Was macht man am Sonntag bei Schietwedder? Schlafen, lesen, fernsehen, ein Bild malen, gar Verse schmieden, ein Liedchen mit viel Sonne darin komponieren, oder vielleicht doch kochen. Die Holde kam dieser Tage regelrecht aufgekratzt aus der Kaufhalle und reckte zwei Mal 200 Gramm Thunfisch-Steaks wie aus dem Bilderbuch, flüssig gewürzt, gleich einem Siegerpokal in die Höhe.
Der eine oder andere Leser wird jetzt vielleicht aufstöhnen. Ich bekenne, wir haben schon wieder gespargelt. Man kommt an den edlen Stangen einfach nicht vorbei. Wir gehören ja bekanntlich zur Fraktion der Grünspargler. Wenn dir dann noch Frühlingszwiebeln und Kochschinken begegnen, kannst du nur schwach werden. Und am Ende glücklich.
Produktwerbung ist ja nicht so meine Art. Es sei denn, ich bekomme sie bezahlt. Was hier nicht der Fall ist. Aber die Information kann ich unmöglich für mich behalten. Morgen öffnen die Supermärkte wieder, und mit ein bisschen Glück bekommt Ihr dort, wo es all die schönen Sachen gibt, auch noch die rohe Knoblauchwurst „Sucuk“ nach türkischer Art zum Braten, die bei unseren polnischen Freunden hergestellt worden ist. Vielleicht begegnet sie euch auch anderswo. Wir haben sie getestet, aber hallo! Offenbar ist trotz EU-Diktaten herausragender Geschmack noch drin.
Spät kommt mein Kochtipp an diesem Sonntag, aber, hier ist er. Eigentlich schien der Dauerregen heute jede Menge Zeit zu versprechen, um in die Tasten zu hauen. Es zog ja ohnehin nicht vor die Tür. Aber irgendwo zwischen Berichten von der Premiere der Tanzkompanie und dem Sponsorentreffen der TSG Neustrelitz blieb eben noch Zeit für den Herd, aber nicht für die frühzeitige Aufzeichnung des Rezepts. Also, kurz vor der Tagesschau, wir hatten im Zuge der Resteverwertung eine Gemüsepfanne mit Hack.
Die Spargelsaison hat auch in Mecklenburg-Vorpommern begonnen. Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus verbindet das immer mit einem öffentlichen Auftritt. Diesmal gab es nur eine Pressemitteilung aus seinem Haus zum Edelgemüse-Start, der Politiker war (und ist) voll mit dem vor der Insel Poel gestrandeten Wal beschäftigt. Tschüss, Timmy!
Der Ostersonnabend ist so als Tag zwischen Fisch und Lamm nicht unbedingt das Datum für die große Küche. Ich favorisiere vor dem Festtagsschmaus Pasta. Und damit die nicht zu ordinär herbeikommt, lasse ich sie auflaufen.
Ein gutes Essen hält bekanntlich Leib und Seele zusammen. Und da es um meinen Leib momentan nicht so wahnsinnig gut bestellt ist (Strelitzius berichtete), hat es mich heute trotz aller Beschwerden an den Herd getrieben. Natürlich war nur ein schnelles Gericht drin, was ja nicht ausschließt, dass es nicht auch ein gutes ist. Ich habe eine Runde durch die Vorratsschränke in der Küche gedreht, meine mobilere Holde hat den Tiefkühlschrank im Keller inspiziert, und schon waren alle Zutaten beieinander.
Es scheint so, als wenn der Airfryer süchtig macht. Ich gebe das noch nicht zu, schließlich bin ich Anfänger und kann das zweite Vorpreschen (Strelitzius berichtete) noch unter Training verbuchen. Heute Mittag habe ich einer Freundin meinen aktuellen Rezeptvorschlag durchtelefoniert, sie selbst bei einem Nudelauflauf. Prompt bekam ich ein „Ihr wollt wohl mal wieder gesund essen“ attestiert. Nicht so ganz falsch, wobei der Weg zur Heißluftfritteuse diesmal nicht steinig, aber schimmelpilzig war. Die braunen Bio-Champignons, am Mittwoch bei Aldi erworben, waren bereits trotz vorschriftsmäßiger Lagerung am Freitag aus dem Rennen. Was uns heute noch mal aus dem Haus getrieben hat. Ein Hoch auf den schwarzen Netto, der wenigstens stark preisgesenkte Reste weißer Champignons am Start hatte. Winterlicher Spaziergang im Anschluss, so kommt man auch an die Luft.
Ich bin mir nicht mehr so ganz sicher, aber ich denke mal, dass wir den Kalbsrollbraten im Netz dort erworben habe, wo es all die schönen Sachen gibt. Jedenfalls war das Fleisch heute fällig, und das bei extrem goldigem Oktoberwetter. Bevor es an den Herd ging, haben die Holde und meine Wenigkeit noch einen sonnigen Gang am Zierker See gemacht und uns anschließend im Antiquariat am Hafen zum Aktionstag eingestellt. Zwölf Bücher für ganze fünf Euro, wenn das nicht der Hammer ist!
Anneliese, Leser meiner Kochrezepte kennen meine diesjährige Zucchini-Pflanze bereits mit Namen, hat kurz vor Toresschluss noch einmal gejungt. Oder, wie das heißt in der Botanik. Jedenfalls hat sie mir kurz vor Toresschluss noch einen Pfundskerl von Zucchino geschenkt, um mal auf dessen Gewicht anzuspielen. Während wir am heutigen Sonntag bei einer Ausfahrt bereits mehrfach vor verschlossenen Lokalen und Restaurants standen, ich will ja hier keine Adressen nennen, haben wir auswärts nur schnell den schlimmsten Durst gestillt und uns auf heimische Ressourcen besonnen. 45 Minuten am Herd, und die offenbar bereits winterpausierenden Gastronomen können dich mal.