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Ausstellung, Brandenburg, Heinrich, Koch, Rheinsberg, Schloss, Singstock

Welche Speisen servierte man an Prinz Heinrichs Tafel? Woher kamen die Lebensmittel, und wer bereitete sie zu? Diese Fragen beleuchtet die Ausstellung der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) vom 12. Juni bis zum 6. September in Heinrichs Bibliothek im Schloss Rheinsberg und lenkt erstmals den Blick auf das Alltagsleben an einem preußischen Prinzenhof.
Von Rheinsberg aus pflegte Heinrich ein internationales Netzwerk. Gäste aus ganz Europa kamen in sein abgelegenes Landschloss, um sich mit ihm auszutauschen, und an originell arangierten Festen, Theater- oder Opernaufführungen teilzunehmen, für die sein Musenhof bekannt war. Ob bei diesen Gelegenheiten oder im Alltag – die anwesende Gesellschaft musste verköstigt werden. Mehr als 19 Jahre lang sorgte Georg Conrad Singstock (1764-1823) dafür. Zunächst als Koch später als Küchenmeister, leitete der den gesamten Küchenbetrieb. Er organisierte das Personal, beschaffte die nötigen Gerätschaften und Lebensmittel, hielt den Etat ein und garantierte, dass stets abwechslungsreiche und schmackhafte Speisen auf der Tafel des Prinzen standen.
Nach dem Tod des Prinzen 1802 ging Singstock in den Ruhestand. Er fasste seine Erfahrungen in einer dreiteiligen Anleitung zur Kochkunst zusammen, die 1813 erschien. Dieses Werk ist eine wertvolle kulturhistorische Quelle über das Konsumverhalten des späten 18. Jahrhunderts, besonders am Hof des Prinzen Heinrich. Die beschriebenen Speisen sind bemerkenswert bodenständig und zugleich international. Viele heimische Produkte stammten aus den Küchengärten des Rheinberger Gartenreichs.
In der ehemaligen Bibliothek des Prinzen Heinrich im Schloss erfahren die Besucher:innen anhand von neun ausgewählten Rezepten Wissenswertes über die Verfügbarkeit, den Anbau und die Veredelung von Lebensmitteln. Aktuelle Themen wie die Nutzung vorhandener Ressourcen, Regionalität und der Einkauf von Zutaten aus dem Ausland werden ebenfalls erörtert. Auch die Hierarchien und Lebensumstände des Küchenpersonals kommen zur Sprache. Neben einer Originalausgabe des Kochbuchs sind weitere zeitgenössische Darstellungen, Archivalien und Schaugerichte aus Fayencekeramik als „Augenschmaus“ zu sehen.
Kurator:innen der Ausstellung sind Claudia Sommer, Katrin Schröder, Dr. Michaela Völkel, Mathias Gebauer und Malte von Holten. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17.30 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr). Eintritt: 14 Euro, ermäßigt 10 Euro, Familienkarte (2 Erwachsene und max. 4 Kinder) 28 Euro (inklusive Kurt Tucholsky Literaturmuseum)
Prinz Heinrich von Preußen verbrachte fast 50 Jahre, von 1752 bis zu seinem Tod 1802, in Rheinsberg. Sein 300. Geburtstag bietet den Anlass, gemeinsam zu feiern. Bis zum 31. Dezember gestalten rund 60 Partner:innen, darunter Künstler:innen, Vereine, Institutionen und Kommunen ein großartiges Programm mit dem Titel „h300“ (siehe Anhang).
Das komplette Programm im Jubiläumsjahr
300jahreheinrich.de/programm
Alle Partner:innen
300jahreheinrich.de/partner