Der Hallenbau an der Alten Brennerei in der Wesenberger Bahnhofstraße 18 ist bis auf ein paar kleine bauliche Sachen abgeschlossen. Das geht aus dem jüngsten Newsletter der Brenn:werker hervor. Die Büros in der oberen Etage sind vermietet. Die Lesestube ist ins Brenn:werk umgezogen, und nun ist sie zu den üblichen Zeiten geöffnet:
Montags von 10 – 12 Uhr und Mittwochs von 15 – 17 Uhr
Bald kommen weitere Öffnungszeiten dazu. Wie schon im letzten Newsletter angedeutet, haben die Planungen für die Vorlesepatenschaften in Kooperation mit der Schule begonnen, dafür gibt es, dank einer Förderung, sogar eine befristete Minijobstelle.
Vorstandsmitglied Barbara Toennieshen beweist bei den traditionellen Hammerschlägen unter der Richtkrone Kraft und Augenmaß. Ihr zur Seite vom Vorstand Anna Pelz und Elizabeth Baumann (von vorn) sowie Architekt Wito Tröschel.
Den wenigsten Rohbauten sind gleich zwei Richtfeste beschieden. So geschehen an diesem Wochenende in Wesenberg. Es gab aber auch sehr Besonderes zu feiern. Das Dach über der neuen Mehrzweckhalle mit Galerie der brenn:werk-Genossenschaft an der mehr als 100 Jahre alten, denkmalgeschützten Brennerei in der Bahnhofstraße ist geschlossen.
Gestern wurde mit den Bauleuten auf das denkwürdige Ereignis angestoßen. Die nahmen allerdings die Richtkrone wieder mit, so dass heute für Mitglieder und Freunde der Genossenschaft eine neue aufgezogen wurde. Und nach Richtspruch, Hammerschlägen und traditionellem Schluck wurden nicht nur wie von alters her das Glas aus luftiger Höhe auf den Boden geworfen, sondern als Zugabe auch noch eine Flasche mysteriösen Getränks, die bei Aufräumarbeiten entdeckt worden war und gut und gern vor vielen Jahrzehnten abgefüllt worden ist. Wenn das kein Glück bringt! Welches die Brenn:werker auch weiterhin bei ihrem ambitionierten Vorhaben in großen Mengen gebrauchen können. Zumal die jüngsten Nachrichten aus der Bundeshauptstadt nicht unbedingt zu Optimismus anregen, was Fördermittel angeht, auf die auch die Genossenschaft dringend angewiesen ist.
Bernhard Keller, Steffen Rißmann und Wito Tröschel (von links).
Aufsichtsratsvorsitzender Bernhard Keller blickte sich einfach nur froh in der neue Halle um, einem „Raum, in dem wir sein und Dinge tun können“. Das sei „schon abgefahren“. Das Projekt voranzubringen, mache jede Menge Spaß, zumal die Initiatoren nach dem Kauf der Brennerei Ende 2021 in Wesenberg großartig aufgenommen worden seien und inzwischen viele Einheimische und Leute aus der Umgebung das Vorhaben mittragen. Die Genossenschaft funktioniere gut, „eine tolle Sache“. Allen voran sei aber dem jungen Architekten und Genossenschaftsmitglied Wito Tröschel zu danken, der mit seiner Diplomarbeit 2017 über die Brennerei den Grundstein gelegt habe.
Visionär Wito Tröschel, gebürtiger Wesenberger, sprach sichtlich gerührt von einem „Herzensprojekt städtischer und regionaler Bedeutung, das Form annimmt und bei dem immer mehr Leute mitmachen“. Mit der Mehrzweckhalle werde „ein großer Schritt hin zu dem getan, was das Brenn:werk werden kann“. Er jedenfalls sei gespannt, was noch alles wird.
Ein Quartier, auf das man stolz sein kann
Wesenbergs Bürgermeister Steffen Rißmann verwies auf zahlreiche Anbahnungen der Stadt, um das Umfeld des Brenn:werkes aufzuwerten. Entstehen solle „ein Quartier, auf das man stolz sein kann und das Lebensqualität widerspiegelt. Wir sind gut aus den Startlöchern gekommen hin zu einem fundamentalen Erfolg für Wesenberg und die Kleinseenplatte.“
Irgendwann zwischen Frühjahr und Sommer kommenden Jahres wird die Halle in Betrieb genommen. Sie bietet niedrigschwellig Platz für ein Café, die Stadtbibliothek, Veranstaltungen, Feiern, Kurse und vieles mehr. Hier trifft man sich in Wesenberg. Hinzu kommen ebenfalls im kommenden Jahr ein Biobrauerei und ein Biergarten. Für 2024 stehen Wohnbauten auf dem Programm der Genossenschaft, 2025 soll das historische Hauptgebäude in Angriff genommen werden. Strelitzius wird den Fortschritt hier im Blog weiter begleiten. Und natürlich sucht die Genossenschaft noch mehr Mitglieder und Investoren.
Generalversammlung in der Alten Brennerei.Fotos: brenn:werk e.G.
Die brenn:werk e.G. hat ihr Konzept eines Zukunftsgartens beim Ideenwettbewerb für bürgerschaftliches Engagement in den ostdeutschen Bundesländern eingereicht und prompt einen Preis gewonnen. 1.500 Quadratmeter des Grundstücks an der Bahnhofstraße sollen zu einem Garten umgestaltet werden, der sich an die Klimabedingungen anpasst. Dazu wollen die Brenn:werker Expert:innen befragen und auf die Erfahrungen der heimischen Gärtner:innen zurückgreifen. Welche Bäume und Sträucher kommen besonders gut mit Trockenheit und Hitze klar, welche Pflanzen funktionieren gut in der Kombination miteinander? Naschgarten, Krater- und Kräuterbeete, Schatten unter Bäumen – „das wollen wir mit allen, die darauf Lust haben, gemeinsam entstehen lassen und somit auch das Gelände für Jung und Alt nach außen öffnen“, heißt es im jüngsten Newsletter der Genossenschaft.
Und noch ein Grund zum Feiern gibt es. Die Brauerei hat nun endlich die Genehmigung für die Errichtung einer Modulbrauerei bekommen. Das lässt noch kein Bier fließen, rückt aber das Glas in greifbarere Nähe.
Kräftig voran geht es mit dem Anbau, und so langsam bekommen die Bauherren eine Idee, wo die Reise hin geht mit der Halle. „Wir stehen in den wachsenden Räumen und denken über deren Aufteilung nach“, so die Genossenschafter, die nutzen und vermieten wollen. „In die oberen kleinen Räume haben sich schon viele verliebt.“
Hier wird die neue Halle angebaut. Fotos: brenn:werk eG
Die brenn:werk-Genossenschaft in Wesenberg hat die Baugenehmigung für ihre Halle bekommen. Damit kann jetzt mit dem Rohbau begonnen werden, wie aus dem jüngsten Newsletter der Brenn:werker hervorgeht. Dem waren Maurer- und Sanierungsarbeiten vorausgegangen. Hier wurden durch den Abriss entstandene Abrisskanten wieder sauber aufgemauert, Löcher im Mauerwerk repariert, Putz abgestemmt und ein Türsturz nachgemauert. Dafür konnte eine ganze Palette der von Mitgliedern frisch geputzten Ziegel verwendet werden.
Bereits Ende April war bei einem kleinen Mitgliederfest auf das Ende der Schadstoffberäumung im Gebäude angestoßen. „Endlich dürfen wir wieder ungehindert in die Brennerei und sie allen zeigen“, heißt es seitens der Genossenschaft. Spontanen Besuch erhielten die Brenn:werker vom SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Arlt, der sich das Projekt vorstellen ließ.
Johannes Arlt (links) lässt sich das Projekt vorstellen.
Eben noch haben wir auf dem Gelände der Alten Brennerei in Wesenberg mit der Feuerwehr und den gastfreundlichen Genossenschaftern unsere ausgedienten Weihnachtsbäume verbrannt, da ist in atemberaubender Geschwindigkeit auch schon der Seitenflügel des Gebäudekomplexes abgerissen worden. Er wird bekanntlich durch eine neue, multifunktional nutzbare Halle ersetzt. Eben sind mir per Newsletter der Brennwerker die Zeichnungen des verantwortlichen Architekten Vito Tröschel ins Haus gekommen, denen ich gern eine größere Öffentlichkeit verschaffe. Immerhin ist das Baugeschehen in der Bahnhofstraße Anlass zur Freude für uns alle in der Woblitzstadt. Da wird jetzt wirklich Gas gegeben.
Wenn es eines Beweises bedurft hat, dass die Wesenberger die Härtesten sind und sie nichts vom Feiern abhält, dann ist der am heutigen Abend erbracht worden. Um die 200 Mitbürger haben sich trotz strömenden Regens und Sturm das traditionelle Weihnachtsbaumverbrennen nicht entgehen und vermiesen lassen. Auch zur Freude von Bürgermeister Steffen Rißmann. Erstmals hatten Feuerwehrverein und brenn:werk-Genossenschaft gemeinsam eingeladen, und die Alte Brennerei in der Bahnhofstraße zeigte sich von der besten Seite. In ihrem Windschatten und unter Pavillondächern war es irgendwie auszuhalten, auch wenn nach zwei Stunden die Schar der Aufrechten doch bedauerlicherweise, aber verständlich bröckelte. Die Aktivsten der Aktiven vom Wesenberger Burgverein konnten sich heute außer Dienst mal ausruhen, wohl gefühlt haben sie sich auf jeden Fall, wie zu erfahren war.
Die Wesenberger brenn:werk eG hat auf ihrer Weihnachtsfeier die Entwürfe für den Neubau des Seitentrakts an der Alten Brennerei in der Bahnhofstraße (Strelitzius berichtete) mit ihrem Architekten Wito Tröschel besprochen. „Wir sind stolz auf diese nachhaltige, kreative und schlüssige Planung, die wir im Januar gern separat vorstellen werden. Der Bauantrag ist eingereicht, und die Freude über diesen großen Schritt ist riesig“, heißt es im jüngsten Newsletter der Genossenschaft.
Sie ist auf 35 Mitglieder angewachsen, der jüngste Mitstreiter ist zwölf Jahre alt. „Wir hoffen auf weitere Jugendliche, die sich ihr Stück Wesenberg nehmen und gestalten. Sei es ein Jugendclub, ein digitales Lab oder eine Bolderwand…“ Eine Mitgliedschaft lasse sich auch gut verschenken. Mit einer Schenkungsurkunde zum Beispiel für die Kinder oder Enkel. Ein Stück Wesenberg unter den Weihnachtsbaum.