Die neue Brücke über den Ein- und Auslaufkanal des AKW. Fotos: Dr. Reinhard Wilhelm
Mein Wesenberger Blogfreund Dr. Reinhard Wilhelm war gestern mit seinem Hund bei bestem Wetter wandern, diesmal um herauszufinden, ob die Brücke am Auslauf- und Einlaufkanal des früheren AKW Rheinsberg (siehe auf der Karte unten ganz links) nach gut drei Jahren endlich wieder benutzbar ist, wenn man den Stechlinsee immer am Ufer lang umrunden möchte. Gute Nachricht, ja, ist sie.
Das künstlerische Forschungsprojekt SALZ. TON. GRANIT. Über nukleare Vergangenheiten und strahlende Zukünfte lädt am 8. September zu einem Ausflug mit der Künstlerin Marike Schreiber ein. Ziele sind das Kernkraftwerk Rheinsberg (KKR), das seit 1995 zur „grünen Wiese“ zurückgebaut wird, der seit Theodor Fontanes Würdigung berühmte Stechlinsee sowie das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei.
Das KKR wurde als erstes Kernkraftwerk der DDR 1966 in Betrieb genommen. Wegen der geringen Besiedlung, der zur Verfügung stehenden Kühlwassermenge sowie der fehlenden Kohlevorkommen in der Gegend wurde ein Standort am Stechlinsee ausgewählt. Damals hatte das KKR etwa 650 Mitarbeiter_innen, nun arbeiten nur mehr 100 Personen am Rückbau, der bereits länger dauert als die eigentliche Betriebszeit. Die Künstlerin Marike Schreiber interessiert sich für die Verstrickungen des Kernkraftwerkes und des umliegenden Naturschutzgebietes und verbindet beide durch den Stechlinsee, der eine Schlüsselrolle als „Kühlungsanlage“ des KKR spielte, gleichzeitig aber auch ein wichtiger Klarwassersee mit hervorragender Wasserqualität und großer Biodiversität ist und seit dem späten 19. Jahrhundert von Forschenden untersucht wird.