
Meine Holde war mal wieder an der Reihe vorzugeben, was bei uns auf den Tisch kommt. Die hat ganz Hausmeisterin einen Blick in den Tiefkühlschrank geworfen und eine Schweinelende ans Tageslicht geholt. Da auch unser Wok Letzteres lange nicht gesehen hatte, fiel die Wahl in meiner ständig wachsenden Rezeptesammlung auf ein chinesisch angehauchtes Gericht: Sichuan-Schweinefleisch mit viel Gemüse. In diesen häufig trüben Tagen kommt Farbe auf den Teller, und der November-Blues kann zumindest vorübergehend Leine ziehen.
Die Lende habe ich ordentlich abgewaschen und in schmale Scheiben geschnitten. Das Fleisch habe ich dann mit zwei Esslöffeln Sojasauce und reichlich Chiliflocken in einer Schüssel zusammengebracht, die Zutaten ordentlich vermengt und zugedeckt zum Marinieren eine Stunde in den Kühlschrank verfrachtet. Nach der Hälfte der Zeit noch mal durchmengen.
Jetzt geht es ans Gemüseschnipseln. Auch auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole: diese Phase schätze ich beim Kochen besonders, sie verläuft entspannt, man kann dabei trefflich seinen Gedanken nachhängen oder auch schwatzen, Musik hören und ein Schlückchen oder auch zwei nehmen. Ich habe zwei Lauchstangen in Ringe geschnitten, drei rote Paprika in Streifen, einen Zucchino und eine Karotte in Stifte und eine Packung braune Champignons in Viertel. Fallen die Pilze kleiner aus, reicht das Halbieren, wir wollen sie ja wiederfinden.
Immer schön pfannenrühren!
Im Wok habe ich zwei Esslöffel Olivenöl erhitzt und die Fleischscheibchen unter emsigem Pfannenrühren mit dem Holzspatel fünf Minuten gebraten. Fleisch herausnehmen, zwei Esslöffel Öl nachfüllen und zunächst Poree und Paprika einfliegen. Immer schön rühren! Nach drei Minuten kommen Zucchino- und Möhrenteilchen sowie die Pilzviertel dazu, und noch mal drei Minuten rühren! Salz- und Pfeffermühle ziehen über dem Wok ein paar Kreise, auch ein paar Chiliflocken dürfen es noch sein.
Zieleinlauf: 250 Milliliter Wasser, drei Esslöffel Speisestärke, einen Esslöffel Branntweinessig und vier Esslöffel Sojasauce verquirlen und über das Gericht geben. Noch ein paar Minuten rühren, bis die Flüssigkeit andickt. Mit Reis servieren, ich schätze da eine Mischung aus Langkörnigem und Wildem. Qǐng xiǎngyòng!





