Mit einem Vortrag über den Journalisten, Satiriker und Demokraten Adolf Glaßbrenner erinnert der Hans-Fallada-Klub Neustrelitz am 8. Mai um 16 Uhr im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz an die nationalsozialistischen Bücherverbrennungen von 1933 und setzt ein Zeichen zur Verteidigung des freien Wortes.
Zu Gast ist Dr. Bernd Schattinger, ehemaliger Leiter der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern, der sich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit der Geschichte der demokratischen Bewegung und ihrer Presse in Mecklenburg befasst hat und auf zahlreiche Publikationen zu diesem Thema verweisen kann, mit dem Vortrag „Seiner Zeit voraus: Adolf Glaßbrenner (1810-1876). Erst verboten, dann vergessen?“
„Ist Wahrheit auch nur eine Meinung?“, fragen Peter Heller und Klaus Rek beim Philosophisch-Literarischen Salon am 15. Januar in der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz und wollen debattieren über die Schwierigkeit, sich in der modernen Gesellschaft zu orientieren. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.
Das diesjährige Silvesterkonzert des Hans-Fallada-Klubs Neustrelitz entführt sein Publikum in die „Kammer“. Zu Gast sind am letzten Abend des Jahres in der Kirche Zierke die Leipziger Musiker Malte Vief (Gitarren) und Florian Mayer (Geige) mit einem erstaunlichen Gespinst aus Kontrapunkt, klassischen Formen, barocken Harmoniefolgen, poppigen Melodien und dem Drive der Rockmusik.
Am 12. September, 20 Uhr, endet im Hans-Fallada-Museum Carwitz die Reihe „freitags bei Fallada“ für diese Saison. Den Schlusspunkt setzt der Neustrelitzer Hans-Fallada-Klub mit einer Lesung aus den Fallada-Briefwechseln mit seinen Kindern Lore und Uli. Kartenreservierungen für die Lesung sind wie immer unter museum@fallada.de, 039831 20359 oder direkt an der Museumskasse möglich.
Immanuel Kant. Gemälde von Johann Gottlieb Becker aus dem Jahr 1768.
Am 13. Februar gibt es in der Alten Kachelofenfabrik Neustrelitz wieder einen Philosophisch-Literarischen Salon mit Peter Heller und Klaus Rek. Diskutieren wollen sie über die Frage: „Zurück in die selbstverschuldete Unmündigkeit? – Überlegungen zu Immanuel Kant: Was ist Aufklärung?“
„Die europäische Aufklärung prägte und beförderte seit dem 17. Jahrhundert mit ihrem Glauben an die Macht der Vernunft den Aufstieg der modernen Welt“, erklären sie ihren Ausgangspunkt. So verweisen sie auf Immanuel Kants kleine Schrift „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ von 1784, die mit den Worten beginnt: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“ Angesichts der Kultivierung „alternativer Fakten“, angesichts medialer Meinungsblasen und Meinungssteuerung, angesichts noch nie dagewesener Kapital- und Machtkonzentration in den Händen sehr weniger werfen sie schließlich die Frage auf: „Hat es damit ein Ende?“
Thomas Niedzwetzki stellt seinen Roman „Der Unterton“ vor und bringt seine Gitarre mit.
Eine Geschichte um die Freundschaft zweier junger Männer erzählt Thomas Niedzwetzki in seinem Roman „Der Unterton“, den er am 24. April bei der VollmOnd-Lesung des Hans-Fallada-Klubs in Neustrelitz vorstellt. Angesiedelt ist die in den späten 80er Jahren im Nordosten der DDR, zwischen Neubrandenburg und Rostock. Da entdeckt der unbekümmerte Jo, der in einem Dorf bei Neubrandenburg aufwächst, schon früh seine Leidenschaft für Musik, spielt in einer Band, genießt das Leben. Der Rostocker Chefarztsohn Ben wiederum findet in seiner Familie nicht wirklich Wärme und Rückhalt. Während der Armeezeit beginnt ihre Freundschaft – die allerdings noch auf manche Probe gestellt wird; wie könnte es anders sein in einem Land, wo junge Leute für Spitzeldienste gewonnen werden und Menschen, die sich gegen die erstarrenden Verhältnisse auflehnen, verfolgt werden.
Weder verteufeln noch verklären wolle er die DDR, sagt der Rostocker Autor über sein Buch, jedoch jüngeren Generationen eine differenziertere Sicht ermöglichen. Er selbst ist nahe Neubrandenburg aufgewachsen, machte von Jugend an Musik, absolvierte ein Ingenieurstudium und ist heute Chef eines Windkraft-Unternehmens. „Der Unterton“ ist sein erster Roman – einer, in dem auch Musik eine große Rolle spielt. Vieles, was den Autor und seine Protagonisten prägte, hat er in einer bei Spotify zugänglichen Playlist zusammengestellt – und zur Lesung wird er seine Gitarre und Lieder von Gerhard Gundermann mitbringen.
Die Veranstaltung im Programm der Neustrelitzer Büchertage beginnt am 24. April um 19.30 Uhr im Hotel Schlossgarten, im Eintrittspreis von 8,50 Euro ist ein Freigetränk inbegriffen.
„Mit Pauken und Trompeten“ wartet am 27. Januar die Neustrelitzer Lesenacht auf, um graue Winterstimmung durch literarische Unterhaltung aufzuhellen. Angesichts des großen Zuspruchs der vergangenen Jahre hat der Hans-Fallada-Klub als Ausrichter diesmal die Zahl der beteiligten Stationen von sechs auf acht erhöht. Neben etablierten Standorten wie dem Kulturquartier, dem shop2rock oder dem Basement ist erstmals auch der neue Buchladen „Frau Rilke“ dabei, der wenige Tage später eröffnet wird.
Das Publikum kann für den einmal entrichteten Eintritt von 5 Euro beliebig zwischen den Stationen wechseln, an denen im Dreiviertelstundentakt (mit Pausen zum Ortswechsel) jeweils interessante Lektüre vorgestellt wird. Dafür sorgen lesefreudige Menschen aus der Stadt und Region, aus unterschiedlichsten Berufen von der Studentin bis zum Rettungssanitäter, von der Lehrerin bis zum Schauspieler, von der Seniorin bis zum Informatiker. Inhaltlich sind Humorvolles und Kriminelles, Romantisches und Dramatisches, authentische Geschichten ebenso wie Themen aus Politik und Gesellschaft, auch ein plattdeutscher Beitrag vertreten. Unter dem klangvollen Gesamtmotto „Mit Pauken und Trompeten“ stehen dafür Stationsnamen wie „Himmel voller Geigen“, „Schall und Rauch“ oder „Der Ton macht die Musik“. Die Mitwirkenden haben Bücher unter anderem von Stanislaw Lem und Wiglaf Droste, Peter Weiss und Florian Illies, Heinz Strunk, Juli Zeh und Wigald Boning ausgewählt, mehrere Lesende stellen auch eigene Texte vor.
Das Programm der 17. Neustrelitzer Lesenacht liegt in Flyerform vielerorts in der Stadt aus. Zu finden ist es auch auf der Internetseite www.hans-fallada-klub.de und den sozialen Kanälen des Klubs.