Kurzentschlossenen ist am heutigen Sonnabend ein Besuch auf dem Seewalder Weihnachtsmarkt zu empfehlen. Leider hat mich die Einladung erst in letzter Minute erreicht. Wie mir mein Blogfreund Thomas Gädeke schreibt, werden seit 11 Uhr Markt und mehr geboten.
Mehr, das sind die Darbietungen der Seewalder Waldorf-Schülerinnen und Schüler, dann ein Teil aus dem neuen Programm vom Schulzirkus Seewaldini und am Nachmittag natürlich, wie traditionell, die Vorführung des alten Oberuferer Christgeburtsspiels. Letzteres kommt auch am Sonntagnachmittag um 16.30 Uhr in der natürlich beheizten Kulturscheune noch einmal auf die Bühne.
Daneben werden viele schöne Dinge an Ständen und im Laden verkauft, und natürlich ist für das leibliche Wohl vielfältig und bestens gesorgt
Am morgigen Sonnabend, den 26. Oktober, ist wieder Kennenlerntag in der Waldorfschule Seewalde. Ab 10 Uhr wird es in den Klassenräumen mehrere kurze Proben aus dem Unterrricht verschiedener Jahrgangsstufen von jeweils ca 15 Minuten Dauer geben. Erstmals werden die Darstellungen dabei nicht parallel, sondern nacheinander stattfinden, sodass die Möglichkeit besteht, an allen teilzunehmen. Abschließend lädt dann die 4./5. Klasse zu einem kleinen Theaterstück in die Kulturscheune. Wie immer besteht natürlich die Möglichkeit zu Gesprächen mit LehrerInnen und Eltern über die Waldorfpädagogik und die Seeewalder Schule. Für das leibliche Wohl sorgen die „Großen“ aus Klasse 8/9 mit einem kleinen Kaffee-Buffet.
Weil sich herumspricht, dass nicht nur städtische Waldorfschulen, sondern inzwischen auch die ländliche Waldorfschule Seewalde Wartelisten führen (muss), habe ich meinen Blogfreund Thomas Gädeke, Geschäftsführer der Schule, zum Anmeldestand befragt. In den oberen Klassen, so Gädeke, ist zumeist noch ein Quereinstieg möglich, aber auch für die kommende 1. Klasse sind Anmeldungen in jedem Fall noch möglich und sinnvoll, auch wenn tatsächlich schon mehr (Vor-)Anmeldungen vorliegen als Plätze zur Verfügung stehen.
In Seewalde gibt es am kommenden Sonnabend gleich drei Jubiläen zu feiern. Mein Blogfreund Thomas Gädecke, Geschäftsführer der Dorf Seewalde GmbH, hat mir die wichtigsten historischen Fakten zusammengetragen.
Heute vor 95 Jahren, am 18. Juni 1924, machte der Philosoph, Natur- und Geisteswissenschaftler Rudolf Steiner in Jena-Lauenstein Station und folgte damit der Einladung dreier junger Heilpädagogen, die sich für ihre gerade begonnene heilpädagogische Arbeit mit Kindern Hinweise für eine anthroposophisch-therapeutische bzw. waldorfpädagogische Ausrichtung erbaten. Seither gilt dieser Tag als Geburtstag der zwischenzeitlich weltweit in verschiedensten Formen und kleinen Initiativen verbreiteten Heilpädagogik und Sozialtherapie auf dieser Grundlage. Der damalige Gründungsverein kam später über weitere Stationen nach Seewalde, wo daher traditionell am dem 18. Juni als Gründungsgeburtstag nächsten Sonnabend das Sommerfest gefeiert wird, diesmal also am 22. Juni.
Steiners Stopp in Jena erfolgte seinerzeit auf der Rückreise aus Schlesien, wo er in den Tagen zuvor am Landwirtschaftsgut Koberwitz auf Fragen wiederum von Landwirten die biologische Landwirtschaft aus der Taufe gehoben und ein erstes Gegengewicht zur gerade aufkommenden synthetischen Düngung und Schädlingsbekämpfung gesetzt hat. Später wurde diese Landbaumethode unter dem Namen biologisch-dynamisch bekannt und bildete mit „demeter“ den ersten Bio-Verband weltweit.
Der Erdhof in Seewalde, der auf dem Sommerfest für das leibliche Wohl am Grill sorgt, arbeitet nach dieser Methode, insoweit im Juni 2019 ein zweites 95-Jahre-Jubiläum zum Sommerfest.
Die Galerie „MaxLuzi“ und ihre Galeristen sind mit Sack und Pack, Kind und Kegel und mit ihrem Werkzeug ein Dorf weiter gezogen. Ihre Vorstellungen von der Zukunft (Strelitzius berichtete) konnten die Design-Handwerker Luzi Graf und Max Strack in Strasen dann doch nicht verwirklichen. Das sei aber keine Geschichte für das Internet, wurde mit erklärt. Die Dorfgemeinschaft Seewalde hat das kreative Paar nebst Töchterchen Maja jedenfalls mit offenen Armen aufgenommen. Max hat sich ja hier mit seinen goldenen Händen schon einen guten Namen gemacht, und Arbeit gibt es im Dorf nach wie vor genug.
Inzwischen hat die neue Galerie unter bisherigem Namen auf dem Gutshof in Seewalde eröffnet, die dem historischen Ensemble nach Laden und Café damit ein weiteres Highlight beschert. Die kleine Familie hat in Seewalde eine Wohnung bezogen, Max und Luzi können direkt neben der Galerie in ihrer Werkstatt arbeiten, wenn mal keine Besucher da sind, Maja ist begeistert von den vielen anderen Kindern und den Tieren.
„Und überhaupt ist jetzt alles noch besser“, hat mir Max bei einem Besuch anlässlich der Eröffnung des wie gewohnt mit viel Liebe und nicht weniger Geschick, aber auch mit großen Mühen aus dem Leerstand gezauberten Ausstellungsraums gestanden. Der wieder viel Charme hat, auch wenn er kleiner und überhaupt ganz anders ist, als der in Strasen war. Ich habe an der neuen Adresse ebenso gern in die Galerie hinein, wie durch ihre Holzfenster hinaus in den historischen Hof geschaut. Der ja Dorfmittelpunkt und auch Ort von Veranstaltungen ist. Günstiger kann man seine Kostbarkeiten nicht präsentieren.
Seewalder und Neustrelitzer zusammen an Bord. Foto: Gädeke
Es ist schon eine gute Tradition: Seit einigen Jahren schlägt das Carolinum im Frühsommer seine Zelte bei der Waldorfschule Seewalde auf. Genauer, das Drachenboot-Team des Gymnasiums kommt zum Trainingslager auf die idyllische Halbinsel im Gobenowsee und nutzt die idealen Bedingungen, um sich optimal auf die anstehenden Meisterschaftswettkämpfe vorzubereiten.
Ebenfalls schon traditionell, kommen zum Abschluss die noch jüngeren Seewalder Schülerinnen und Schüler mit ins Team auf die Bänke bzw. ins Boot und üben Schulter an Schulter mit den großen Carolinern die erste Tour über den See zum Takt der Trommel. Beim Ausstieg gab es auch diesmal viel Lob für den kraftvollen Einsatz der „Kleinen“ und viel Freude auf deren Seite.
„Wenn jetzt die Seewalder Schule in die Oberstufe aufwächst, werden wir bei dieser Begeisterung unserer Schüler wohl kaum umhin kommen, auch für ein Drachenboot zu sammeln“, sagt mein Blogfreund Thomas Gädeke vom Schulleitungsteam in Seewalde. Bevor aber irgendwann Seewalder und Caroliner vielleicht mal im Wettbewerb stehen, drücken die Waldorfschüler erst mal den Gymnasiasten kräftig die Daumen für die kommenden Wettkämpfe.
Eine Premiere in Seewalde: Nach vielen Konzerten, die hier veranstaltet wurden, am morgigen Freitag um 18 Uhr erstmals eine Literaturlesung – mit lokalem Bezug: Die bekannte, heute in Potsdam lebende Schriftstellerin Lonny Neumann kehrt an den Ort ihres früheren Wirkens zurück: In den 60-iger Jahren war sie als junge Lehrerin mit viel pädagogischem Idealismus am Schulprojekt der Internatsoberschule Seewalde beteiligt.
Jetzt liest sie aus ihrem zum Teil autobiographischen Buch „Aus Jahr und Tag – wie Hanna nein sagen lernte“, eine literarische Aufarbeitung ihrer Erlebnisse in dem kleinen Ort auf der Halbinsel zwischen Wald und See. Für literarisch ebenso wie für pädagogisch und lokalhistorisch interessierte Zuhörer verspricht dies ein ebenso inspirierender wie nachdenklich machender Abend zu werden, umrahmt von Gitarrenklängen, im historischen Säulenambiente des Café im Gutshof Seewalde. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Heute Morgen hat mich mein Fahrrad unnachgiebig zur Tour gerufen, deshalb war nur Zeit für eine knappe Anzeige. Hier noch ein paar Sätze mehr zum um 19.30 Uhr stattfindenden Klezmer-Konzert in Seewalde.
Nachdem vergangenes Wochenende die See-brass Band der Waldorfschule Seewalde in der bis zum letzten Platz gefüllten Dorfkirche von Drosedow mit ihrem Klezmer-Programm zur Begeisterung hinriss, tritt nun am heutigen Sonnabend in Seewalde sozusagen die große Schwester auf: Kleztett, die bekannnte Klezmer Band aus Hohenlohe, macht auf ihrer aktuellen Tournee zwischen Bremen, Lübeck und Götttingen Station in der Mecklenburgischen Seenplatte. „Wer sie einmal gehört hat, wird ihre bittersüße Musik nicht vergessen, denn sie spielen direkt in die Herzen“, liest man über die Gruppe, so dass man zu diesem Erlebnis nur einladen kann.
Und noch ein Extra-Tipp von meinem Blogfreund Thomas Gädeke: Wer etwas eher kommt, kann am Eröffnungstag in der Galerie MaxLuzi im Seewalder Gutshof vorbeischauen, nachdem die Galerie jetzt aus dem bisherigen Domizil in Strasen (Strelitzius berichtete) umgezogen ist und nebem dem Bio-Laden und dem Bistro ein nächster attraktiver Anlaufpunkt im Gutshof ist.
Eine gut besuchte Kandidatenvorstellung zur Kommunalwahl der Gemeinde Wustrow mit ihren Ortsteilen Canow, Drosedow, Grünplan, Neu Canow, Neu Drosedow, Pälitzhof, Seewalde und Wustrow hat am Dienstag in der Waldorfschule Seewalde stattgefunden. Thomas Gädeke vom gemeinnützigen Schulträger Dorf Seewalde hatte zu dieser Begegnung kurzfristig eingeladen (Strelitzius berichtete). trotzdem waren die BewerberInnen für die Gemeindevertretung fast vollständig vertreten.
Insbesondere drei Themenbereiche durchzogen den Abend: der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, (Stichworte Glyphosat, Grundwasser, Landschaft, Agrarindustrie), die gleichberechtige infrastrukturelle Entwicklung der Ortsteile sowie die Erhebung und Mittelverwendung von Kur- bzw. Fremdenverkehrsabgabe.
Aber auch die Besonderheiten des Wahlrechts waren Thema, so z.B. die Vor- und Nachteile der Stimmenweitergabemöglichkeit innerhalb von Listen – mit dem Ergebnis, dass Listenbewerber durch Aufstockung mit weniger eigenen Stimmen in die Gemeindevertretung einziehen, während Einzelbewerber mit mehr eigenen Stimmen unter Umständen außen vor bleiben. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund wurde auch der Zusammenschluss der fast ausschließlich parteilosen Kandidaten in Parteilisten verständlich, so dass Gädeke in der Moderation zusammenfassend formulierte: „Kommunalwahl ist Personalwahl.“
Mit weiterem Austausch bei einem Gläschen im Seewalde Café klang ein erfolgreicher Abend aus und ruft nach Aussage Gädekes gegenüber Strelitzius zur Fortsetzung ähnlicher Art in den Ortsteilen auch während der Legislaturperiode auf. „Wir haben sicher gut 80 Prozent der Haushalte in der Gemeinde mit unserer Einladung im Briefkasten erreicht“, schätzt mein Blogfreund ein und sieht vor diesem Hintergrund für die Zukunft durchaus Potenzial für noch zahlreicher besuchte Veranstaltungen.