
Dieser Tage geriet mein Enkelchen beim Anblick von Federvieh auf der heimatlichen Dorfstraße in Verzückung. Gelegenheit für mich, Liedgut weiterzugeben, das ich selbst von meinen Altvorderen übernommen habe. Und so intonierte ich „Ich wollt, ich wär ein Huhn. Ich hätt‘ nicht viel zu tun. Ich legte täglich nur ein Ei und sonntags auch mal zwei.“ Die Begeisterung des Familiennachwuchses ob meiner Darbietung hielt sich in Grenzen. Der Knabe schien eher zu denken, dass Opi jetzt endgültig einen an der Waffel hat. Oder ein Ei aufm Kopf, um mal im Bild zu bleiben.
Wobei das mit dem Eierlegen auch gar nicht mehr so einfach ist. Der Zeitgeschmack hat es mit sich gebracht, dass weißen Eiern die Legebatterie nachgesagt wird, während braune nur von glücklichen Hühnern stammen können. Alles Quatsch, die Farbe der Eierschale ist genetisch bedingt und von der einzelnen Hühnerrasse abhängig. Trotzdem, in Bio-Zeiten stehen die braunen Eier nun mal höher im Kurs. Und das nicht nur in Deutschland, wie meine Blitzrecherche ergeben hat.
Ein hühnerhaltender Freund von mir ist ja der Meinung, er könne über Zusätze zum Futter die Farbe der Eier beeinflussen. In der Tat hat er von Blassgrün über Rosé bis Schokobraun ganz außergewöhnliche Schachtelmischungen zu bieten. „Da kannst du dir das Färben zu Ostern sparen“, wirbt der Kreative immer mal wieder für sein Rezept.
Im Prinzip ja, aber das Ostereierfärben gehört von jeher zum Fest wie der Hase, der die Bunten versteckt. Färben Sie mal ein dunkelbraunes Ei! Und plötzlich stehen kurzzeitig die Weißen wieder höher im Kurs. Hühner würden vermutlich nur den Kopf schütteln. Also, Huhn möchte man auch nicht sein…
In diesem Sinne frohe Ostern in die Strelitzius-Gemeinde
