Hin und wieder kann es vorkommen, dass sich Robby „verheddert“.
Meine natürliche Intelligenz hat ja der künstlichen Intelligenz bislang eher skeptisch gegenübergestanden. Vielleicht hat das die KI mitbekommen. Auszuschließen ist ja heutzutage gar nichts mehr. Ich bin als Schreiberling bekanntlich auch angetreten, jeden Tag ein Wort unserer schönen Muttersprache vor dem Vergessen zu retten. Und genau da biedert sich die Künstliche nun bei mir an, besser, sie becirct mich.
Es mussten schnell noch ein paar Stühle dazu gestellt werden, und schon konnte es am Freitag in der vollbesetzten Aula im Unteren Schloss in Mirow beginnen. Musikerin Nora Gauger hat aus dem Motiv des Literaturmuseums Stavenhagen für 2025: „Ein Wunder für jeden Tag“ einen Text geschrieben und ein Lied komponiert. Sie eröffnete damit den „Abend der Unverlegten Poesie“ in Mirow. Norbert Schröder und Dietmar Dumjahn lasen zur Freude des Publikums aus ihren niederdeutschen Werken. Die Tessiner Künstlerin Nora Gauger spielte dazwischen immer wieder ihre Lieder. Spontane Beiträge aus dem Publikum bereicherten den Abend.
Simone Oldenburg, Susanne Bowen, Jette Bolz und Dr. Martin Buchsteiner (von links). Foto: Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung MV
In Mecklenburg-Vorpommern sollen Niederdeutsch-Angebote in Kitas und Schulen gestärkt werden. Darauf haben sich die Landesregierung und der Beirat für Niederdeutsch und Heimatpflege in einer außerordentlichen Sitzung verständigt. Das Land erhält dazu erstmalig eine „Niederdeutsch-Botschafterin“, um das kulturelle Erbe weiter zu pflegen, die Angebote bekannter zu machen und besser ins Land zu tragen. Die Schülerin Jette Bolz vom Goethe-Gymnasium Demmin wird diese Aufgabe übernehmen. Bildungsministerin Simone Oldenburg und Kulturstaatssekretärin Susanne Bowen haben ihr heute den Ehrentitel verliehen.
„Die niederdeutsche Sprache lebt, wenn sie gesprochen wird. Jette Bolz verkörpert das auf ganz besondere Weise. Sie selbst ist begeisterte Plattsnackerin und zeigt damit, dass auch junge Menschen Freude an der Niederdeutschen Sprache haben können“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg. „Ich freue mich, dass wir sie als Botschaftern für Niederdeutsch gewinnen konnten und hoffe, dass sie durch ihr Engagement auch andere junge Menschen für das Niederdeutsche begeistert. Wir wollen die Niederdeutsch-Angebote durch die Zertifizierung von ‚Plattsnacker-Kitas‛ ausbauen, den Nachwuchs fördern und bereits die Lütten spielerisch an die niederdeutsche Sprache heranführen. Außerdem soll gemeinsam mit dem Heimatverband MV ein Unterstützungssystem außerschulischer Lernpartner und Lernorte aufgebaut werden“, so Oldenburg.
Begeisterung junger Menschen gebraucht
„Das Engagement von Jette Bolz mit dem Titel einer ‚Botschafterin für Niederdeutsch‛ zu ehren, unterstreicht das Bestreben der Landesregierung, Niederdeutsch als Teil unseres kulturellen Erbes lebendig zu halten. Es braucht die Begeisterung junger Menschen, um Niederdeutsch in die Zukunft zu tragen“, sagte Staatssekretärin Susanne Bowen. „2024 wird ein großes Jahr für diese Art der Heimatpflege und den Heimatverband MV, der im 150. Todesjahr von Fritz Reuter hier besondere Akzente setzen kann. Fritz Reuter ist einer der Väter der neuen niederdeutschen Literatur und die langjährige engagierte Arbeit zur Bewahrung seines Werkes, allen voran in der Reuterstadt Stavenhagen, wird in 2024 von vielen Highlights geprägt sein“, so Bowen.
„Plattdeutsch in den Alltag und damit stärker ins Bewusstsein bringen, ist eine unserer Aufgaben“, sagte der Vorsitzende des Heimatverbandes MV, Dr. Martin Buchsteiner. Mit vielen Initiativen, wie den Plattdeutschen Ortszusatzschildern oder den Plattdeutschen Wochen, die 2024 bereits zum 4. Mal stattfinden, sei es gelungen, die Plattdeutsch-Akteurinnen und Plattdeutsch-Akteure im Land zu vernetzen und die Sprache sichtbarer zu machen, freut sich Buchsteiner und hofft über den Ausbau des Unterstützungssystems für Kitas noch mehr Menschen, Kinder wie Eltern, für das Niederdeutsche zu begeistern.
OberbürgermeisterSilvio Witt, Stefan Schewe, Geschäftsführer MEBAN WST GmbH, Mudder Schulten, historische Figur, Dr. Karola Stark, Geschäftsstellenleiterin Vorpommern des Heimatverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Uwe Schmidt, Bund Niederdeutscher Autoren, Birger Maßmann, Abteilungsleiter Kultur Neubrandenburg (von rechts). Foto: Stadt Neubrandenburg
Die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg möchte die charakteristische niederdeutsche Sprache in der Öffentlichkeit sichtbar machen. Deshalb wurde heute das erste von insgesamt 18 Orts-Zusatzschildern enthüllt. Es präsentiert den niederdeutschen Namen der Stadt, „Niegenbramborg“. Damit ist Neubrandenburg die erste große Stadt Mecklenburg-Vorpommerns, die die Pflege der niederdeutschen Sprache auf diese Weise fördert. Erstmals setzte dies die Gemeinde Breest bei Altentreptow im Juli 2022 um. Am heutigen Nachmittag wird zudem auch die Reuterstadt Stavenhagen ihren plattdeutschen Namen am Ortseingangsschild anbringen.
Silvio Witt, Oberbürgermeister der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg: „Wir Neubrandenburgerinnen und Neubrandenburger sind stolz auf unsere Heimatsprache. Sie wird in vielen Initiativen und Formaten gelebt. Ich freue mich daher, dass sie nun auch als Begrüßung am Ortseingang der Vier-Tore-Stadt sichtbar wird. “
Keine zwei Tage ist es her, dass der Spendenaufruf für die plattdeutschen Zusatzschilder der Ortseingänge der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg öffentlich bekannt wurde (Strelitzius berichtete). Nun ist die Spendensumme bereits vollständig zusammengekommen. Ein wahrer Rekord, der das große Interesse unter den Bürgerinnen und Bürgern der Vier-Tore-Stadt am Erhalt und der Förderung der charakteristischen niederdeutschen Sprache unterstreicht.
Die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg hat sich zum Ziel gesetzt, die charakteristische plattdeutsche Sprache durch eine entsprechende Beschilderung an den Ortseingängen für die Öffentlichkeit sichtbar zu gestalten und sich für den Erhalt der Mundart einzusetzen. Den entsprechenden Beschluss hat die Stadtvertretung am 22. September 2022 gefasst. Damit ist Neubrandenburg die erste große Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, die die Pflege der niederdeutschen Sprache auch auf diese Weise öffentlich unterstützt.
Die Stadt Neustrelitz schreibt den Daniel-Sanders-Sprachpreis für Schülerinnen und Schüler 2023 aus. Bei diesem Preis geht es um gutes Deutsch im Alltag. Teilnehmerinnen und Teilnehmer können Sachtexte, wie Reden, Artikel, Briefe oder Essays, zu einem beliebigen selbst gewählten Thema einreichen. Wichtig ist, dass die Texte dem Zweck des Schreibens, dem gewählten Thema und dem Adressaten angemessen formuliert sind.
Dieser jährliche Sprachwettbewerb ist mit drei Mal 500 Euro dotiert. Er wendet sich an Schülerinnen und Schüler der 6. bis 12. Klassen, die auf dem Gebiet des früheren Landkreises Mecklenburg-Strelitz wohnen oder zur Schule gehen. Einsendeschluss ist der 31.12.2022.
Optionaler Schreibworkshop
Neu in diesem Jahr: Potenzielle Bewerberinnen und Bewerber können an einem kostenfreien Schreibworkshop teilnehmen. Der NDR-Journalist und Moderator Thilo Tautz vermittelt Wissenswertes über das Schreiben von Sachtexten. Dabei besteht die Gelegenheit, eigene Textentwürfe (sofern vorhanden) vorzustellen und mit dem Referenten zu diskutieren. Die Teilnahme am Schreibworkshop ist freiwillig und nicht Bedingung für eine Bewerbung zum Sprachwettbewerb. Wer sich anmeldet, sollte jedoch ein ernsthaftes Interesse an einer Bewerbung haben.
Der Schreibworkshop findet am Sonnabend, den 19. November, von 9.30 bis ca. 15 Uhr in der Alten Kachelofenfabrik, Sandberg 3a, in Neustrelitz, statt. Anmeldungen für den Workshop sind bis zum 7. November bei der Stadt Neustrelitz, Pressestelle, Markt 1, 17235 Neustrelitz, Telefon 039981 4534-111, E-Mail presse@neustrelitz.de möglich. Vorhandene Textentwürfe bitte per E-Mail senden.
Am Abend des 13. August kommt der bekannte Liedermacher und ehemalige DEFA-Schauspieler Harald Wandel mit dem Kulturfestival „Überflieger“ in den Garten des Kulturquartiers Mecklenburg-Strelitz. Von 18 bis 22 Uhr stehen neben Harald Wandel die Künstler Arno Schmidt, Duo Liaison, Tom Wollenberg und Benjamin Wandel mit Musik, Lesungen, Life-Painting und Poetry-Slam auf der Bühne.
Das Kaffeehus in Mirow startet eine Neuauflage der plattdütschen Abende mit Urgestein Helga Wilhelm aus Mirow. Mit Läuschen & Riemels ut Mirow un Umgäbung lädt die Kaffeehus-Chefin Christine Kittendorf am 11. August 2 um 17 Uhr zum Plattsnacken in kommodiger Wohnzimmeratmosphäre ein.
Touristen und Einheimische kommen gern zur Röbeler Mühle, wo neben der fantastischen Ausstellung (täglich 11 bis 17 Uhr) jedes Wochenende ein lebendiges Programm zum Verweilen, Zuhören oder Mitmachen einlädt. Am morgigen Freitag beginnt das Programm, das vom Kulturverein Röbel e.V. organisiert wird, bereits um 12.30 Uhr mit einem Theaterstück für Kinder. Stephan Raetsch kommt mit seinen wundersamen feinen Figuren und spielt sein Stück „Die Eintagsfliege“. Im Anschluss daran können die Kinder mit dem versierten Schau- und Puppenspieler ihre eigenen Figuren basteln.
Abends spielt der Künstler um 17 Uhr noch einmal für sein erwachsenes Publikum. „Katze, Hahn und Füchsin“ ist eine Geschichte über Liebe und Sehnsucht – Mond und Sterne und das, was man so finden kann in einem Hickelchen…