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Ihr Tagesrekord liegt bei zehn von ihr selbstgebackenen Kuchen. Die braucht Daniela Braumann zu Spitzenzeiten in ihrem „Café Ankerplatz“ in Priepert (Strelitzius berichtete) auch. Und da bleibt kein Stück für den Außer-Haus-Verkauf übrig, bittet die Chefin um Verständnis. Es sei denn, auf Vorbestellung. Am 1. April hat sie den „Ankerplatz“ nebst Laden offiziell eröffnet, seitdem durchgezogen und sich bereits einen erfreulichen Ruf erarbeitet. Der sich in entsprechenden Besucher- und Kundenzahlen sowie einer wachsenden Reihe von „Wiederholungstätern“ auf dem Weg zum Stammkunden niederschlägt.

Seit Mitte Mai sind auch die beiden Ferienwohnungen fertig eingerichtet. „Wir hatten eben die letzten Möbel zusammengebaut, da zogen auch schon die ersten Gäste ein“, berichtet Daniela Braumann, die sich über die regen Buchungen freut. „Die Entscheidung, mich mit dem ‚Ankerplatz‘ selbständig zu machen, ist bei aller Arbeit nicht zu bereuen. Ich bin wohl gut strukturiert. „Die Resonanz ist wirklich grandios und hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Der beste Arbeitsplatz ever!“ Unterstützt wird die Existenzgründerin von zwei Gymnasiasten.

Den Leuten wird Gutes vorgesetzt

Sehr zu schätzen an ihrer neuen Aufgabe weiß die Gastronomin, dass sie jede Menge Menschen kennenlernt. „Die Leute bekommen Gutes vorgesetzt und honorieren das.“ Gesetzt wird unverdrossen auf regionale Produkte. Nach langer Suche wurde ein Bäcker in Plau am See gefunden, der den kleinen Laden mit Brot und Brötchen beliefert. Mit einem Fleischer in Neustrelitz wurde eine spezielle Rauchwurst entwickelt, die reißenden Absatz findet, um nur zwei Beispiele zu nennen. Kleine Errungenschaft am Rand: Am „Ankerplatz“ kann mit EC-Karte bezahlt werden, während mancherorts bei den Mitbewerbern in der Region nach wie vor nur Bares Wahres ist

Immer wieder eine Herausforderung sei, die Bedarfe für den jeweils nächsten Tag einzuschätzen. Inzwischen kristallisiere sich der Mittwoch als besonders besucherstark heraus, warum auch immer. Gäste zu haben, heißt für die Hausherrin auch, flexibel auf Gäste einzugehen. „Wenn jemand mal schnell in den See springen will, mache ich auch mal eine Ausnahme. Und wenn jemand zwei Stunden lang bei einem Cappuccino gemütlich ein Buch liest, ist das auch kein Problem.“

Vorfreude auf nächstes Stegkonzert

Inzwischen hat der idyllische „Ankerplatz“ sein erstes Stegkonzert erlebt, veranstaltet vom Dorfverein im Rahmen der bekannten „Stunde der Musik“. Die „Bummms Boys“ aus Rostock sind direkt an der Wasserkante auftreten und haben mit einem tollen Konzert für beste Stimmung der rund 190 Besucher gesorgt. Die erhofft sich Daniela Braumann auch für Konzert Nummer 2 am kommenden Freitag. Da spielen „Jill Tonic“ (Plakat unten) aus Neustrelitz auf, und natürlich wird Gin Tonic dazu angeboten. Die Wetterprognose schon mal bombastisch. „Ich freue mich echt auf den Abend“, so die Veranstalterin. Für den 22. August um 16 Uhr erwartet sie noch die Strelicious-Saxofonisten aus der Residenzstadt zum letzten Musikabend der Saison. Im nächsten Jahr soll das Veranstaltungsprogramm um ein Konzert erweitert werden. Außerdem hat die rührige Geschäftsfrau einen Comedian im Blick.

Neu im Programm sind die donnerstäglichen „Sundowner“ von 18 bis 20 Uhr. Da gibt es zum Drink Pinsa mit hausgemachter Sauce und verschiedenen Belägen. Dieser Tage hat Daniela Braumann mit einer besonderen Geburtstagsfeier wohl endgültig ihre Feuertaufe bestanden. Die Gäste wurden an einer schön gedeckten Tafel unmittelbar unten am Ufer platziert. „Ich hatte vorher ganz schön Puls“, gesteht die Inhaberin. Doch die Aufregung war schnell vergessen: Der gegrillte Stör kam bestens an, für das Essen und das besondere Ambiente gab es viel Lob. Der „Ankerplatz“ richtet übrigens auch das eine oder andere kleine Catering aus.

Berechtigter Optimismus

Als Pächterin ist Daniela Braumann gezwungen zurückhaltend zu investieren und muss auch erst erarbeiten, was sie dann einsetzen kann. Insofern sind zum Beispiel im baulichen Bereich noch längst nicht alle Wünsche erfüllt. Aber, der „Ankerplatz“ ist auf einem guten Weg und berechtigt zu Optimismus.

Montag und Dienstag ist „Ruhetag“, wobei der Unternehmerin da auch genug zu tun bleibt. Ansonsten ist von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Zunehmend kommt wieder Deftiges ins Angebot. Saisonschluss ist Ende September, eventuell wird noch das Wochenende rund um den 3. Oktober mitgenommen. Dann gönnen sich Daniela Braumann und Mann Ralf einen wohlverdienten Urlaub, bevor je nach Wetter in der zweiten Oktoberhälfte der „Ankerplatz“ nochmals an den Wochenenden einlädt. Saisonstart 2027: wieder 1. April. Über den Winter wird es Leute geben, die es kaum erwarten können. Und die „Ankerplatz“-Betreiberin gehört mit Sicherheit dazu.

„Les Bummms Boys“ bei ihrem Konzert am „Ankerplatz“. Fotos(3): Ralf Milbredt