
Im Tanklager Wesenberg geht alles seinen gewohnten Gang.
Der eine oder andere Bewohner der Kleinseenplatte wird sich schon gefragt haben, welchen Anlass die ganzseitige Anzeige der Tanklagerbetriebsgesellschaft (TABEG) im jüngsten Amtsblatt hatte. Immerhin finden sich darin Zwischenüberschriften wie „Was könnte dennnoch passieren?“ oder „Was sollten Sie tun, wenn dennoch etwas passiert?“ Und auch der abschließende Satz „Wir hoffen, dass wir bei Ihnen durch diese Informationen keine Besorgnis hervorgerufen haben“ scheint nicht eben geeignet, die Bevölkerung rund um das Tanklager Wesenberg wirklich ruhig schlafen zu lassen.
Strelitzius hat sich bei Tanklager-Chef Jörg Kindermann schlau gemacht. Der gibt Entwarnung. „Es gibt keinen aktuellen Anlass für die Information, wir müssen sie einfach turnusmäßig veröffentlichen und haben dazu erstmals den „Kleinseenlotsen“ genutzt.“ Bislang sei die Information immer aufwändig per Postwurfsendung erfolgt. Das Tanklager unterliege einer Gefährdungsklasse und die TABEG habe laut Störfall-Verordnung die Auflage vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt zur regelmäßigen Unterrichtung der Nachbarn des Lagers.
Wo ich schon mal da war, konnte ich ja gleich noch ein hartnäckiges Gerücht ansprechen: Atommüll ins Tanklager Wesenberg? Da kann Kindermann nur müde lächeln. Zwar lägen die Kavernen auf dem Gelände nicht in seiner, sondern in der Verantwortung des Bergamtes Stralsund, aber von solchen Plänen sollte er wissen. Nächstes Gerede: Sind denn die Tanks der TABEG auch dicht? „Darauf können sich die Bürger verlassen, wir haben regelmäßig den TÜV hier“, so Jörg Kindermann über seinen Durchgangsbetrieb „per Schiene rein und auf der Straße raus“.