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Die Holde und meine Wenigkeit lassen sich gern auch mal eine Gastroadresse empfehlen. So geschehen mit „Gleis 8“ in Fürstenberg. Wir haben schon vorweg geahnt, dass der Tipp ein lohnender ist. Immerhin waren an ihm nicht nur Wesenbergs Bürgermeister Steffen Rißmann beteiligt, sondern mit Andrea und Alexander Borchard vom Familotel Bochard’s Rookhus auch ausgewiesene Experten. Vorab habe ich mich noch mit der beruflichen Biografie von Benjamin Menning befasst, der mit Ehefrau Martyna die ehemalige Bierkneipe „Pipeline“ in der Bahnhofstraße 5 nach weltweitem Einsatz in der Spitzengastronomie für sich entdeckt hat. Sein Ansatz: Tradition trifft Innovation.
Über seinen Werdegang möchte der Chef gar nicht so viel zu lesen geben. Nur das sei zu Protokoll gegeben: Selten hat sich ein Koch mit derartigen Referenzen bei uns auf dem flachen Land niedergelassen. „Ich möchte nicht, dass sich bei den Leuten eine Hemmschwelle aufbaut, bevor sie überhaupt mein Restaurant betreten haben“, sagte mir Benjamin Menning, nachdem wir das von seiner Hand Zubereitete gebührend gewürdigt hatten. „Es soll schmecken, die Teller sollen voll sein, und die Leute sollen Wertvolles zum bezahlbaren Preis angeboten bekommen.“
Experimentierfreude führt zu Ungeniertheit
Kann man alles nur unterschreiben. Bodenständigkeit ist ein hohes Gut. Wir waren in allen Belangen hochzufrieden, und unsere Geschmacksknospen noch Stunden später angeregt. Kein Wunder, wenn das Schnitzel vom Holsteiner Landschwein nicht nur zwei Eier von glücklichen Hühnern trägt, sondern auch noch an lauwarmem Kartoffel-Gurken-Salat, Preiselbeeren und Ingwer-Salsa serviert wird. Und, wo ich einmal der Experimentierfreude anheim gefallen war, habe ich gleich noch einen Sugo mit frischen Hauskräutern hinzugeordert. So lecker und gehaltvoll, dass ich den Rest ungeniert aus der Sauciere gelöffelt habe. Weiterer Genuss: das naturtrübe Hausbier.
Meine bessere Hälfte ist ja Blattwerk-Kennerin vor dem Herrn und hat sich auch diesmal nicht auf Abwege bringen lassen. Ihr Baby-Salat mit marinierter Bete, Mandel-Crunch, Ziegenkäse, Rucola, Minze und Himbeerdressing war die Belohnung schlechthin. Wobei der Name die Menge nicht annähernd abbildet, da wird auch der Erwachsene satt. Am Weinchen gab es ebenfalls nichts auszusetzen.
Wir haben dem Chef versprochen wiederzukommen und freuen uns auf noch die eine oder andere Veränderung im Ambiente. So soll der größere Bereich der Gaststätte durch Raumteiler mehr Gemütlichkeit bekommen, wie bei unserer Huldigung des Gastgebers zu erfahren war.
Bei schönem Wetter kann man übrigens auch draußen sitzen und Fürstenberg zuschauen. Eine Tischreservierung unter 0172 2919571 ist angeraten. Die wird dann originell per Wecker kenntlich gemacht.







