Immanuel Kant. Gemälde von Johann Gottlieb Becker aus dem Jahr 1768.
Am 13. Februar gibt es in der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz wieder einen Philosophisch-Literarischen Salon mit Peter Heller und Klaus Rek. Diskutieren wollen sie über die Frage: „Zurück in die selbstverschuldete Unmündigkeit? – Überlegungen zu Immanuel Kant: Was ist Aufklärung?“
„Die europäische Aufklärung prägte und beförderte seit dem 17. Jahrhundert mit ihrem Glauben an die Macht der Vernunft den Aufstieg der modernen Welt“, erklären sie ihren Ausgangspunkt. So verweisen sie auf Immanuel Kants kleine Schrift „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ von 1784, die mit den Worten beginnt: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“ Angesichts der Kultivierung „alternativer Fakten“, angesichts medialer Meinungsblasen und Meinungssteuerung, angesichts noch nie dagewesener Kapital- und Machtkonzentration in den Händen sehr weniger werfen sie schließlich die Frage auf: „Hat es damit ein Ende?“
„Was die Literatur nach der Wende über ein verschwundenes Land erzählt“, soll am 26. Oktober in der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz erkundet werden. Den Titel „Der Osten im Rückspiegel“ geben Peter Heller und Klaus Rek der neuen Auflage ihres Philosophisch-Literarischen Salons. „Das im Lande offiziell gehandelte DDR-Bild ist wesentlich ein Produkt westlich beherrschter Medien und Politik“, stellen sie fest und verweisen dabei auch auf Dirk Oschmanns Besteller „Der Osten, eine westdeutsche Erfindung“.
Dass „dieses Gespinst an Stereotypen und verfestigten Nach-Urteilen querliegt zum Selbstbild vieler Ostdeutscher“, sei weder verwunderlich noch neu. Jedoch habe de schöne Literatur ein Privileg: „Sie kann mit Mythen, Klischees und Denkmustern spielen, sie dekonstruieren und zugleich individuelle Erfahrung verarbeiten, reproduzieren, Gegenbilder entwerfen.“
Im Gespräch, an dem sich das Publikum gern beteiligen darf, soll erörtert werden, wie Schriftsteller diese Chance genutzt oder auch „liegen gelassen“ haben. Die fabrik.gespräche als gemeinsame Veranstaltungsreihe des Hans-Fallada-Klubs und des Vereins für Umwelt, Kultur und Kommunikation finden etwa alle zwei Monate statt. Los geht’s am 26. Oktober um 19 Uhr in der Alten Kachelofenfabrik.
Susanne Schwarz und Martin Geyer haben in Berlin im Stadion an der Alten Försterei den Preis für den Neustrelitzer Verein entgegengenommen. Foto: Bundeskanzleramt/bundesfoto/Ole Heinrich
Am vergangenen Dienstag wurden in Berlin die Preisträgerinnen und Preisträger des Wettbewerbs „machen!2023“ gekürt. Dabei steht bürgerschaftliches Engagement gerade aus kleineren Städten und Gemeinden in Ostdeutschland im Mittelpunkt. Die Jury kürte dabei auch das Projekt „KinderFilmFest“ aus Neustrelitz unter die insgesamt 106 Preistragenden. Der ausgezeichnete Verein für Kultur, Umwelt und Kommunikation – Sozio – Kulturelles Zentrum Alte Kachelofenfabrik e.V. kann sich über ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro freuen.
Der Wettbewerb wird vom Staatsminister beim Bundeskanzler und Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland, Carsten Schneider, in Kooperation mit der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt ausgerichtet. Insgesamt hatten über 850 Vereine und Initiativen ihre Ideen eingereicht. Staatsminister Carsten Schneider äußerte sich beeindruckt nach der Preisverleihung im Stadion An der Alten Försterei in Berlin: “Wir haben so viele engagierte Menschen und kreative Projektideen aus ganz Ostdeutschland kennengelernt. Diese positiven Geschichten vom Anpacken wollen wir weiter sichtbar machen. Denn Bürgerschaftliches Engagement ist enorm wichtig für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.“
Katarina Peranić, Vorständin der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt und „machen!2023“-Jurymitglied: „Wir stärken mit ‘machen!2023’ das großartige Engagement in ländlichen Regionen und kleineren Städten Ostdeutschlands und geben Engagierten eine Stimme und Bühne, ihre inspirierenden Ideen umzusetzen.”
„machen!2023″ wurde erstmals gemeinsam vom Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland und der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt durchgeführt. Eine siebenköpfige Jury hat die über 850 eingereichten Projektideen zu den Kategorien „Lebensqualität & Miteinander”, „innerdeutschen und europäischen Austausch”, „Junge Generation” und „Zukunftsgestaltung“ gesichtet und prämiert.
Alle Informationen zum Wettbewerb: www.machen-wettbewerb.de. Der Wettbewerb soll im nächsten Jahr in eine neue Runde gehen – „machen!2024“.