Falladas Arbeitszimmer in Carwitz. Foto: Hans-Fallada-Gesellschaft
Der Umstand, dass der 8. März als Internationaler Frauentag seit dem letzten Jahr auch in Mecklenburg-Vorpommern ein Feiertag ist, mag zur Folge haben, dass die eine oder andere Betriebsfeier nicht mehr stattfindet. Worauf aber an diesem Tag nicht verzichtet werden muss, ist ein Besuch im Hans-Fallada-Museum in Carwitz, dass, wie an fast allen Feiertagen, auch am 8. März geöffnet sein wird: Wie immer im Winter von 13 bis 16 Uhr.
Warum also nicht den freien Tag für einen Ausflug nach Carwitz nutzen? Ein Spaziergang in der schönen Natur und ein Museumsbesuch sind allemal ein guter Anreiz…
Solidaritätskonzert mit Igor Levit. Foto: Markus C. Hurek
Auf Initiative von Igor Levit lud das Berliner Ensemble am 27. November 2023 unter dem Titel „Gegen das Schweigen. Gegen Antisemitismus.“ zu einem großen Solidaritätsabend ein, an dem sich zahlreiche Künstler*innen beteiligten. Der Neustrelitzer Schauspieldirektor Maik Priebe griff die Initiative auf – und holt den weltbekannten Pianisten Igor Levit nach Mecklenburg. Am Sonnabend, den 24. Februar, um 11 Uhr, lädt die TOG zu einer Benefizveranstaltung in die Neubrandenburger Konzertkirche ein, um mit Musik und Literatur ein deutliches Zeichen gegen Antisemitismus und Hass zu setzen.
Neben Igor Levit werden Nina Gummich („Charité“, „Alice“), Brecht-Enkelin Johanna Schall, Mitglieder des Schauspielensembles, des Musiktheaters und der Neubrandenburger Philharmonie sowie weitere Gäste das Programm gestalten. Der Erlös der Eintrittsgelder wird gespendet an das „Netzwerk für Demokratie und Courage Mecklenburg-Vorpommern“.
Die beiden Moderatoren Luis Süldt und Lotte Horvay mit Peter Schmitt, Wolfram Fleischhauer und Henry Tesch (von links) in der Aula des Carolinums.
Zum wiederholten Male haben die Mirower Buchhändler Grit und Peter Schmitt mit dem Neustrelitzer Gymnasium Carolinum zusammengearbeitet. Nachdem bereits vor zwei Jahren Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit hatten, in Mirow mit Autoren und Verlegern ins Gespräch zu kommen, wie man Schriftsteller wird, wie man einen Verlag findet und was es bedeutet ein Buch herauszugeben, war im vergangenen Jahr der inzwischen verstorbene Autor und Regisseur Wolfgang Kohlhaase im Neustrelitz zu Gast und stand dem Auditorium der angehenden Abiturstufe Rede und Antwort.
In diesem Jahr ging es nun um die Verfilmung des Romans „Schweigend steht der Wald“ von Wolfram Fleischhauer. Diese konnten die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe in der Aula des Carolinums erleben. Und Autor Wolfram Fleischhauer war dabei, was diese Begegnung mit Literatur zu einer besonderen Art machte.
Wolfram Fleischhauer bei seinem Auftritt in Mirow im Unteren Schloss.
95 Minuten verfolgten die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten das Geschehen um die Hauptdarstellerin Anja Grimm, die sich für ein Forstpraktikum in eine Gegend begibt, die sie aus ihrer Kindheit kennt. Die Verknüpfung von drei verschiedenen Zeitebenen, 1945-1979-1999, wird während des Films zu einer Herausforderung, hinzukommt, dass auch die teilweise Nutzung des Dialekts wesentliche Passagen des Films schwer verständlich machen. Was zunächst wie ein Kriminalroman erscheint, wird im Laufe des Films zu einer Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus, wird zu einer Frage des Umgangs mit Schuld, Verantwortung und Verschweigen, und das auf allen drei Zeitebenen.
Zwänge und Kompromisse
Im Anschluss nutzten die Elftklässler die Möglichkeit, dem Autoren Fragen zu stellen, der diese auch sehr offen und ehrlich beantwortete. So sprach er darüber, dass das Ende des Films nicht seinem Roman entspricht, er klärte ebenso darüber auf, wie ein Film entsteht, welchen Zwängen und Kompromissen man sich fügen muss. Die Nutzung des Dialektes sah er aus der Sicht der Rezipienten kritisch.
Die Meinung der Schülerinnen und Schüler deckte sich in vielen Punkten: eine gute schauspielerische Leistung, Auch die Stimmung wurde gut umgesetzt durch die Kameraführungen und die Filmmusik. Eine ganze Reihe der Zuschauenden wurde zum Lesen des Romans angeregt, gerade auch durch die Ausführungen des Autors. Damit wurde ein wichtiger Grundsatz des Literaturunterrichts erreicht – die Inspiration zum Lesen. Und in diesem Fall sogar eines Gegenwartsromans, was sich die Schülerinnen und Schüler immer wieder wünschen.
Noch hat sich der Sommer gar nicht verabschiedet, da steht bereits der KulturHerbst 2023 in der Mecklenburgischen Seenplatte vor der Tür. Vom 9. bis 24. September können sich Kulturbegeisterte auch in diesem Jahr auf außergewöhnliche Konzerte, Lesungen, Theaterstücke, Workshops, Ausstellungen und viele weitere tolle Angebote freuen.
Zum Auftakt der beliebten Veranstaltungsreihe am 9. September um 18 Uhr in der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz lockt eine Vernissage, die Arbeiten regionaler und rumänischer Künstlerinnen und Künstler aus unserem Partnerkreis Bistritza-Nasaud zeigt. Der Clou dabei: die Exponate entstehen erst unmittelbar zuvor in einem gemeinsamen Symposium in Neustrelitz. Die Kunstschaffenden werden in einer kleinen Gesprächsrunde von ihren Erlebnissen während der gemeinsamen Woche berichten, und im Anschluss kann die Gemeinschaftsausstellung in den Galerieräumen im Obergeschoss besichtigt werden.
Klaus Mewes, der den Mirowern letztes Jahr kurz vor Weihnachten mit seinen Kindheitserinnerungen einen wunderschönen Nachmittag in Mirow bescherte (Strelitzius berichtete), hat sein neuestes Buch veröffentlicht, bei dem es um seine zweite Heimat Norwegen geht. Die Buchhändler Grit + Peter Schmitt freuen sich auf den Autor, der in der Remise im Schlosspark Mirow Gästen und Mirowern dieses vorstellen wird. Am Sonntag, den 30. Juli, ab 17 Uhr, heißt es „Norwegen, eine späte Entdeckung“.
Es wird gelesen, geredet, Bilder werden zu sehen sein und es gibt Snacks und Getränke. Der Eintritt ist frei. Ja, und dann starten die Schmitts vom 12. bis zum 19. August die 4. Mirower Kultur- und Literaturtage, die wieder Interessantes zu bieten haben, so meine ersten Informationen. Strelitzius wird vorab und während dieser Tage berichten.
Kartenreservierungen für die Hans-Fallada-Tage sind nicht möglich. Der Kartenverkauf erfolgt jeweils vor den Veranstaltungen. Weitere Informationen zum Programm unter www.fallada.de
Mein früherer Kollege bei der hiesigen Tageszeitung Christian Stelzer hat mich auf eine Broschüre aufmerksam gemacht, die er bereits 2020 vorgelegt hat und die in der Schriftenreihe des Regionalmuseums Neubrandenburg unter der Nummer 53 erschienen ist. „Allee, Asphalt und Automobilisten“ ist das doch stolze 150 Seiten starke Heft betitelt, in der der Vier-Tore-Städter die Geschichte der Bundesstraße 96 im Abschnitt zwischen Berlin und Sassnitz aufarbeitet. Nicht zuletzt angesichts der umstrittenen Ausbaupläne für die Bundesstraße in unserer Region ist die reichbebilderte Edition auch drei Jahre nach Erscheinen lesenswert.
Das Geleitwort hat Jens Krage geschrieben, kein Geringerer, als der Chef des Straßenbauamtes Neustrelitz. Immerhin. Durch seinen Verantwortungsbereich verläuft der größte Teil des angeführten Teilstücks der geschichtsträchtigen Straße. Natürlich enthält sich Krage, den ich sehr schätze, jeglichen Kommentars zur derzeitigen Diskussion um das Erweiterungsvorhaben. Das wäre von einem bediensteten Mann in seiner Position sicherlich auch zu viel verlangt. Angesichts der Bürgerinitiativen sind hier die Landespolitik in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sowie die Bundespolitik gefordert.
Zum 100. Geburtstag des renommierten Autors Hansgeorg Stengel (1922 bis 2003) findet eine ganz besondere Veranstaltung statt. In der gemütlichen Wohnzimmeratmosphäre des Mirower Kaffeehus Kittendorf lädt die Humoristin Bea Müller aus Eisenberg am 8. Juni um 18 Uhr zu einer einzigartigen Vorstellung ein, bei der sie nicht nur lesen, sondern auch spielen wird.
,,Die Veranstaltung verspricht ein unvergessliches und unterhaltsames Erlebnis zu werden, bei dem die Zuhörerinnen und Zuhörer einen tieferen Einblick in die Person Hansgeorg Stengel erhalten. Durch seine Gedichte und Ansichten über die Welt und sein Umfeld wird das Publikum auf eine Reise mitgenommen, die voller Akzente und Lebenslust ist. Geboten wird ein facettenreicher Abend, der mit Bravheit, Komik, Rätselhaftigkeit, Übermut und Ungewöhnlichem begeistern wird. Bea Müller wird das Publikum mit ihrem Talent für Humor und Schauspielkunst unverwechselbar begeistern“, heißt es in der Einladung.
Der Eintritt beträgt 12 Euro pro Person. Aufgrund der begrenzten Anzahl an Plätzen wird eine frühzeitige Reservierung unter der Telefonnummer 039833 – 170259 empfohlen.
Rund 3000 junge Leute feiern seit Freitag und noch bis in die frühen Morgenstunden des Pfingstmontags bei bestem Maiwetter ihr nun schon 23. Immergut Festival in Neustrelitz. Einer meiner Strelitzius-Korrespondenten war auf dem Gelände am Bürgerseeweg dabei und hat mir ein paar stimmungsvolle Bilder geschickt und ein Video vom musikalischen Höhepunkt des reichhaltigen Festivals: Kurz vor Mitternacht ist auf der Waldbühne umjubelt Rapper Casper aufgetreten.
Immergut wäre nicht Immergut, wenn das Festival nur Musik bieten würde. Auch Lesungen und Diskussionen finden sich im Programm, das heute ab 15.25 Uhr fortgesetzt wird. Übrigens gibt es noch Tickets an der Tageskasse.