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Ein Verstoß gegen den Gleichstellungsgrundsatz in deutschen Landen ist zu vermelden. Ich bin im Besitz zweier sogenannter „Kochbücher für Männer“. Ihre Ausnahme suggerierenden Titel „Heute koche ich“ und „Heute koche ich mal wieder“ sind Diskriminierung ohne Ende. Bei uns zum Beispiel stehe ausschließlich ich am Herd. Meine Holde kann das bezeugen. Damit nicht genug, sind die Rezeptsammlungen auch noch auffällig simpel gestrickt. Weil wir Männer, wenn wir uns schon an Topf und Pfanne trauen, zumindest zu doof für gehobene Küche sind. In meiner Bibliothek geben sich sechs Küchenmeister ein Stelldichein, aber nur eine Meisterin. Das nur nebenbei bemerkt.

Ich würde die „Kochbücher für Männer“ ja noch gelten lassen, wenn sie vor Steaks und Schnitzeln strotzen würden. Denkste, da werden zum Beispiel fleischlose „Kräuter-Nudeln“ offeriert. Dass die mir trotzdem, wenn auch mit Schinkenwürfeln aufgepeppt, auf den Tisch gekommen sind, ist nur dem Ausnahmezustand zu verdanken, in dem ich mich befinde. Ich bin nämlich auf Wochen Strohwitwer. Und sich selbst bekochen macht irgendwie keinen Spaß. Schon gar nicht mit Aufwand. Also, nennen wir das „Kochbuch für Männer“ mal „Rezeptesammlung für einsame Herzen“ oder so. Das kann ich aushalten.

Ich habe 300 Gramm Bandnudeln bissfest gegart. Zwei Zwiebeln wurden klein geschnitten und die Stücken in 150 Millilitern Fleischbrühe gedünstet. Dann habe ich fünf Knobizehen geschält, und ein Bund Petersilie, ein paar Stengel Majoran und Thymian gezupft. Die Kräuter habe ich mit der Brühe, den Zwiebelstücken und vier Esslöffeln Olivenöl püriert, mit Salz und Pfeffer gewürzt und mit den Nudeln vermischt. Für die Fleischeslust habe ich 100 Gramm Schinkenwürfel in etwas Olivenöl angebraten und beigegeben. Dazu sind noch 200 Gramm halbierte Datteltomaten gekommen.

Dekoriert habe ich mit ein paar Blättchen Petersilie und ein paar Röllchen Knobikraut. Das schießt schon wieder im Hochbeet, Majoran und Thymian stehen dort ganzjährig. Zum Schluss das Essen mit gehobeltem Parmesan überstreuen. Blick zur Uhr: Hat keine halbe Stunde gedauert. Und schmecken tut das minimalistische Gericht auch noch. Grüße aus der Strelitzius-Küche an meine bessere Hälfte in der Ferne. Irgendwie überlebe ich.