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Besichtigung der historischen Innenstadt von Schwäbisch Hall.

Auf Einladung der Grundstücks und Wohnungsbaugesellschaft Schwäbisch Hall mbH haben Vertreter der drei Neustrelitzer Wohnungsunternehmen neuwo, MWG und GWG erneut den Weg in die Partnerstadt Schwäbisch Hall gefunden. Der mittlerweile traditionelle Erfahrungsaustausch zwischen den Wohnungsunternehmen beider Städte findet im zweijährigen Wechsel statt und hat sich längst als wertvolle Plattform für fachlichen Austausch und persönliche Begegnungen bewährt. Zuletzt waren Vertreter aus Schwäbisch Hall im Jahr 2024 in Neustrelitz zu Gast.

Ebenfalls an dem Treffen teilgenommen hat Ralf Milbredt, Vorsitzender des StädteBANDE e.V., und die Gelegenheit genutzt, um mit Verantwortlichen der Stadt Schwäbisch Hall über Details kommender Projekte der Städtepartnerschaft zu sprechen. Der Verein fördert und begleitet seit seinem Bestehen den städtepartnerschaftlichen Austausch zwischen beiden Städten und nimmt traditionell an den Zusammenkünften teil.

Nach der Ankunft der Neustrelitzer Teilnehmer stand zunächst die Besichtigung des sogenannten Kocher Quartiers auf dem Programm. Das städtebaulich prägende Projekt entstand auf dem Gelände der ehemaligen Justizvollzugsanstalt Schwäbisch Hall. Neben der umfangreichen Sanierung und Umnutzung denkmalgeschützter Bestandsgebäude wurden dort auch moderne Neubauten errichtet, wodurch ein innerstädtisches Quartier mit Wohn, Büro, Handels und Bildungsnutzungen entstanden ist. Das Kocher Quartier gilt heute als beispielhaft für die Verbindung historischer Bausubstanz mit moderner Stadtentwicklung.

Im Anschluss folgte ein gemeinsames Arbeitsessen mit Oberbürgermeister Daniel Bullinger, bei dem neben wohnungswirtschaftlichen Themen auch die Städtepartnerschaft zwischen Neustrelitz und Schwäbisch Hall gewürdigt wurde.

Austausch über energetische Fragen

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen aktueller Bau- und Modernisierungsprojekte. Besichtigt wurden sowohl bereits abgeschlossene Vorhaben wie die Generalsanierung des Marienburger Weges 1 mit 16 Wohneinheiten, als auch laufende Baustellen wie die Aufstockung und Kernsanierung eines Mehrfamilienhauses im Schlichtweg 9. Besonders intensiv tauschten sich die Teilnehmer über Fragen der energetischen Sanierung regionaltypischer Häuser im Bestand sowie über neue technische und bauliche Entwicklungen aus.

Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem ebenfalls aktuell im Bau befindlichen Großprojekt „Schenkenhöhe“ in Schwäbisch Hall. Auf dem Areal entstehen derzeit insgesamt 117 Wohnungen in fünf miteinander verbundenen Wohngebäuden sowie ein darin integrierter moderner EDEKA Markt im Erdgeschoss des Hauses. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 42 Millionen Euro. Das Projekt setzt auf nachhaltige und klimafreundliche Bauweise nach QNG Standard (Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude) und zählt aktuell zu den bedeutendsten Wohnbauprojekten der Region.

Vorgefertigte Badmodule eingesetzt

Großes Interesse weckten dabei auch innovative Bauverfahren, darunter der Einsatz vorgefertigter Badmodule. Hierbei werden vollständig fertiggestellte und bereits geflieste Badezimmer inklusive Dusche, WC und Waschtisch als kompletter Raummodulbaustein angeliefert und anschließend in den vorhandenen Baukörper integriert. Ebenfalls im Fokus standen moderne Konzepte rund um Photovoltaikanlagen, Mieterstrommodelle und die Installation von E Ladeinfrastruktur. Deutlich wurde dabei jedoch auch, dass sich viele dieser Lösungen insbesondere bei Neubauvorhaben oder umfassenden Generalsanierungen wirtschaftlich und technisch sinnvoll umsetzen lassen, während dies im klassischen Wohnungsbestand häufig deutlich komplexer ist.

Im Verlauf der Gespräche wurde einmal mehr deutlich, dass viele Herausforderungen in der Wohnungswirtschaft bundesweit ähnlich gelagert sind, von steigenden Baukosten bis hin zu energetischen Anforderungen. Gleichzeitig zeigte sich jedoch auch, dass die historische und teilweise jahrhundertealte Bausubstanz in Schwäbisch Hall sowie die besondere Topografie mit Hanglagen und zahlreichen Fachwerkgebäuden ganz eigene Anforderungen an die dortigen Wohnungsunternehmen stellt. Umfangreiche Denkmalschutzauflagen und anspruchsvolle Sanierungsmaßnahmen erfordern dabei ein hohes Maß an Fachwissen, Erfahrung und Professionalität.

Neben den fachlichen Themen bot das Treffen erneut Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur weiteren Vertiefung der Kontakte zwischen den Wohnungsunternehmen beider Städte. Die nächste Zusammenkunft soll turnusgemäß im Jahr 2028 wieder in Neustrelitz stattfinden.

Nach einem gemeinsamen Arbeitsessen am Abend des Ankunftstages von links René Eder (Prokurist der GWG Schwäbisch Hall), Karina Luchs (Prokuristin Neustrelitzer Wohnungsgesellschaft), Christian Ehlert (Vorstand GWG Neustrelitz), Daniel Bullinger (Oberbürgermeister Stadt Schwäbisch Hall), Klaus Wackenheim (Geschäftsführer GWG Schwäbisch Hall), Ralf Milbredt (Vorstandsvorsitzender StädteBANDE Neustrelitz e. V.), Simone Wedenig, (Vertrieb und Öffentlichkeitsarbeit GWG Schwäbisch Hall), Dirk Walde (Vorstand MWG Neustrelitz)
Fertiggestellt: 16 Wohneinheiten im Marienburger Weg 1.
Kernsanierung und Aufstockung im Schlichtweg 9.
Gruppenfoto im Schlichtweg.
Bauvorhaben Schenkenhöhe.
René Eder, Klaus Wackenheim, Dirk Walde, Karina Luchs, Christian Ehlert in Schenkenhöhe (von links).
Im Büro der Bauleitung erhielten die Beteiligten vor der Besichtigung der Baustelle Schenkenhöhe die nötigen Informationen.
Cornelia Bächle, Verantwortliche für Städtepartnerschaften der Stadt Schwäbisch Hall, Karin Eisele-Kraft, Vorsitzende des Vereins Freundeskreis der Stadtbibliothek SHA und Ralf Milbredt auf dem Rathausplatz von Schwäbisch Hall (von links).