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Während sich Enten und Gänse mit lautem Geschnatter über das zurückgehende Eis auf dem Großen Priepertsee freuen und die schon freien Stellen bevölkern, hat Daniela Braumann für das Frühlingserwachen nur wenig Muße. Am 1. April eröffnet sie am schönsten Zipfel von Priepert ihr Café „Ankerplatz“ mit Laden und viel Möglichkeit zum Draußensitzen. Bis dahin bleibt noch jede Menge zu tun. Trotzdem ist die 55-Jährige gelassen. Immerhin hat sie im vergangenen Sommer an selber Stelle schon mit Pappgeschirr und zwei alten Tischen einen Probelauf hingelegt, der zu viel Hoffnung berechtigt. Oberste Rechercheaufgabe: Was wollen die Leute?

Und auch die jüngst veranstaltete Frauentagsfeier für die Dörflerinnen in den beiden ab 25. April buchbaren Ferienwohnungen mit spektakulärer Seeterrasse war so was von gelungen. Immerhin, die frühere selbständige Eventmanagerin auf Berliner Parkett ist Stress gewöhnt und auch in gastronomischen Dingen keine heurige Häsin.

Das zur Pacht ausgeschriebene bebaute Sahnegrundstück, zweiseitig von Wasser umgeben, am Ortseingang links aus Richtung Strasen gleich hinter der Brücke, hat sie mit Ehemann Ralf samt örtlichen Versorgungslücken bei einem Wohnmobil-Urlaub entdeckt und nicht lange gezögert. „Eigentlich wollten wir nur mal gucken. Dann haben wir an einem Abend einen Businessplan geschrieben und den Verpächter überzeugt“, blickt die Kommunikationsfreudige zurück. Ihr Gatte, im Versicherungsgeschäft tätig, stehe ihr mit Rat und Tat zur Seite. Über den Winter wurde begonnen aus Eigenmitteln zu investieren, Kreditanfragen bislang abschlägig.

Für Küche und Gastronomie eine Ader

Nach Umzug ins Mecklenburgische und mehreren Jobs, als Büroausstatterin, Beschafferin bei der Bundespolizei und Assistentin der Geschäftsführung in einem Krankenhaus, ist sich Daniela Braumann nun sicher angekommen zu sein. „Am meisten freue ich mich auf den Kontakt mit den Menschen“, gesteht die Unternehmerin. Hinzu komme, dass sie für Küche und Gastronomie eine Ader habe. Auch diese Seite habe sie vermisst. Sohn Oliver hat vor seinem derzeitigen Studium übrigens in Berlin als Koch in einem Sterne-Restaurant gearbeitet und wird im „Ankerplatz“ die eine oder andere Dinner-Party ausrichten.

Neben Kuchen und Brot aus eigener leidenschaftlicher Produktion wird der „Ankerplatz“ mit weiterem Gebäck von der Zimtschnecke bis zum Blätterteigteilchen punkten. Es wird mit Wurst und Käse belegte Sauerteig-Stullen geben, und auch Aufschnittplatten werden kredenzt. Alles regionale Produkte, Zulieferer unter anderem Bauer Dudziak aus Sophienhof bei Neustrelitz und die Gärtnerei Hagedorn aus Wesenberg. Die Prieperter haben Daniela Braumann bereits im vergangenen Jahr aus ihren Gärten mit Obst versorgt. Auch Fischspezialitäten von nebenan werden aufgetischt, darunter Saiblingskaviar und Karpfenschinken. Apropos: Im April startet im „Ankerplatz“ ein Sushi-Workshop.

Wer will, kann sich mit einem wohlgefüllten Picknickkorb aufs Wasser begeben, dazu steht ein führerscheinfreies Motorboot zur Verfügung. Und die Stege an der Wasserkante werden nicht nur zum Festmachen und Einkehren locken, hier soll auch das eine oder andere Freiluftkonzert stattfinden. Platz ist mehr als genug.

Gut sortiert, pure Vorfreude

An eine feste Speisekarte denkt die Gastgeberin nicht. „Wir wollen überraschen und arbeiten mit dem, was wir jeweils frisch bekommen, ausschließlich Bioware.“ Auch eine Suppe oder eine Quiche könnte sie offerieren. Gut sortiert wird außerdem der Laden sein. Eier, Kartoffeln, Obst und Gemüse, Käse, Wurst im Glas, Öl, Chutneys und Liköre aus Warbende, gute Weine und Hochprozentiges, Tee, das eine oder andere Mitbringsel, sogar Postkarten und Blumensamen… Zum Teil sind die Regale schon eingeräumt und der Inhalt die pure Vorfreude.

Daniela Braumann weiß unbedingt zu würdigen, dass sie in der Kürze der Zeit in der Kleinseenplatte und angrenzenden Gegenden bereits viele kreative Köpfe kennengelernt hat, mit denen es sich trefflich netzwerken lässt. Sie fühle sich wohl hier. Umgekehrt dürften der „Ankerplatz“ und seine Chefin ein willkommener Zuwachs für Einheimische und Touristen sein. Priepert, als eine der schönsten Gemeinden Mecklenburg-Vorpommerns ausgezeichnet, hat sich die Neuansiedlung irgendwie auch noch verdient.

Hier schon mal die Öffnungszeiten von April bis Oktober:

Mittwoch und Donnerstag 12 bis 17 Uhr
Freitag 12 bis 19 Uhr
Samstag 11 bis 19 Uhr
Sonntag 12 bis 17 Uhr

www.ankerplatzpriepert.de