Mit einem „Winter adé“ veröffentliche ich spektakuläre Bilder von der heutigen Eisschollen-Kunst-Aktion „Zusammen bewegen“ in Rechlin Nord (Strelitzius berichtete). „Es war toll, sehr gute Stimmung, ca. 70 Menschen aller Altersgruppen sind an die Müritz gekommen, und am Ende wurde sogar angebadet“, schreibt mir seitens der Organisatoren Philip Wilbrandt.
Simone Oldenburg, Prof. Dr. Sigrid Jacobeit und Henry Tesch (von links).
Mit einem eindringlichen Plädoyer für die Menschlichkeit hat die außergewöhnliche Ausstellung zum Schaffen von Lea Grundig nach sechswöchiger Dauer gestern Abend im Bürgerbegegnungszentrum „Alte Feuerwehr“ in Mirow ihre Finissage erlebt. MV-Bildungsministerin Simone Oldenburg betonte vor den zahlreichen Besuchern der Abschlussveranstaltung unter Bezug auf das fast 4200 Arbeiten umfassende kulturelle Erbe der Künstlerin: „Niemand darf jemals wieder einem Menschen die Menschlichkeit nehmen. Diese Zeit muss ein für alle Mal vorbei sein. Uns es ist unsere Aufgabe, gemeinsam dafür zu sorgen – in jedem Verein, in jeder Gemeinde und in jeder Schule. Auf unsere Haltung kommt es an, sie zu zeigen ist unser aller Aufgabe. Schauen wir ganz genau hin. Bleiben wir Menschen!“
Die Mirower Schlossinsel verwandelt sich am Freitag und Sonnabend wieder in einen Kunst- und Kunsthandwerkermarkt. Traditionell ist der „Frühling am Schloss“ angesagt. In früheren Jahren konnte mir meine Blogfreundin Ulla Pape vom Inselverein, die im Dreamteam mit Christa Grählert auch in diesem Jahr die organisatorischen Fäden spinnt, immer ihre ganz persönlichen Favoriten nennen. Bei der aktuellen Ausgabe des Marktes ist sie hingegen überfordert, eine Auswahl zu treffen. „Ich freue mich auf alle Händler, die in diesem Frühjahr zu uns kommen“, bekennt sie im Vorgespräch mit Strelitzius. „Das wird einfach wieder toll. Eine enorme Bandbreite. Und irgendwie ist es immer ein bisschen, als ob sich die Familie trifft.“
Die Volkshochschule in Neustrelitz freut sich, eine neue Dozentin und neue Bürgerin der Stadt begrüßen zu dürfen, die zuvor selbst 20 Jahre eine Volkshochschule in Schleswig-Holstein geleitet hat. Für den wohlverdienten Ruhestand zog Dr. Marlies Lehmann nun nach Neustrelitz und möchte gern mit den Einwohnerinnen und Einwohnern ihrer neuen Heimat ihren vielfältigen Wissensschatz teilen. „Zwei Hobbys nehmen in meinem Leben einen besonderen Platz ein. Auf der einen Seite das Kochen und die Philosophie auf der anderen Seite.“ Mit diesen Worten stellte sie sich bei der Volkshochschule vor.
Philosophie war schon sehr früh ihre große Leidenschaft, und das Feuer brennt immer noch. Dr. Marlies Lehmann hat Philosophie an der Humboldt Universität in Berlin von 1974 bis 1981 studiert und mit einer Promotion abgeschlossen. Seit einigen Jahren interessiert sie besonders der Zusammenhang zwischen Bild und Wort, oder anders gesagt, Kunst trifft auf Philosophie. Mehr als 20 Jahre konnte sie diese Freude mit einem interessierten Kreis teilen. Jetzt würde sie sich freuen, in ihrer neuen Heimatstadt Neustrelitz mit Philosophierenden ins Gespräch zu kommen.
„Voller Ehrfurcht“ denkt Gerhard Schneider an den vergangenen Sonnabend zurück. Der Krümmeler Künstler hatte an den Nebelsee eingeladen, um Besuchern eigene Zeichnungen nach dem Hörstück „Under Milkwood“ des walisischen Dichters und Schriftstellers Dylan Thomas nahe zu bringen (Strelitzius berichtete). Ein Kommen, Ansehen, Zuhören, miteinander reden bei herrlichem Herbstwetter.
Heute präsentierte die Kulturministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Bettina Martin, gemeinsam mit Silvio Witt, Oberbürgermeister Neubrandenburgs, sowie dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege (LAKD) in der Vier-Tore-Stadt den Abschluss eines 2022 begonnenen Projektes und den Auftakt für ein Folgeprojekt, um Baukultur und Kunst im öffentlichen Raum aus der DDR-Zeit in Neubrandenburg zu erfassen und für die Allgemeinheit besser zugänglich zu machen. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung sowie die Stiftung der Neubrandenburger Sparkasse unterstützen beide Projekte.
Kulturministerin Bettina Martin dankte der Stadt Neubrandenburg für deren Initiative: „Die Kunst und Baukultur der ehemaligen DDR gehört zur Kulturgeschichte dieses Landes. Diese zu dokumentieren und für die Gegenwart und Zukunft aufzubereiten, ist wichtig. Die Projekte beleuchten das damalige Spannungsfeld zwischen Kunst und zentral gelenktem Kulturbetrieb für eine breitere Öffentlichkeit. Wir fördern diese Kulturprojekte mit insgesamt 105.543 Euro über das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege; das dieses und das Folgeprojekt initiiert und fachlich erarbeitet hat und alle Beteiligten von der Wichtigkeit für unsere Kulturlandschaft überzeugen konnte. Besonders dankbar bin ich der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkassenstiftung Neubrandenburg-Demmin, dass sie sich gemeinsam für dieses wichtige Thema einsetzen.“
„Nach der Wende haben wir in Neubrandenburg viel Wert darauf gelegt, unsere Stadt baulich zu reparieren und zu erneuern. Diese Phase war wichtig und notwendig“, so Silvio Witt. „Doch jetzt ist die Zeit gekommen, um einen Schritt weiterzugehen. Es ist an der Zeit, unser bauliches Erbe aus der DDR-Zeit neu zu verstehen und wertzuschätzen.“
Das künstlerische Forschungsprojekt SALZ. TON. GRANIT. Über nukleare Vergangenheiten und strahlende Zukünfte lädt am 8. September zu einem Ausflug mit der Künstlerin Marike Schreiber ein. Ziele sind das Kernkraftwerk Rheinsberg (KKR), das seit 1995 zur „grünen Wiese“ zurückgebaut wird, der seit Theodor Fontanes Würdigung berühmte Stechlinsee sowie das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei.
Das KKR wurde als erstes Kernkraftwerk der DDR 1966 in Betrieb genommen. Wegen der geringen Besiedlung, der zur Verfügung stehenden Kühlwassermenge sowie der fehlenden Kohlevorkommen in der Gegend wurde ein Standort am Stechlinsee ausgewählt. Damals hatte das KKR etwa 650 Mitarbeiter_innen, nun arbeiten nur mehr 100 Personen am Rückbau, der bereits länger dauert als die eigentliche Betriebszeit. Die Künstlerin Marike Schreiber interessiert sich für die Verstrickungen des Kernkraftwerkes und des umliegenden Naturschutzgebietes und verbindet beide durch den Stechlinsee, der eine Schlüsselrolle als „Kühlungsanlage“ des KKR spielte, gleichzeitig aber auch ein wichtiger Klarwassersee mit hervorragender Wasserqualität und großer Biodiversität ist und seit dem späten 19. Jahrhundert von Forschenden untersucht wird.