Wegen technischer Probleme muss das Kino Wesenberg bis einschließlich Mittwoch kommender Woche alle Vorstellungen absagen. Das hat mir Filmtheater-Chefin Christiane Bongartz eben mitgeteilt.
Das Fabrik.Kino 1 nach seiner Renovierung mit Geschäftsführer Martin Geyer und Mitarbeiterin Susanne Schwarz.Foto: basiskulturfabrik gmbh
Nachdem ein Filmklub seit 1993 das „FABRIKKINO“ mit jeweils drei oder vier Vorstellungen pro Woche in der alten Schlosserei in Neustrelitz betrieben hatte, wurde am 19. Mai 2000 zusätzlich ein täglich spielendes Programmkino im Kulturzentrum Alte Kachelofenfabrik in Neustrelitz eröffnet. Also auf den Tag genau vor 25 Jahren.
In der Osterwoche wiederholt das Wesenberger Kino immer wieder nachgefragte Filme. Besonders möchte Theaterchefin Christiane Bongartz auf den Berlinale-Eröffnungsfilm „Das Licht“ von Tom Tywker hinweisen, ein Muss für Filmliebhaber*innen. Dem kann ich mich total beindruckt nur anschließen. Dafür geht man tatsächlich ins Kino. Nicht verpassen!
Die heutige Vorstellung von „Das Licht“ um 20 Uhr im Kino Wesenberg muss leider ausfallen. Der Film erreicht erst morgen früh die Spielstätte, wie mir Chefin Christiane Bongartz mitteilt. Ab Freitag läuft dann alles wie geplant.
Charly Hübner, Jan Georg Schütte und Lars Jessen (von links) im August vergangenen Jahres in der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz.
Am kommenden Freitag, den 24. Januar, um 19 Uhr, startet im Gemeindezentrum Klein Vielen in Peckatel ein Kinoabend. Gezeigt wird der Film „Micha denkt groß“ von Lars Jessen und Jan Georg Schütte, u.a. mit Charly Hübner, Jördis Triebel und Peter Kurth in den Hauptrollen. Informationen zur Filmhandlung finden sich hier: https://kleinvielen-ev.de/?page_id=606.
Kinochefin Christiane Bongartz: „Zusätzlich als Wiederholung ‚Eine Million Minuten‘, der Film, in dem im 1. Quartal 2024 unsere Tonanlage angefangen hatte zu krächzen und zu knurren. Natürlich können alle, die in dieser Vorstellung waren, ihn bei uns kostenlos erneut sehen. Er hat an Aktualität nichts verloren.“
In Neustrelitz wird gutes Kino gemacht. Zum wiederholten Male wurde das fabrik.kino 1 der Alten Kachelofenfabrik Neustreliz mit dem Kinoprogrammpreis des Bundes „Für ein besonders gutes Jahresfilmprogamm 2023“ ausgezeichnet. Kinoleiter Horst Conradt nahm den Preis, der mit 7500 Euro dotiert ist, in Frankfurt/Main aus den Händen von Kulturstaatsministerin Claudia Roth entgegen. Ausgewählt wurde das Kino durch eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Torsten Frehse, dem Geschäftsführer des Neue Visionen Filmverleih.
Die Preisträger 2024: Horst Conradt und Elke Fahrenkrug in der Mitte rechts neben dem Leiter der Filmförderung, Prof. Jacobsen (im Rollstuhl). Fotos: Filmland MV/David Harms
Am Dienstag Abend wurden, diesmal im Moviestar in Parchim, zum sechsten Mal die Kinokulturpreise des Landes MV verliehen. Der Spitzenpreis für das beste Jahresprogramm 2023 in der Kategorie „Gewerbliche Spielstätten“, dotiert mit 10.000 Euro, ging an das Fabrik.Kino 1 in Neustrelitz. Ministerin Bettina Martin überreichte den Preis an den Kinoleiter Horst Conradt, der zusammen mit seiner Mitarbeiterin Susanne Pahlke auf die Bühne des Kinos gekommen war, um die Urkunde nebst Blumenstrauß entgegen zu nehmen.
Das Jury-Mitglied Sven Andresen, selbst Betreiber von zwei Kinocentern im Land Brandenburg und ausgestattet mit einer 20jährigen Erfahrung als Filmverleiher, verlas die Jury-Begründung: „Inmitten der tausend Seen der Mecklenburgischen Seenplatte liegt die frühere Residenzstadt, welche heute als staatlich anerkannter Erholungsort neben herzöglichen Gütern mit verschiedenen Festivals und so manchem Baudenkmal auf ein lebendiges Kulturleben für ungefähr 20.000 Einwohner:innen verweisen kann. Unser Preisträgerkino trägt daran einen maßgeblichen Anteil: In einer soziokulturellen und musikalischen Umgebung serviert man dort seit nunmehr 25 Jahren deutsche und europäische Filmkunst auf der Ofenkachel. Dabei wird Altes aus den Archiven und Neues mit Relevanz gekonnt und bewusst gemischt programmiert, um der Wirklichkeit auch jenseits des Zierker Sees gerecht zu werden.
Um Gerechtigkeit geht es nicht nur in vielen ausgewählten Filmen, sondern auch den Programmmachern, desweiteren um gesellschaftliche Probleme und soziale Fragen. Um die Filme auch in der mittelgroßen Stadt ohne Hochschulpublikum sichtbar zu machen, rahmen Sie ihre Monatsprogramme in ambitionierte Reihen zur Erinnerungskultur, zu Vielfalt und Toleranz, setzen auf Künstlerporträts und den Schwerpunkt Iran und auf eine Mensch-Natur-Filmreihe mit 2 Ausrufezeichen!! Filme zum Frauentag oder in den Interkulturellen Wochen und Gegen Rassismus bringen ganz vielfältige Weltsichten und zahlreiche Referenten und Filmschaffende in die Stadt und haben damit mit Sicherheit ihren Anteil an einer positiven Innen-und Außenwahrnehmung – und vielleicht sogar am anhaltend leichten Zuzug statt Wegzug in die drittgrößte Stadt der Seenplatte.
Um sich etwas unabhängiger zu machen vom schwankenden Strompreis und den geschmälerten Betriebsergebnissen aufgrund einer neuen Wettbewerbssituation, versorgt sich das Kino in der Alten Kachelofenfabrik seit 2023 per Pholtovoltaikanlage mit eigener Energie – ein wahres Leuchtofenhaus. Unser auch energiegeladener Spitzenpreis des Kinokulturpreises MV in der Kategorie der gewerblichen Kinos geht an das Fabrik.Kino 1 in Neustrelitz!“