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Ausschuss, Bericht, Bildung und Soziales, Jugendrat, Mecklenburg-Strelitz, Neustrelitz, Stadtvertretung
Sieben Wochen nach dem 2. Jugendforum stellte Jan Kuschkowitz vom Jugendrat Neustrelitz die Ergebnisse in dieser Woche dem Ausschuss für Bildung und Soziales der Stadtvertretung vor. Am 20. April hatte das Jugendforum mit knapp 20 Jugendlichen im Kulturquartier stattgefunden (Strelitzius berichtete). Die dort gesammelten Rückmeldungen wurden vom Jugendrat mit Unterstützung von Catleen Ficker von der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Neustrelitz usammengefasst und ausgewertet.
Nach einleitenden Worten zum Vorhaben, der Organisation und dem Ablauf des Jugendforums trug Jan Kuschkowitz zunächst vor, was Jugendlichen in Neustrelitz gefällt und weniger gefällt. Zu den Pluspunkten zählen die Stadtfeste, die Vielzahl an Supermärkten und Restaurants sowie öffentliche Spiel- und Sportplätze, der Tier- und der Schlossgarten. Weniger gefällt den Jugendlichen, dass zunehmend radikalere Tendenzen von links und rechts wahrgenommen werden und der politische Spalt größer wird. Als beunruhigend wird der Konsum von Alkohol und Drogen von Einzelnen wahrgenommen, die damit negativen Einfluss auf die Stimmungslage an öffentlichen Plätzen nehmen. Dazu wurden konkrete Orte in der Innenstadt aufgezählt, an denen sich Jugendliche unwohl fühlen.
Störungsfreie Treffpunkte im Freien gewünscht
Die Wünsche der Jugendlichen finden sich auf unterschiedlichen Ebenen wieder. Dies betrifft Bedarfe im öffentlichen Raum, die Freizeitgestaltung, Kultur, Konsum & Mobilität. Konkret wurden sich Treffpunkte und Sitzgelegenheiten im Freien gewünscht, an denen sich Jugendliche störungsfrei aufhalten können, legale Graffitiwände und mehr Outdoor-Sportgeräte wie zum Beispiel Calisthenics-Geräte. Zudem wurde vorgeschlagen, im Winter begleitete Nutzungszeiten von Sporthallen zu ermöglichen. Das Fehlen von altersgerechten Abendveranstaltungen wurde bemängelt sowie von Läden bestimmter Modemarken und von Fastfoodketten.
Des Weiteren wurde der Wunsch nach einer Vertrauensperson in der Stadtverwaltung formuliert, die direkte Ansprechperson für Jugendliche und verantwortlich für Jugendthemen sein soll. Eigene Projekte versucht der Jugendrat mit Kooperationspartnern umzusetzen wie zum Beispiel Jugenddiskos im Kunsthaus. Für zusätzliche Projekte braucht es jedoch dringend weitere aktive Jugendliche.
Kritische Wahrnehmungen machen betroffen
Nach Beendigung des Berichts folgte eine engagierte Diskussion im Ausschuss für Bildung und Soziales. Viele Anwesende waren betroffen über die negativen und kritischen Wahrnehmungen zur Stimmung an den öffentlichen Plätzen. Dass Errungenschaften, wie die Öffnung von Sportplätzen in Mitleidenschaft geraten durch drogenkonsumierende Besucher, löste Achtungszeichen aus. Es gab Vorschläge, die eine stärkere Aktivität des Ordnungsamtes und der Polizei wünschten. Gleichermaßen wurde betont, stärker in die Präventionsarbeit zu gehen.
Von Seiten der Stadtverwaltung wurde eingeschätzt, im Rahmen der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, schnellstmöglich zu prüfen, an welchen Orten zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls beigetragen werden kann z.B. durch Beleuchtung. Eine weitere vorgeschlagene Maßnahme ist, sich mit Schulleitungen und Schulsozialarbeiterinnen an einen Tisch zu setzen und gemeinsam Lösungen zu finden wie die Problematik des Alkohol- und Drogenkonsums unter Jugendlichen angegangen werden kann. Es waren sich alle einig darüber, dass dringender Handlungsbedarf besteht.
Als Fazit ist für den Jugendrat positiv zu sehen, dass die Vorstellung der Ergebnisse eine Wirkung erzielt und eine Resonanz im Ausschuss angestoßen hat. Der Jugendrat wurde auch darin bestärkt, das Jugendforum regelmäßig durchzuführen. Die Stimme der Jugend zu hören, wurde von allen Seiten als wichtig erachtet. Relevant ist nun, in welchem Rahmen das Gehörte weiterverfolgt und in die Tat umgesetzt wird.
