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Zu viel! Zu nah! Zu hoch! war das Motto, mit dem die Bürgerinitiative Gegenwind Gemeinde Galenbeck dieser Tage alle Bürgerinnen und Bürger aus Friedland und Umgebung auf dem Marktplatz in Friedland eingeladen hatte, sich über die gegenwärtige Situation und die Pläne für Windkraft und Solar zu informieren. Ricarda Wegner und Heike Kahl von der Bürgerinitiative, die beiden Initiatorinnen, gingen aktiv auf die Bürger zu, kamen ins Gespräch, beantworteten Fragen, luden zum Mitmachen ein und wiesen auf Infomaterial hin: „So hoch sollen die Dinger werden? Das geht doch nicht. Wir sind doch schon umzingelt!“ waren die häufigsten Reaktionen auf die Information, dass die neuen Windräder bis zu 270 m hoch werden und mit ihrem ungebremsten Ausbau mannigfaltige Probleme einhergehen.

Denn im Umkreis von 10 km um Friedland herum stehen ja bereits 48 Windkraftanlagen, zahlreiche PV-Freiflächenanlagen (ca.100 ha) und 25 Biogasanlagen. Was aber noch an weiteren Industrieanlagen auf den Äckern hinzukommen soll, weiß noch längst nicht jeder Bürger. Sollten sie aber wissen, denn es wird ihr Leben ganz konkret beeinflussen. So sollen im Windvorranggebiet 31 unter anderem weitere 10-14 Windkraftanlagen entstehen. Auch das bereits vom Regionalen Planungsverband verworfene ehemalige Vorranggebiet direkt am Naturschutzgebiet Galenbecker See soll, wenn es nach dem Willen der Grundstückseigentümer geht, nun doch für Windkraftanlagen genutzt werden.

Und dann sind da ja auch noch die zahlreichen PV-Freiflächenanlagen, die rund um Friedland neu entstehen sollen. Gleich zwei sind es an der B 197 auf Höhe Mohrmannshof. Weitere drei Gebiete sollen rund um den Ortsteil Heinrichshöh entstehen. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Landschaft ist nicht erneuerbar!

„Mann darf nicht so naiv sein und glauben, dass diese Entwicklung von allein aufhört. Vor 20 Jahren waren es die ersten paar Windräder, dann wurden es immer mehr. Es kamen PV-Anlagen dazu und morgen sind es schon Batteriespeicher, über die hier in den Ausschüssen der Stadt Friedland sowie in den Gemeinden Galenbeck und Datzetal beraten und abgestimmt wird. So wird aus Landschaft ein Industriegebiet“, heißt es von der Initiative,

Die Bürger müssen sich einmischen

Bei den Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern haben Heike Kahl und Ricarda Wegner viel Zuspruch erfahren. „Viele wollen das nicht, was hier mit ihrem Lebensort, den sie lieben und den sie bewahren wollen, passiert.“, sagt Ricarda Wegner. „Leider haben einige auch schon resigniert, weil es ihnen scheint, dass die gewählten Bürgermeister und Gemeindevertretungen ihre Sorgen und Ängste nicht ernst nehmen“, fügt Heike Kahl hinzu. Gerade deshalb sei es wichtig zu den Ausschusssitzungen zu gehen und sich einzumischen, sagen beide. „Wenn man nichts macht, wird es genauso kommen. Die Profiteure dieser Bauvorhaben sind bisher andere.“

Eine Wette auf die Zukunft mit vielen Unbekannten

Das Geld, das sich viele Gemeinden von den WKAs erhoffen, täuscht darüber hinweg, dass alle Bürger bereits viel davon indirekt über Steuern für die umfangreiche Subventionierung der Windkraft- und Solarbranche bezahlen. Und dass es eher ein Versprechen für morgen ist zu meinen, die Kommunen würden umfangreich davon profitieren, denn Vieles von dem, was am Ende bezahlt werden muss, ist unzureichend eingepreist. In jedem Falle gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine Garantie für die in Aussicht gestellten Summen.

Die Bürgerinitiative Gegenwind Gemeinde Galenbeck freut sich über weitere Mitstreiter. „Vielleicht finden sich auch in Friedland Bürger, die eine eigene Bürgerinitiative gründen wollen?“, regen die beiden Aktivistinnen an.

Wissenswertes

In der Gemeinde Galenbeck befindet sich u.a. das Europäische Vogelschutzgebiet „Großes Landgrabental, Galenbecker und Putzarer See“ und das Naturschutzgebiet „Galenbecker See“, eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands mit einer ganz besonderen Flora und Fauna. Tausende Kraniche kreuzen das Planungsgebiet auf dem Weg zu ihren Nist- und Schlafplätzen. Milane, Fisch- und Seeadler sind hier zu Hause. Touristen kommen, um die seltenen Vögel und Insekten am Galenbecker See zu beobachten. Nur nebenbei sei erwähnt, dass viele finanzielle Mittel eingesetzt worden sind, um das Moorgebiet um den Galenbecker See wieder herzustellen.

https://www.stun-mv.de/stiftungsflaechen/nsg-galenbecker-see/

https://www.bfn.de/natura-2000-gebiet/grosses-landgrabental-galenbecker-und-putzarer-see

Karte aus Energieatlas MV mit bereits vorhandenen Anlagen.
Karte mit eigenen Ergänzungen zu den Anlagen und Gebieten, die Gegenstand der aktuellen Debatten sind.