Schlagwörter
Brenn:werk, Genossenschaft, Mecklenburgische Kleinseenplatte, Mehrzweckhalle, Richtfest, Wesenberg

Den wenigsten Rohbauten sind gleich zwei Richtfeste beschieden. So geschehen an diesem Wochenende in Wesenberg. Es gab aber auch sehr Besonderes zu feiern. Das Dach über der neuen Mehrzweckhalle mit Galerie der brenn:werk-Genossenschaft an der mehr als 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Brennerei in der Bahnhofstraße ist geschlossen.
Gestern wurde mit den Bauleuten auf das denkwürdige Ereignis angestoßen. Die nahmen allerdings die Richtkrone wieder mit, so dass heute für Mitglieder und Freunde der Genossenschaft eine neue aufgezogen wurde. Und nach Richtspruch, Hammerschlägen und traditionellem Schluck wurden nicht nur wie von alters her das Glas aus luftiger Höhe auf den Boden geworfen, sondern als Zugabe auch noch eine Flasche mysteriösen Getränks, die bei Aufräumarbeiten entdeckt worden war und gut und gern vor vielen Jahrzehnten abgefüllt worden ist. Wenn das kein Glück bringt! Welches die Brenn:werker auch weiterhin bei ihrem ambitionierten Vorhaben in großen Mengen gebrauchen können. Zumal die jüngsten Nachrichten aus der Bundeshauptstadt nicht unbedingt zu Optimismus anregen, was Fördermittel angeht, auf die auch die Genossenschaft dringend angewiesen ist.
Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard Keller blickte sich einfach nur froh in der neue Halle um, einem „Raum, in dem wir sein und Dinge tun können“. Das sei „schon abgefahren“. Das Projekt voranzubringen, mache jede Menge Spaß, zumal die Initiatoren nach dem Kauf der Brennerei Ende 2021 in Wesenberg großartig aufgenommen worden seien und inzwischen viele Einheimische und Leute aus der Umgebung das Vorhaben mittragen. Die Genossenschaft funktioniere gut, „eine tolle Sache“. Allen voran sei aber dem jungen Architekten und Genossenschaftsmitglied Wito Tröschel zu danken, der mit seiner Diplomarbeit 2017 über die Brennerei den Grundstein gelegt habe.
Visionär Wito Tröschel, gebürtiger Wesenberger, sprach sichtlich gerührt von einem „Herzensprojekt städtischer und regionaler Bedeutung, das Form annimmt und bei dem immer mehr Leute mitmachen“. Mit der Mehrzweckhalle werde „ein großer Schritt hin zu dem getan, was das Brenn:werk werden kann“. Er jedenfalls sei gespannt, was noch alles wird.
Ein Quartier, auf das man stolz sein kann
Wesenbergs Bürgermeister Steffen Rißmann verwies auf zahlreiche Anbahnungen der Stadt, um das Umfeld des Brenn:werkes aufzuwerten. Entstehen solle „ein Quartier, auf das man stolz sein kann und das Lebensqualität widerspiegelt. Wir sind gut aus den Startlöchern gekommen hin zu einem fundamentalen Erfolg für Wesenberg und die Kleinseenplatte.“
Irgendwann zwischen Frühjahr und Sommer kommenden Jahres wird die Halle in Betrieb genommen. Sie bietet niedrigschwellig Platz für ein Café, die Stadtbibliothek, Veranstaltungen, Feiern, Kurse und vieles mehr. Hier trifft man sich in Wesenberg. Hinzu kommen ebenfalls im kommenden Jahr ein Biobrauerei und ein Biergarten. Für 2024 stehen Wohnbauten auf dem Programm der Genossenschaft, 2025 soll das historische Hauptgebäude in Angriff genommen werden. Strelitzius wird den Fortschritt hier im Blog weiter begleiten. Und natürlich sucht die Genossenschaft noch mehr Mitglieder und Investoren.





