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Erwachsenenbildung, KI, Kursleiter, Mecklenburgische Seenplatte, Neubrandenburg, Volkshochschule

Am 6. Juni lud der Volkshochschulverband zusammen mit der Volkshochschule des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte zum 1. KI-Kursleitertag in MV ein. 25 Kolleg*innen aus der Erwachsenenbildung, darunter 15 Kursleitende aus den Fachbereichen Integration, Fremdsprachen, Kunst & Gestalten, Gesundheit und dem 2. Bildungsweg, fanden sich am Samstagnachmittag in der vhs Neubrandenburg ein. Viele der vhs-Kursleitenden sind bereits offiziell im Ruhestand und trotzdem mit Begeisterung dabei.
„Es ist unser erklärtes Ziel, mit den heute anwesenden Kursleitungen den Registrierungsprozess abzuschließen und in die Möglichkeiten und Risiken von KI in der Bildungsarbeit einzuführen“, erklärte Dana Kaminski, KI-Verantwortliche der vhs MSE, zu Beginn des Tages. Bereits seit Oktober 2025 stehen Volkshochschulmitarbeitenden im ganzen Land und ausgewählten Kursleitungen – gefördert durch das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung M-V – Lizenzen für die Lernplattform fobizz und begleitende Weiterbildungsangebote sowie eine wöchentliche KI-Sprechstunde durch Projektmitarbeiter Robér Fuhrmann zur Verfügung. Am vergangenen Samstag wurden zum Teil bestehende Einstiegshürden überwunden. Das Angebot stieß durchweg auf positive Resonanz.
Werkzeug auch kritisch zu betrachten
In vier parallelen Workshops lernten die Teilnehmenden, wie KI als Werkzeug für Unterrichtsplanung, Lernbegleitung und Materialerstellung eingesetzt werden kann. Ronny Korablin, Dozent an der Neubrandenburger Berufsschule GeSoTec, brachte es auf den Punkt: „KI ist kein Denk-Ersatz, sondern eher ein Co-Pilot und Werkzeug.“ Dass dieses Werkzeug auch kritisch betrachtet werden muss, zeigte der Workshop zu Risiken und Rechtsfragen mit Projektleitung Christina Münster vom Volkshochschulverband. Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmenden eine praxisnahe Risiko-Checkliste für den vhs-Kursalltag.
Die Reaktionen der Teilnehmenden spiegelten die ganze Bandbreite wider, von Skepsis bis Begeisterung. Monika Martin (72), Deutschlehrerin im 2. Bildungsweg, kam mit klaren Worten: „Ich bin sehr skeptisch. Arbeite ja am liebsten in meinem Deutschunterricht noch mit Tafel und Kreide. Bin aber heute hier, um zu sehen, ob mich der Einsatz von KI für Unterrichtszwecke überzeugt.“ Integrationskurslehrerin Inna Lubs (65) hingegen war kaum zu bremsen: „Ich bin wirklich begeistert von den Möglichkeiten, die uns mit fobizz zur Verfügung stehen und werde mir Montag gleich einen Laptop kaufen gehen.“ Medienwissenschaftlerin Mareike Kochansky staunte über die Qualität der Ergebnisse im Vergleich zu ihrem eigenen, individuell trainierten GPT-Chatbot. Angesprochen auf das Risiko, dass Kinder fehlerhaften KI-Outputs blind vertrauen könnten, stellte Dozent Korablin fest: „Das ist heute der Bildungsauftrag: dies einzuordnen und darauf zu verweisen.“
Von der ehrlichen Begeisterung überrascht
Christina Münster, Projektleiterin beim Volkshochschulverband MV, zog ein positives Fazit des Tages: „Überrascht war ich von der ehrlichen Begeisterung über die zahlreichen Möglichkeiten, die mit den fobizz-Schullizenzen ja schon seit Projektstart im Herbst letzten Jahres zur Verfügung stehen. Es zeigt sich, dass es die richtige Entscheidung war, ergänzend zu den digitalen Fortbildungsangeboten nun auch vor Ort Präsenz zu zeigen, um die Kursleitenden mitzunehmen.“ Volkshochschulleiter Kenneth Schöler blickt bereits nach vorn: „Wir sind die erste Volkshochschule in MV, bei denen dieser Kursleitertag zustande gekommen ist. Im nächsten Jahr wollen wir gern wieder so eine Veranstaltung anbieten.“
Beim anschließenden Grillen wurde weiter diskutiert, Ideen gesponnen und Netzwerke geknüpft. Alle Teilnehmenden erhalten ein Zertifikat als ersten Nachweis zum Erwerb von KI-Kompetenz sowie Handouts und Materialien für die weitere Arbeit.
Das Projekt „KI auf dem Weg in die vhs – Schritt für Schritt, wir nehmen alle mit“ wird gefördert vom Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern. In der Projektlaufzeit 15.09.2025 – 14.09.2027 möchte es dazu beitragen, die digitale Souveränität von Volkshochschulen durch den verantwortungsvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz zu stärken. Im Rahmen des Projektes werden Leitlinien erarbeitet, Qualifizierungswege und Anwendungsszenarien für KI in Verwaltung, Programmplanung, Bildungsarbeit und Marketing erprobt. Ziel ist eine nachhaltige, rechtssichere und nutzerorientierte Integration von KI an den vhs-Standorten auf allen Organisationsebenen.


