Noch bevor der Frühling eingeläutet wird heißt es „Action“ in der Jugendkunstschule Neubrandenburg. Neue Kurse in den Bereichen Medien und Literatur starten. Im Filmatelier lernen die Kinder und Jugendlichen ihren eigenen Film zu produzieren. Von der ersten Idee bis zur Premiere lernen die Nachwuchsfilmemacher alle wichtigen Schritte kennen: Gemeinsam werden ein Drehbuch oder ein Storyboard entwickelt, Szenen geplant und kreativ eigene Ideen umgesetzt. Zu Beginn des Kurses wird mit kleinen Filmprojekten geübt, bei denen die Grundlagen praktisch ausprobiert werden können.
Immanuel Kant. Gemälde von Johann Gottlieb Becker aus dem Jahr 1768.
Am 13. Februar gibt es in der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz wieder einen Philosophisch-Literarischen Salon mit Peter Heller und Klaus Rek. Diskutieren wollen sie über die Frage: „Zurück in die selbstverschuldete Unmündigkeit? – Überlegungen zu Immanuel Kant: Was ist Aufklärung?“
„Die europäische Aufklärung prägte und beförderte seit dem 17. Jahrhundert mit ihrem Glauben an die Macht der Vernunft den Aufstieg der modernen Welt“, erklären sie ihren Ausgangspunkt. So verweisen sie auf Immanuel Kants kleine Schrift „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ von 1784, die mit den Worten beginnt: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“ Angesichts der Kultivierung „alternativer Fakten“, angesichts medialer Meinungsblasen und Meinungssteuerung, angesichts noch nie dagewesener Kapital- und Machtkonzentration in den Händen sehr weniger werfen sie schließlich die Frage auf: „Hat es damit ein Ende?“
Es mussten schnell noch ein paar Stühle dazu gestellt werden, und schon konnte es am Freitag in der vollbesetzten Aula im Unteren Schloss in Mirow beginnen. Musikerin Nora Gauger hat aus dem Motiv des Literaturmuseums Stavenhagen für 2025: „Ein Wunder für jeden Tag“ einen Text geschrieben und ein Lied komponiert. Sie eröffnete damit den „Abend der Unverlegten Poesie“ in Mirow. Norbert Schröder und Dietmar Dumjahn lasen zur Freude des Publikums aus ihren niederdeutschen Werken. Die Tessiner Künstlerin Nora Gauger spielte dazwischen immer wieder ihre Lieder. Spontane Beiträge aus dem Publikum bereicherten den Abend.
Am Freitag, den 31. Januar, ab 14 Uhr, eröffnet die Kunstschule Neubrandenburg an der Hochstraße 13 in Neubrandenburg feierlich ihre neue Medien- und Literaturwerkstatt und heißt Medienenthusiasten, Wortkünstler und Bücherfreunde, sowie alle Neugierigen und Interessierten herzlich willkommen. Die Eröffnung markiert gleichzeitig den Start der Winterferien und den Beginn eines abwechslungsreichen Winterferienprogramms, das spannende Angebote in den Bereichen Bildende Kunst, Textil, Theater und Medien für Kinder und Jugendliche bietet.
Zum Auftakt gibt es die Möglichkeit, sich über die Arbeit der Medienwerkstatt zu informieren und an drei kostenfreien Workshops, einem Erzähltheater sowie Mitmachaktionen teilzunehmen. Für die workshops und das Erzähltheater mit fester Uhrzeit wird um vorherige Anmeldung gebeten. Den Start macht die Fotografie ab 15 Uhr: Die Dozentin Anne Steffen gibt einen Einstieg im Umgang mit der Fotokamera. Im Anschluss wird ein Bilderrätsel gestaltet. Ab 16 Uhr geht es weiter mit dem Mini-Movie von Dozent Sascha Steffen. Hier entstehen kurze Filme (ca. 1 Minute). Dabei können sich von Inhalten aus sozialen Medien inspirieren lassen oder zum Beispiel ihren eigenen kleinen Bericht über das Event anfertigen.
Ab 16.30 heißt es Vorhang auf für das Kamishibai-Erzähltheater. Kinder ab 6 Jahren gehen mit Edison auf die Reise und erkunden das „Das Rätsel des verschollenen Mauseschatzes“. Den Abschluss der workshop-Reihe macht das Erzähl-Rollenspiel „Little Wizard“ ab 17 Uhr. Kinder ab 6 Jahren können in diesem Spiel eine gemeinsame Geschichte erzählen. Sie erschaffen ihre eigenen Charaktere (wie kleine Zauberer und Hexen) zu erschaffen und erleben wunderbare Geschichten in einer magischen Welt. Für das leibliche Wohl ist natürlich auch gesorgt. Während der Veranstaltung werden Getränke und „Kino-Snacks“ (z.B. Tortilla-Chips und Popcorn) angeboten.
„Voller Ehrfurcht“ denkt Gerhard Schneider an den vergangenen Sonnabend zurück. Der Krümmeler Künstler hatte an den Nebelsee eingeladen, um Besuchern eigene Zeichnungen nach dem Hörstück „Under Milkwood“ des walisischen Dichters und Schriftstellers Dylan Thomas nahe zu bringen (Strelitzius berichtete). Ein Kommen, Ansehen, Zuhören, miteinander reden bei herrlichem Herbstwetter.
Am kommenden Freitag, dem 25. Oktober, um 19 Uhr, lädt der “Ping Pong Salon” (Elisabethstraße 33) zu einer besonderen Lesung ein. An diesem Abend können Besucher:innen ihren Lieblingstexten lauschen und, wenn sie möchten, darüber mit anderen Gästen oder den Moderatorinnen ins Gespräch kommen. Alles kann, nichts muss. Einfach nur zuhören und genießen, sich in den Pausen im Ping Pong versuchen oder sich bei einem Tee oder Glas Wein von den Lieblingstexten anderer inspirieren lassen – dafür ist an diesem Abend Zeit und Gelegenheit.
Die Buchhändler Grit und Peter Schmitt aus Mirow starten an Christi Himmelfahrt, dem 9. Mai, ihr diesjähriges Kultur- und Literaturprogramm. Auch, wenn Mirow touristisch betrachtet noch schläft, stehen die Schmitts bereits in den Startlöchern mit Kultur und Literatur 2024, so die Aussage der beiden Kulturarbeiter
Veranstaltungsort im ersten Halbjahr ist das „Untere Schloss“ in Mirow. Vorangegangene Adressen der Schmitt-Veranstaltungen wie die Remise und die Alte Feuerwache sind zu dieser Zeit belegt bzw. in Sanierung. Und für Open Air ist es noch etwas zu früh. „Wir werden versuchen, dem Unteren Schloss ein wenig Leben einzuhauchen“, so die Schmitts. Neben Lesungen, Kino und einer Musicalaufführung werden Edith Vetter (Photographie), Bodo Gottschalk (Öl auf Leinwand) und Gerhard Schneider (Papierschnitte) eine kleine Auswahl ihrer Werke präsentieren – und das vom 9. bis 12. Mai, an Pfingsten sowie während der Veranstaltungen im Sommer. Im selbigen Zeitraum werden auch wieder Büchertage stattfinden mit einer Auswahl von Büchern der Verlage Anaconda mit Klassikern der Weltliteratur, C.H. Beck, Beltz, dem KinderbuchVerlag, Diogenes, Kiepenheuer & Witsch, Kosmos und Zsolnay, der dieses Jahr sein 100jähriges Bestehen feiert. Schließlich werden auch noch die Werke von Franz Kafka aus Anlass seines 100. Todestages sowie die von Erich Kästner zu seinem 125. Geburtstag vorgestellt.
Zum Auftakt der diesjährigen Kultur- und Literaturtage in Mirow, veranstaltet wie gewohnt von den ortsansässigen Buchhändlern Grit und Peter Schmitt, ist am 15. April um 18 Uhr Siegbert Schefke zu Gast im Unteren Schloss mit seinem Buch „Als die Angst die Seite wechselte – Die Macht der verbotenen Bilder“.
Zwei junge Leute filmen illegal die Montagsdemonstrationen in Leipzig und senden damit ein Fanal in die Welt und in die untergehende DDR. Ein Abenteuer mit immensen politischen Auswirkungen. Siegbert Schefke, einer der beiden Akteure, schreibt nicht nur über dieses spannende Ereignis, sondern auch darüber, wie aus einem Maurersohn aus Eberswalde ein dezidierter Regimekritiker wurde, der nicht mehr auf eine Reform der DDR hoffte, sondern einen radikalen demokratischen Umbruch wollte.
Mehr zum Programm der Kultur- und Literaturtage in der zweiten Monatshälfte hier im Blog. Die Schmitts hoffen, für Mirow und die Region wieder abwechslungsreiche sowie interessante Veranstaltungen zu bieten und freuen sich auf die Freunde von Kultur und Literatur.