Gestern wurden in Greifswald im Pommerschen Landesmuseum die Kinopreise 2025 für die Arbeit im Jahr 2024 durch Kulturministerin Bettina Martin überreicht. 28 Kinos wurden mit Preisen bedacht. Darunter waren auch das Neustrelitzer Fabrik.Kino 1 „für das Jahresprogramm eines gewerblichen Kinos“, dotiert mit 7.500 Euro, und das Fabrik.Kino 2 „Würdigung für besonderes ehrenamtliches Engagement“, dotiert mit 1.000 Euro.
Die Preisträger 2024: Horst Conradt und Elke Fahrenkrug in der Mitte rechts neben dem Leiter der Filmförderung, Prof. Jacobsen (im Rollstuhl). Fotos: Filmland MV/David Harms
Am Dienstag Abend wurden, diesmal im Moviestar in Parchim, zum sechsten Mal die Kinokulturpreise des Landes MV verliehen. Der Spitzenpreis für das beste Jahresprogramm 2023 in der Kategorie „Gewerbliche Spielstätten“, dotiert mit 10.000 Euro, ging an das Fabrik.Kino 1 in Neustrelitz. Ministerin Bettina Martin überreichte den Preis an den Kinoleiter Horst Conradt, der zusammen mit seiner Mitarbeiterin Susanne Pahlke auf die Bühne des Kinos gekommen war, um die Urkunde nebst Blumenstrauß entgegen zu nehmen.
Das Jury-Mitglied Sven Andresen, selbst Betreiber von zwei Kinocentern im Land Brandenburg und ausgestattet mit einer 20jährigen Erfahrung als Filmverleiher, verlas die Jury-Begründung: „Inmitten der tausend Seen der Mecklenburgischen Seenplatte liegt die frühere Residenzstadt, welche heute als staatlich anerkannter Erholungsort neben herzöglichen Gütern mit verschiedenen Festivals und so manchem Baudenkmal auf ein lebendiges Kulturleben für ungefähr 20.000 Einwohner:innen verweisen kann. Unser Preisträgerkino trägt daran einen maßgeblichen Anteil: In einer soziokulturellen und musikalischen Umgebung serviert man dort seit nunmehr 25 Jahren deutsche und europäische Filmkunst auf der Ofenkachel. Dabei wird Altes aus den Archiven und Neues mit Relevanz gekonnt und bewusst gemischt programmiert, um der Wirklichkeit auch jenseits des Zierker Sees gerecht zu werden.
Um Gerechtigkeit geht es nicht nur in vielen ausgewählten Filmen, sondern auch den Programmmachern, desweiteren um gesellschaftliche Probleme und soziale Fragen. Um die Filme auch in der mittelgroßen Stadt ohne Hochschulpublikum sichtbar zu machen, rahmen Sie ihre Monatsprogramme in ambitionierte Reihen zur Erinnerungskultur, zu Vielfalt und Toleranz, setzen auf Künstlerporträts und den Schwerpunkt Iran und auf eine Mensch-Natur-Filmreihe mit 2 Ausrufezeichen!! Filme zum Frauentag oder in den Interkulturellen Wochen und Gegen Rassismus bringen ganz vielfältige Weltsichten und zahlreiche Referenten und Filmschaffende in die Stadt und haben damit mit Sicherheit ihren Anteil an einer positiven Innen-und Außenwahrnehmung – und vielleicht sogar am anhaltend leichten Zuzug statt Wegzug in die drittgrößte Stadt der Seenplatte.
Um sich etwas unabhängiger zu machen vom schwankenden Strompreis und den geschmälerten Betriebsergebnissen aufgrund einer neuen Wettbewerbssituation, versorgt sich das Kino in der Alten Kachelofenfabrik seit 2023 per Pholtovoltaikanlage mit eigener Energie – ein wahres Leuchtofenhaus. Unser auch energiegeladener Spitzenpreis des Kinokulturpreises MV in der Kategorie der gewerblichen Kinos geht an das Fabrik.Kino 1 in Neustrelitz!“