In Neustrelitz wird gutes Kino gemacht. Zum wiederholten Male wurde das fabrik.kino 1 der Alten Kachelofenfabrik Neustreliz mit dem Kinoprogrammpreis des Bundes „Für ein besonders gutes Jahresfilmprogamm 2023“ ausgezeichnet. Kinoleiter Horst Conradt nahm den Preis, der mit 7500 Euro dotiert ist, in Frankfurt/Main aus den Händen von Kulturstaatsministerin Claudia Roth entgegen. Ausgewählt wurde das Kino durch eine unabhängige Jury unter dem Vorsitz von Torsten Frehse, dem Geschäftsführer des Neue Visionen Filmverleih.
Jonas Deichmann (links) und Sven Truderung Seite an Seite auf der Marathonstrecke.
Sven Truderung, vielen bekannt als erfolgreicher IT-Unternehmer in Neustrelitz, aber auch als Mitglied des Bike Teams Neustrelitz, wird im November mit Sohn Ole am Marathon in New York teilnehmen. Zur Vorbereitung und als Leistungstest hatte Truderung Senior (62) die Idee, Jonas Deichmann im fränkischen Roth bei seinem legendären Projekt Weltrekord in der Langdistanz im Triathlon auf dem letzten Abschnitt zu begleiten, der Marathon-Strecke. Seit dem 9. Mai jeden Morgen um 6.30 Uhr springt Deichmann in den Rothsee und schwimmt 3,8 km, im Anschluss fährt er 180 km mit dem Rad und dann geht es ganz entspannt zum „ich freue mich auf ein Läufchen“. So bezeichnet Jonas Deichmann den anstehenden Marathon, die 42 km, und das jeden Tag bei Wind und Wetter, 120 Mal „Ironman“ hintereinander. Er benötigt lediglich sieben Stunden zur Regeneration.
Thomas Reinke, Vereinsvorsitzender des Bike Teams Neustrelitz, hat Sven Truderung und Jonas Deichmann beim Marathon auf dem Rad begleitet. „Da es auf der Strecke keine Verpflegung gab und jeder auf sich selbst angewiesen ist, habe ich keinen Moment gezögert, als Sven mich fragte, ob ich ihn unterstütze. Außerdem musste ich den verrückten Typen Jonas mal getroffen haben, zumal ich gerade sein Buch lese, wo er berichtet, wie er von New York nach Los Angeles mit dem Fahrrad gefahren und dann zurück gelaufen ist“, so mein Blogfreund.
Knastarzt und Schauspieler Joe Bausch. Foto: Wolfgang Schmidt
True Crime in Rheinsberg: Man kennt den Schauspieler Joe Bausch aus dem Kölner Tatort als Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth. Manche kennen ihn auch aus dem Knast – hoffentlich die wenigsten. Denn Joe Bausch war in Deutschlands größtem Hochsicherheitsgefängnis über 30 Jahre lang Anstaltsarzt. Geschichten aus dieser Zeit präsentiert er im Rahmen seiner „Blutspuren-Tour“ live auf der Bühne: Am Freitag, 24. November, ab 19.30 Uhr, im Schlosstheater Rheinsberg.
Mörder, Dealer, Betrüger und Räuber – die Protagonisten in Bauschs Geschichten waren seine Patienten. Manche vertrauten sich ihrem Knastarzt an, sprachen über ihr Leben und ihre Straftaten: der psychopathische Serienmörder über eine eiskalte Entführung, die beiden Halbbrüder über einen fast perfekten Mord an einem Geistlichen oder der Rettungssanitäter über den Zufall, der ihn zum Verbrecher machte, und das mit verheerenden Folgen. Joe Bausch ist überzeugt: Jedes Verbrechen beginnt im Kopf.
Auf das Publikum wartet ein aufwühlender und schonungslos direkter Abend: Als Fachmann ordnet Bausch die Täter und ihre Taten ein und erzählt unterhaltsam und menschlich zugleich aus seiner Zeit als Arzt hinter Gittern. Dabei liest er auch aus seinen Büchern, die zu Spiegel-Bestsellern wurden. Mit True Crime-Moderator Dr. Tino Grosche ist er im Rahmen der Blutspuren-Tour 2023 in ganz Deutschland zu Gast.
Susanne Pahlke und Horst Conradt mit der Urkunde gestern Abend.
Zum 22. Mal in Folge wurde das Fabrik.Kino 1 gestern Abend auf Vorschlag der Kinoprogrammpreisjury „für das besonders gute Jahresfilmprogramm 2022“ als eines von drei Kinos in MV ausgezeichnet. Die Auszeichnung nahm Kulturstaatsministerin Claudia Roth vor. I
In der Stadthalle in Ludwigslust erklärte Roth, an die KinomacherInnen gerichtet, u.a.: „Kinos und Verleihunternehmen sind wesentliche Säulen unserer reichen Kulturlandschaft. Besonders die Preisträger des heutigen Abends stehen für den kulturell wertvollen Film abseits der großen Blockbustermaschinerie. Vor allem der Arthousefilm braucht solche Verleiherinnen und Programmkinobetreiber, die sich mit Leidenschaft und Risikobereitschaft für das Kino als experimentelles Filmkunstlabor einsetzen, als Kulturort der Begegnung und als Impulsgeber für neue gesellschaftliche Debatten.“
An der gut besuchten Preisverleihung in Ludwigslust nahmen Kinoleiter Horst Conradt und seine Mitarbeiterin Susanne Pahlke teil und brachten die begehrte Urkunde mit nach Neustrelitz. Die aufmunternden Worte der Ministerin – und nicht zuletzt die damit verbundene Prämie von 7.500 € – sind dem Team in der Alten Kachelofenfabrik natürlich Ansporn, weiterhin konsequent ein Filmkunst-Programm anzubieten. „Auch wir im Fabrik.Kino in Neustrelitz werden weiterhin unseren bedeutenden Beitrag zum lokalen Kulturangebot leisten“, erklärte Horst Conradt.