch Seewalde ein: Endlich wieder gibt es das Seewalder Sommerfest, am morgigen Sonnabend, 18. Juni, dem traditionellen Gründungsgeburtstag des ursprünglichen Trägervereins in Jena-Lauenstein vor nunmehr 98 Jahren im Jahre 1924. „So steht zwar gerade noch kein rundes 100jähriges Jubiläum an – das soll natürlich dann in zwei Jahre gebührend begangen werden“, schreibt mir Thomas Gädeke, Geschäftsführer der gemeinnützigen Dorf Seewalde GmbH. „Aber es gibt jetzt immerhin ein exaktes Vierteljahrhundert Neubeginn der sozialen Arbeit nach der Wende zu feiern. Im Jahr 1997 zogen die ersten Menschen mit Unterstützungsbedarf in die neuerbauten Wohnhäuser ein und konnten später in den Werkstätten ihre Arbeit aufnehmen.“
Die Seewalder Waldorfschüler hatten unlängst mit einer Ausstellung im Leea in Neustrelitz auf sich aufmerksam gemacht. Foto: Leea
Am morgigen Sonnabend veranstaltet die Waldorfschule Seewalde von 10 bis 13 Uhr wieder einen Tag der offenen Tür, um über das Bildungsangebot zu informieren. „In aller Stille ist ja mit Schuljahresbeginn schon das 10-jährige Jubiläum unserer Schule an uns vorbeigegangen“, so Thomas Gädeke, Geschäftsführer der Dorf Seewalde GmbH. „Irgendeine Feierlichkeit schien uns in diesem Jahr nicht planbar, so sind die Zeiten eben. Aber warum sollten wir dann nicht nächstes Jahr unser 11-Jähriges begehen, ist doch auch eine schöne Zahl, und besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Oder wir warten gleich, bis das klassische 12-jährige Waldorfprogramm das erste Mal durch ist.“
Informationsstände, Darbietungen aus dem Unterricht, Speis und Trank, Zirkus zum Mitmachen und lateinamerikanische Klänge der Schulband erwarten morgen die Besucher.
Spinnrad zur Herstellung von Wollfäden.Fotos: Daniel Falk
Die Schüler der 9. und der 10. Klasse der Waldorfschule Seewalde fiebern der Wiedereröffnung des Landeszentrums für erneuerbare Energien (Leea) in Neustrelitz am 8. Juni entgegen. Sie haben die Gelegenheit der pandemiebedingten Schließung des Leea genutzt und eine Ausstellung in der Erlebniswelt des Hauses aufgebaut. Die Ausstellung zeigt Arbeiten der Jugendlichen aus dem vergangenen Schuljahr, in dem sie sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt haben.
Angefangen hatte alles mit einem Bericht, der im Unterricht behandelt wurde. Astronauten sprachen darüber, wie sie die Erde aus dem Weltall erlebten. Die Besonderheit und Einmaligkeit des Planeten wurde den Schülern klar und sie beschlossen, sofort etwas für den Schutz der Erde zu unternehmen. Das Verhältnis zur Erde, sprich unserer Umwelt, sollte partnerschaftlicher und wertschätzender gelebt werden.
Zunächst konzentrierten sich die Jugendlichen auf den Lebensmittelkreislauf. Wenn Lebensmittel auf herkömmliche Art erworben und verwertet werden, muss aktuell damit gerechnet werden, dass im Hintergrund viel Ausbeutung, Zerstörung und Emissionen verursacht wurden. „Jeder Blick im Supermarkt auf einige Herkunftsländer von bestimmten Produkten, die hierzulande gerade keine Saison haben, hat den Schülern mehr als genug Ansatzpunkte geliefert, um über Alternativen in Bezug auf das Thema Lebensmittel nachzudenken und Ideen zu entwickeln,“ sagt Klassenlehrerin Christine Wurzler-Traue.
Unterstützung erhielten die Waldorfschüler von regionalen Supermärkten, die sie mit abgelaufenen, aber noch guten Lebensmitteln versorgten, die ansonsten weggeworfen worden wären. Aus diesen Lebensmitteln wurde gekocht. Die Reste wurden schließlich an die Tiere eines Bauernhofes verfüttert. Der entstehende Mist hilft den Pflanzen beim Wachsen, die Tiere geben Milch oder werden selbst zu Fleisch verarbeitet, was regional verkauft wird. So schließt sich der Kreislauf. Dies wurde als Fotodokumentation festgehalten.
Wenn alles nach Plan läuft, könnte die Mecklenburgische Kleinseenplatte zur Saison 2022 Einheimischen und Touristen einen zertifizierten Wanderweg anbieten. Es wäre der erste in der Kleinseenplatte und zugleich erst der dritte in MV. Die Strecke trägt zunächst den Arbeitstitel „6-Seen-Runde“ und führt von Canow über Neu Canow, Seewalde, Drosedow und die Diemitzer Schleuse wieder zurück nach Canow. Wobei natürlich beide Richtungen angeboten werden sollen.
Start in Canow
Eine kleine Gruppe von Touristikern aus dem Amtsbereich hat gestern die 21,4 Kilometer unter strikter Einhaltung der Abstandsregeln erwandert und sich einen ersten Eindruck von den Gegebenheiten verschafft. Mit dabei Wesenbergs Bürgermeister Steffen Rißmann und die Leitende Veraltungsbeamte Karola Kahl. In Seewalde, wo mit Geschäftsführer Thomas Gädeke das Projekt besprochen wurde, und auf dem Biber Ferienhof, wo Geschäftsführer Thomas Lehmann sensationelle Würste aus eigener Produktion auf den Grill brachte, stieß auch Wustrows Bürgermeister und Amtsvorsteher Heiko Kruse zu der Truppe. Nach vier Stunden und zehn Minuten reiner Wanderzeit bei kaltem, aber trockenen Wetter war der Ausgangspunkt wieder erreicht, eine sehr sportliche Leistung.
Rast am Dorfladen mit Café in Seewalde
Strelitzius durfte die Wanderer als Blogger und sachkundiger Bürger begleiten und nutzte die Gelegenheit, um mit dem Geschäftsführer der Touristik GmbH der Kleinseenplatte, Enrico Hackbarth, das Vorhaben zu besprechen. Wenn es nach ihm geht, kann im Herbst die Ausschilderung in Angriff genommen werden, so der geschulte Prüfer für Qualitätswanderwege. Bis dahin ist aber noch viel Arbeit zu leisten. Unter anderem müssen rund 30 Grundstückseigentümer ihre Einwilligung zur Streckenführung geben.
In der ferneren Zukunft ist daran gedacht, an den zertifizierten Wanderweg, der übrigens in Teilen mit dem durch unsere Region führenden Pilgerweg übereinstimmt, kleinere thematische Wanderwege anzudocken, so für Familien. Zum Resümee ist zu sagen, dass die Mitglieder der Gruppe begeistert waren von der gestrigen Tour. Allerdings wird die emfohlene Wegrichtung genau entgegengesetzt sein, erste Station also die Diemitzer Schleuse.
Nach Überquerung der Drosedower Bek Die Wurst vom Grill auf dem Biber Ferienhof an der Diemitzer Schleuse hatten sich die Wanderer redlich verdient.
Gerhard Schöne kommt mit seinem Familienkonzert „Kalle Heiner Jule – Lasst uns eine Welt erträumen“, geeignet für Kinder ab drei Jahren, am 7. August nach Seewalde. Beginn ist um 17 Uhr, Tickets im Vorverkauf gibt es unter https://www.reservix.de/
Gerhard Schöne ist, wozu ihm eigentlich alles fehlt, ein Star. Nicht nur bei den Kindern, aber natürlich besonders bei ihnen, und dies mittlerweile seit zwei Generationen. Schönes Lieder für Kinder werden heute in Ost, West, Süd und in der Mitte gleichermaßen geschätzt – vom Feuilleton, den Kinderprogrammen der Hörfunkwellen, bei Kirchentagen oder in der Komischen Oper in Berlin – bei den vielen begeisterten Kinderchören sowieso.
Das größte Erlebnis bleiben aber seine Konzerte – für die kleinen wie großen Menschenkinder gleichermaßen. Seine Lieder für Kinder gehören zum Allerbesten, was im Land derzeit zu hören und zu erleben ist. Dabei werden nicht nur seine Hits über die Jule oder den Popel erklingen, aber die natürlich auch. Spaß, Mitmachen und Mitbewegen sind wie immer garantiert.
Die Seewalder Eltern-Schüler-Band „See-Brass“. Foto: Dorf Seewalde GmbH
An der von Strelitzius regelmäßig mit Berichten zur Rheinsberger Kulturszene beschriebenen länderübergreifenden kulturellen Vernetzung wirkt auch die Waldorfschule Seewalde fleißig mit. Dabei liegt bisher der Schwerpunkt im musikalischen Bereich. Nachdem die „See-Brass“ der Waldorfschule als Vorband zwischenzeitlich schon zum Standardprogramm des Rheinsberger Folk-Festivals gehört (Strelitzius berichtete), ist die Schule jetzt auch Mitglied des KiJuMu geworden. Diese klangfrohe Abkürzung steht für den Kinder- und Jugend-Musik Förderverein Rheinsberg e.V., der sich auf verschiendensten musikalischen Feldern in unserer südlichen Brandenburger Nachbargemeinde engagiert.
Aber auch zu Hause in der Seenplatte ist der Schule die Vernetzung und gegenseitige Förderung der verschiedensten Kulturträger ein Anliegen – und sie hofft dabei ausdrücklich auf weitere Nachahmer: So ist die Schule ebenfalls bereits Mitglied im Förderverein Landestheater Mecklenburg, und Beitrittserklärungen für den Förderverein der Musikschule Kon.centus und die Strelitzer Musikfreunde sind in der Post.
Das Laden-Bistro mit Begegnungszentrum ist zum Dorfmittelpunkt geworden.
Im Dorf Seewalde soll auch im kommenden Jahr wieder viel bewegt werden. Größtes Projekt ist der Ausbau der Kulturscheune, um dort die Oberstufe der Waldorfschule einziehen lassen zu können. Das teilte seitens der Verwaltung der gemeinnützigen Dorf Seewalde GmbH Rale Bühring anlässlich des Erscheinens des neuen Seewalde-Kalenders mit. „Die Aufgaben bleiben ebenso reichlich wie vielfältig“, so Bühring. Dabei sei die Dorfgemeinschaft wieder auf Unterstützung angewiesen.
In diesem Zusammenhang würdigte der leitende Mitarbeiter das 2017 eingeweihte Laden-Bistro mit Begegnungszentrum (Strelitzius berichtete), „dessen Aufbau wesentlich durch Spenden mit ermöglicht wurde und das sich nun zum durchgehend genutzten Dorfmittelpunkt ebenso entwickelt hat wie zum Anziehungspunkt für Menschen aus der Region wie für Urlauber“. Für den begonnenen Anbau einer Garderobe an den Waldorf-Kindergarten übernimmt der Landkreis zwei Drittel der Kosten, das übrige Drittel müssen die Seewalder selbst stemmen und hoffen dabei auf weitere Zuwendungen.
Ein lange gehegter Wunsch soll der Waldgruppe im kommenden Jahr mit einer Jurte erfüllt werden. Schließlich soll auch der Schulzirkus bedacht werden, bei dem inzwischen die Luftakrobatik mit Vertikaltüchern und Trapez Einzug gehalten hat und dessen junge Artisten noch höher hinaus wollen. Auch dafür werden Spenden gesammelt.