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Spinnrad zur Herstellung von Wollfäden. Fotos: Daniel Falk

Die Schüler der 9. und der 10. Klasse der Waldorfschule Seewalde fiebern der Wiedereröffnung des Landeszentrums für erneuerbare Energien (Leea) in Neustrelitz am 8. Juni entgegen. Sie haben die Gelegenheit der pandemiebedingten Schließung des Leea genutzt und eine Ausstellung in der Erlebniswelt des Hauses aufgebaut. Die Ausstellung zeigt Arbeiten der Jugendlichen aus dem vergangenen Schuljahr, in dem sie sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandergesetzt haben.

Angefangen hatte alles mit einem Bericht, der im Unterricht behandelt wurde. Astronauten sprachen darüber, wie sie die Erde aus dem Weltall erlebten. Die Besonderheit und Einmaligkeit des Planeten wurde den Schülern klar und sie beschlossen, sofort etwas für den Schutz der Erde zu unternehmen. Das Verhältnis zur Erde, sprich unserer Umwelt, sollte partnerschaftlicher und wertschätzender gelebt werden.

Zunächst konzentrierten sich die Jugendlichen auf den Lebensmittelkreislauf. Wenn Lebensmittel auf herkömmliche Art erworben und verwertet werden, muss aktuell damit gerechnet werden, dass im Hintergrund viel Ausbeutung, Zerstörung und Emissionen verursacht wurden. „Jeder Blick im Supermarkt auf einige Herkunftsländer von bestimmten Produkten, die hierzulande gerade keine Saison haben, hat den Schülern mehr als genug Ansatzpunkte geliefert, um über Alternativen in Bezug auf das Thema Lebensmittel nachzudenken und Ideen zu entwickeln,“ sagt Klassenlehrerin Christine Wurzler-Traue.

Unterstützung erhielten die Waldorfschüler von regionalen Supermärkten, die sie mit abgelaufenen, aber noch guten Lebensmitteln versorgten, die ansonsten weggeworfen worden wären. Aus diesen Lebensmitteln wurde gekocht. Die Reste wurden schließlich an die Tiere eines Bauernhofes verfüttert. Der entstehende Mist hilft den Pflanzen beim Wachsen, die Tiere geben Milch oder werden selbst zu Fleisch verarbeitet, was regional verkauft wird. So schließt sich der Kreislauf. Dies wurde als Fotodokumentation festgehalten.

Weitere Bereiche der Ausstellung behandeln das Thema Upcycling in den unterschiedlichsten Facetten. Beispielsweise wurden aus alten Plastiktüten und T-Shirts Teppiche gewebt. Aus Kerzenresten wurden neue Kerzen gezogen. Holz, das als Abfall bei der Holzwirtschaft entsteht, bekam neues Leben eingehaucht. Die Ausstellung zeigt insbesondere den Prozess der Transformation, der notwendig ist, um ein nachhaltiges Umdenken zu schaffen, und den die Schüler im zurückliegenden Schuljahr durchlaufen haben. Dabei kamen ihnen die handwerklichen Fähigkeiten zugute, die sie in der Waldorfschule erworben haben.

Führungen in der Ausstellung werden durch die Schüler in den Sommerferien jeweils mittwochs und samstags in der Zeit von 14 bis 17 Uhr angeboten. Weitere Informationen zum Leea und den weiteren Ausstellungen im Haus, wie der Ressourcenkammer Erde, plapla!plastik und plankton, sowie einer interaktiven Lernecke zu den 17 Nachhaltigkeitszielen finden sich unter www.leea-mv.de.

Teppich aus alten Stoffen und Plastiktüten, gefertigt von den Schülern der Waldorfschule Seewalde, zu sehen im Leea.