Der Berliner Schriftsteller Wolfram Fleischhauer lädt am Samstag, den 7. Juni, um 20 Uhr zu einem Werkstattgespräch mit Lesung ins Most & Kost in Diemitz ein. Im Lichte neuerer Entwicklungen nimmt sich der Autor sein 2006 erschienenes Buch „Die Schule der Lügen“ noch einmal vor.
Am morgigen Sonnabend, 29. Juni, ab 19 Uhr, liest der Bestseller-Autor Wolfram Fleischhauer im „Most & Kost“ in Diemitz aus seinen Romanen „Die Purpurlinie“ und „Die dritte Frau“. Er berichtet über den Schreibprozess und die Recherchearbeit. Der Eintritt ist frei, der Hut geht rum.
Das Restaurant ist ab 17 Uhr geöffnet. Die Lesung ist pünktlich zum Beginn des EM-Achtelfinalspiels der deutschen Kicker gegen die dänischen beendet.
Die beiden Moderatoren Luis Süldt und Lotte Horvay mit Peter Schmitt, Wolfram Fleischhauer und Henry Tesch (von links) in der Aula des Carolinums.
Zum wiederholten Male haben die Mirower Buchhändler Grit und Peter Schmitt mit dem Neustrelitzer Gymnasium Carolinum zusammengearbeitet. Nachdem bereits vor zwei Jahren Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit hatten, in Mirow mit Autoren und Verlegern ins Gespräch zu kommen, wie man Schriftsteller wird, wie man einen Verlag findet und was es bedeutet ein Buch herauszugeben, war im vergangenen Jahr der inzwischen verstorbene Autor und Regisseur Wolfgang Kohlhaase im Neustrelitz zu Gast und stand dem Auditorium der angehenden Abiturstufe Rede und Antwort.
In diesem Jahr ging es nun um die Verfilmung des Romans „Schweigend steht der Wald“ von Wolfram Fleischhauer. Diese konnten die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe in der Aula des Carolinums erleben. Und Autor Wolfram Fleischhauer war dabei, was diese Begegnung mit Literatur zu einer besonderen Art machte.
Wolfram Fleischhauer bei seinem Auftritt in Mirow im Unteren Schloss.
95 Minuten verfolgten die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten das Geschehen um die Hauptdarstellerin Anja Grimm, die sich für ein Forstpraktikum in eine Gegend begibt, die sie aus ihrer Kindheit kennt. Die Verknüpfung von drei verschiedenen Zeitebenen, 1945-1979-1999, wird während des Films zu einer Herausforderung, hinzukommt, dass auch die teilweise Nutzung des Dialekts wesentliche Passagen des Films schwer verständlich machen. Was zunächst wie ein Kriminalroman erscheint, wird im Laufe des Films zu einer Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus, wird zu einer Frage des Umgangs mit Schuld, Verantwortung und Verschweigen, und das auf allen drei Zeitebenen.
Zwänge und Kompromisse
Im Anschluss nutzten die Elftklässler die Möglichkeit, dem Autoren Fragen zu stellen, der diese auch sehr offen und ehrlich beantwortete. So sprach er darüber, dass das Ende des Films nicht seinem Roman entspricht, er klärte ebenso darüber auf, wie ein Film entsteht, welchen Zwängen und Kompromissen man sich fügen muss. Die Nutzung des Dialektes sah er aus der Sicht der Rezipienten kritisch.
Die Meinung der Schülerinnen und Schüler deckte sich in vielen Punkten: eine gute schauspielerische Leistung, Auch die Stimmung wurde gut umgesetzt durch die Kameraführungen und die Filmmusik. Eine ganze Reihe der Zuschauenden wurde zum Lesen des Romans angeregt, gerade auch durch die Ausführungen des Autors. Damit wurde ein wichtiger Grundsatz des Literaturunterrichts erreicht – die Inspiration zum Lesen. Und in diesem Fall sogar eines Gegenwartsromans, was sich die Schülerinnen und Schüler immer wieder wünschen.