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Anschaffung, Dank, Grünow, Kitzrettung, Mecklenburg-Strelitz, Spenden, Trampenau, Wärmebilddrohne

Der Grünower Mario Trampenau geht einem seltenen Ehrenamt nach. Mit einer Wärmebilddrohne bewahrt er seit 2022 Kitze vor dem sicheren Tod durch Mähmaschinen. Das bedeutet für ihn, während der etwa dreiwöchigen Hauptsaison täglich zwischen 3.30 Uhr und 4 Uhr aufzustehen.
Geflogen wird so lange, bis sich der Boden so weit erwärmt hat, dass die Wärmebildtechnik keine zuverlässige Ortung mehr ermöglicht. Das Einsatzgebiet reicht von Penzlin über Neustrelitz, Burg Stargard, Feldberg und Grünow bis hinein ins Brandenburgische. Pro Saison kommen dabei rund 800 Kilometer Fahrstrecke zusammen. Bis heute konnte der Ehrenamtliche mehr als 180 Rehkitze retten, hat dabei rund 125 Einsatzstunden geleistet und über 2.000 Hektar Wiesenfläche mit der Wärmebilddrohne abgesucht. Zusätzlich konnten zahlreiche Gelege von Bodenbrütern, Damwildkälber und Junghasen geschützt oder bewahrt werden.
Frühe Ansätze nur bedingt erfolgreich
Bereits lange vor dem Einsatz von Drohnentechnik wurden gemeinsam mit Landwirten in Grünow verschiedene Methoden zur Kitzrettung erprobt: Absuchen der Wiesen mit und ohne Hund, Markierungsbänder zur Abschreckung, Wildwarner mit akustischen Signalen. „Diese Methoden erwiesen sich jedoch als nur bedingt erfolgreich“, so Mario Trampenau gegenüber Strelitzius. „Da mir dieses Thema schon früh besonders wichtig war, startete ich 2021 eine Spendenaktion, um im Namen des Kreisjagdverbandes Mecklenburg-Strelitz-Neubrandenburg die Anschaffung einer Wärmebilddrohne zu ermöglichen.“ 4.000 Euro Bundesförderung wurden eingeworben, die übrigen 2.500 Euro kamen durch Spenden aus der Region zusammen.
Vor drei Wochen fiel die bisherige Drohne durch einen technischen Defekt aus. Nachdem Landwirte und Jäger in und um Grünow sowie Feldberg davon erfuhren, wurde innerhalb von nur zehn Stunden genügend Geld für eine neue Drohne gesammelt. Die Kosten beliefen sich diesmal auf 7500 Euro, eine Förderung gab es nicht.
Dank an Unterstützer und Sponsoren
„Ein herzliches Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender sowie an alle Helferinnen und Helfer“, so der Drohnenpilot. „Die meisten Unterstützer stammen aus der Landwirtschaft und dem Jagdwesen. Einige Spender haben jedoch weder mit der Landwirtschaft noch mit der Jagd zu tun und unterstützen die Kitzrettung dennoch aus Überzeugung.“ Besonders hervorzuheben sei der Milchhof Burg Stargard, Geschäftsführer Hein Abrahams unterstützte die Anschaffung mit 3.500 Euro. Von der LVM Versicherung Landsberg und Pottschul kamen 1.000 Euro. Auch mehrere Hegegemeinschaften, in denen insgesamt rund 200 Jagdreviere zusammengeschlossen sind und in denen ich selbst aktiv mitarbeite sowie Mitglied bin, beteiligten sich finanziell an der Anschaffung der neuen Drohne“, teilte Mario Trampenau mit.
Nicht zu vergessen sei der Elektrobetrieb Sven Hartmann, der kurzfristig innerhalb von nur 30 Minuten seine neue Wärmebilddrohne zur Überbrückung bereitstellte. Jäger aus dem Hegering Keulenberg unterstützten zusätzlich mit Akkus. Auch der Kreisjagdverband bot sofort eine Drohne als Ersatz an, um die Kitzrettung ohne Unterbrechung fortführen zu können.
Anerkennung durch die Jagdgenossenschaft Grünow
Inzwischen hat die Jagdgenossenschaft Grünow das Engagement von Mario Trampenau mit einer Spende von 500 Euro gewürdigt. Von diesem Geld möchte er im kommenden Frühjahr zehn Obstbäume entlang des Radweges in der Gemarkung Grünow pflanzen. Der verbleibende Betrag soll einer gemeinnützigen Einrichtung für Kinder zugutekommen. „Artenschutz und das Verständnis für die Natur liegen mir besonders am Herzen“, sagt der Grünower zu seiner Motivation.
Deshalb besuchte er in diesem Jahr auch die Hans-Fallada-Schule und hielt dort einen Vortrag über den Fuchs und seine Bedeutung für unser Ökosystem. Zudem nimmt er regelmäßig Kinder mit zur Kitzrettung, um ihnen das Zusammenspiel von Landwirtschaft, Jagd und Tierschutz näherzubringen.
Ehrenamt: Gemeinsam ist viel zu erreichen
„Die Kitzrettung zeigt eindrucksvoll, dass nicht immer große Förderprogramme notwendig sind. Wenn viele Menschen gemeinsam an einem Ziel arbeiten und dabei Herzblut sowie ehrenamtliches Engagement einbringen, lässt sich sehr viel erreichen“, betont Mario Trampenau. „Meine große Anerkennung gilt deshalb allen Kitzrettungsteams in Mecklenburg-Vorpommern, die jeden Morgen früh aufstehen, um Wildtiere vor dem Mähtod zu bewahren.“
Abschließend wünschte sich der Grünower vom Land Mecklenburg-Vorpommern sowie von der BVVG als einem der größten Flächeneigentümer mehr Wertschätzung und Unterstützung für dieses ehrenamtliche Engagement. „Nicht unbedingt durch finanzielle Mittel, sondern durch Würdigung der Menschen, die sich mit großem persönlichen Einsatz für Tier-, Natur- und Artenschutz engagieren.“


