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Ein Teil der Mieterinnen und Mieter des Kunsthauses Neustrelitz.

In der Schloßstraße 2 in Neustrelitz steht ein Haus, das mehr ist als seine Fassade vermuten lässt. Seit Jahren ist das Kunsthaus Neustrelitz ein Ort, an dem Kultur, Begegnung und Gemeinschaft nicht nur organisiert werden, sondern auch immer wieder einfach passieren. Dann kam die Mieterversammlung. Und eine unangenehme Zahl: über 9.000 Euro Heizkostennachzahlung, berichtet mir Ina Mewes. 

Das Gebäude ist alt, die Energiekosten sind gestiegen. Das kennen viele. Für die Mieter des Kunsthauses bedeutet das: Die Kosten lassen sich nicht einfach umlegen, ohne viele der Projekte und Angebote zu gefährden, die das Haus ausmachen. Was dann passierte, war unerwarteter. Als alle zusammensaßen, wurde vielen erst klar, was sich hier eigentlich alles versammelt hat. Bands, die seit Jahren in den Proberäumen üben. Die Kinder- und Jugendkunstschule. Tanzgruppen. Soziale Projekte. Freischaffende Kreative. Ein Plattenladen, der von einem Verein betrieben wird und mehr Begegnungsort als Geschäft ist. Platz für die ukrainische Community. Ein frisch eröffnetes Jugendcafé. Jeder kannte seinen Nachbarn aber das ganze Bild hatte kaum jemand im Kopf.

Aus der Versammlung wurde eine Idee: Das Knowhow und das Potenzial des Hauses bündeln und gemeinsam eine Party auf die Beine stellen. Eine, bei der das Kunsthaus zeigt, was es wirklich ist. Und Spenden sammelt.

Für alle etwas dabei

Am Samstag, dem 20. Juni, öffnet das Kunsthaus von 14 bis 2 Uhr nachts seine Türen. Ab 14 Uhr Kinderdisco. Ab 16 Uhr Kulturprogramm. Ab 18 Uhr Live-Musik: Los Alerces, Sweet Tooth, Not in my Backyard und die Klangpiloten, in Neustrelitz längst keine Unbekannten mehr. Ab 22 Uhr Jens & Jacob, ab 23 Uhr Arno & Funke. Das Programm spiegelt das Haus wider: für alle etwas, von früh bis spät.

„Wir haben bei der Mieterversammlung gemerkt, was hier eigentlich alles unter einem Dach lebt“, sagt Lena Huber-Mewes von der Band Klangpiloten. „Das wollen wir jetzt nach außen tragen und feiern. Und wir hoffen, dass Neustrelitz uns dabei unterstützt. Denn ohne diese Gemeinschaft wäre das Kunsthaus nicht das, was es ist. Und ohne Unterstützung könnte es das bald auch nicht mehr sein.“

Der Eintritt ist frei. Spenden fließen direkt in die Heizkostennachzahlung und damit in den Erhalt eines Ortes, der für viele Menschen in Neustrelitz mehr ist als vier Wände.