Zwei weitere wichtige Projekte in der Stadt Wesenberg sind begonnen worden. Zum einen hat der Bau der neuen Kita „Wiesenkind“ angefangen. Neben der Ferienhaussiedlung zwischen Woblitz und Zühlensee (Strelitzius berichtete) ist dies eine weitere Investition in Millionenhöhe in die Entwicklung der Stadt, die nicht von der Stadt selbst initiiert wurde, wie Bürgermeister Steffen Rißmann mir gegenüber betonte.
Anna Doss und Henry Tesch waren auf den Besuch von Strelitzius gut vorbereitet.
Ob es ein Alleinstellungsmerkmal ist, wird schwer zu recherchieren sein Auf jeden Fall dürfte es extrem selten sein, dass ein kommunales Wohnungsunternehmen ein Bahnhofsgebäude kauft und ihm zu einer neuen Bestimmung verhilft. In Mirow gibt es genau dieses Projekt, und sollte es erfolgreich umgesetzt werden, könnte von ihm eine Vorbildwirkung für andere Städte ausgehen. Denn leer stehende, vor sich hin gammelnde Bahnhofsgebäude gibt es landauf, landab etliche: Schandflecke in Wesenberg, in Stavenhagen, in Altstrelitz…
neu.sw Geschäftsführer Ingo Meyer, Buderus-Verkaufsleiter Uwe Stange, die Leiterin des Sparkassen-Immobiliencenters Astrid Schendel, Buderus-Niederlassungsleiter Dennis Eisen sowie nb-haustechnik-Unternehmenschef Jan Böttcher (von links) besiegelten die Energiepartnerschaft. Foto: Neubrandenburger Stadtwerke
Die Neubrandenburger Stadtwerke (neu.sw) bündeln ihre Kräfte mit dem regionalen Handwerksunternehmen nb-haustechnik und einem der führenden Heiztechnik-Hersteller – Buderus – und gehen damit einen wichtigen Schritt in Richtung regionaler Klimaneutralität. Ziel der neuen Energiepartnerschaft ist es, Hauseigentümerinnen und -eigentümern im Raum Neubrandenburg vernetzte, effiziente und klimafreundliche Energielösungen aus einer Hand anzubieten.
Am 30. Juli 2024 tritt die Umwandlungsgenehmigungs-Landesverordnung (UmwLVO M-V) in Kraft. „Die Verordnung mit dem etwas sperrigen Begriff zielt darauf, vorhandene Wohnungsbestände zu schützen“, erklärt Landesbauminister Christian Pegel. „Wir wollen etwas gegen die Verdrängung von gewachsenen Strukturen der angestammten Bevölkerung tun.“
Die Verordnung bestimmt, dass in sogenannten Milieuschutzgebieten Wohnungseigentum oder Teileigentum an Wohngebäuden nur noch mit Genehmigung der Gemeinde begründet werden darf. „Bei Milieuschutzgebieten handelt es sich um ein städtebauliches Instrument. Die Gemeinde kann Gebiete festsetzen, in denen die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung aus städtebaulichen Gründen erhalten werden soll. Dabei geht es darum, in einem intakten Gebiet die Wohnumgebung zu sichern und dadurch die Bevölkerungszusammensetzung vor unerwünschten Veränderungen zu schützen, etwa durch die Umwandlung von Mietwohnungen in Zweitwohnungen oder sogar Ferienwohnungen“, so Pegel.
Die Wesenberger Stadtvertreter haben auf ihrer jüngsten Sitzung in der vergangenen Woche den Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 1/24 „Wördeland“ gefasst. Besichtigt ist seitens der Kommune, weitere Flächen als Wohnbaustandorte zum Erwerb anzubieten. Zwischen den Holländer Baracken und dem Regiehof sollen deshalb neue Areale parzelliert und erschlossen werden. „In diesem Zusammenhang werden vorhandene Gewerbeflächen mit überplant. Dies steht im Kontext mit der Weiterentwicklung der Flächen auf der gegenüberliegende Seite der Bahntrasse, Alte Brennerei und zweite Reihe der Lindenstraße – ehemals Hausummern 17 d bis 17f“, teilt mir Bürgermeister Steffen Rißmann mit.
Für den Neubau und die Erweiterung des Wasserwanderrastplatzes Wesenberg (Hafen) sind Planungsleistungen mit einem Umfang von rund 328.644 Euro (brutto) vergeben worden. In einem Fall muss neu ausgeschrieben werden, da im Vergabeverfahren kein geeigneter Bieter verblieben ist. In diesem Jahr soll der wesentliche Teil der Planungen abgeschlossen werden. Das Vorhaben ist mit 3,6 Millionen Euro Volumen die derzeit größte Investitionsmaßnahme der Stadt Wesenberg. Nach Abschluss der Planungen und erfolgreicher Einwerbung von Fördermitteln könnten im folgenden Jahr 2025 die Baumaßnahmen begonnen werden.
Auf dem Gelände des ehemaligen Schulstandorts in der Stavener Straße in Neubrandenburg entstehen künftig drei Mehrfamilienhäuser mit rund 40 Wohnungen unterschiedlicher Größe. Laut der VAKON Baugesellschaft mbH als bauausführendes Unternehmen soll etwa die Hälfte der Eigentumswohnungen verkauft, die andere Hälfte vermietet werden. Für alle Wohnungen gilt: Sie werden barrierefrei oder barrierearm hergerichtet – also mit Fahrstuhl, bodengleichen Duschen und barrierefreien Zugängen im Außenbereich sowie in den Wohnungen. Auf den Dächern werden zudem Photovoltaikanlagen installiert und der dort erzeugte Strom als günstiger Strom den Bewohnerinnen und Bewohnern angeboten.
Insbesondere die Nutzung regenerativer Energien ist im Rahmen des Bauprojektes sowohl für die Stadtverwaltung als auch für das bauausführende Unternehmen von zentraler Bedeutung. Der derzeit laufende Schulabriss wird voraussichtlich bis Mitte September 2024 abgeschlossen sein. In Abstimmung zwischen der Stadtplanung und der VAKON Baugesellschaft wird eine Neubebauung mit drei Wohngebäuden einschließlich der Zuwegung und dem ruhenden Verkehr avisiert. Der vorläufige Zeitplan sieht vor, im Frühjahr 2024 mit dem Bau der Mehrfamilienhäuser zu beginnen. Im Ergebnis des Bauprojektes werden zahlreichen Interessenten innenstadtnahe Wohnungsangebote unterbreitet werden können.
Wesenbergs Burgmauer soll fertig saniert werden. Dazu müssen Fördermittel eingeworben werden.
Die Wesenberger Stadtvertretung hat auf ihrer Jüngsten Sitzung wichtige Baubeschlüsse auf den Weg gebracht. Die Änderung des B-Planes für den „Hölkowschen Berg“ war erforderlich geworden, weil sich die bisher unbebauten Grundstücke in einem baurechtlichen Mischgebiet aus Wohnen und Gewerbe befinden. Gewerbeansiedlungen sind aber keine in Aussicht. Um eine weitere Wohnbebauung zu ermöglichen, bedarf es einer Umwandlung in ein allgemeines Wohngebiet. Das Verfahren sollte im 2. Halbjahr abgeschlossen werden, damit in diesem Jahr noch die Vermarktung der freien Grundstücke mit Wohnbaurecht erfolgen kann.
Mit dem einstimmig beschlossenen Aufstellungsbeschluss zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Alte Brennerei“ wurde praktisch die Weiterentwicklung des Standortes in der Bahnhofstraße auf den Weg gebracht. Durch den Bebauungsplan soll Baurecht für die Brennwerk eG geschaffen werden.
Schließlich wurde ebenfalls einstimmig der Durchführungsbeschluss zur Sanierung des letzten Teilmauerabschnittes der denkmalgeschützten Burg Wesenberg gefasst. Auf dieser Grundlage können nun Fördermittel eingeworben werden.
Die Stadtvertretung Wesenberg tritt am kommenden Donnerstag, den 13. Juli, um 19 Uhr, im Rathaus zu ihrer nächsten öffentlichen Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stehen neben dem Bericht von Bürgermeister Steffen Rißmann zu wichtigen Angelegenheiten der Woblitzstadt und ihrer Ortsteile und einer Einwohnerfragestunde die Änderung des B-Planes „Wohngebiet am Hölkowschen Berg“, der vorhabenbezogene B-Plan „Alte Brennerei“ und die Sanierung des letzten Mauerabschnitts der denkmalgeschützten Burg Wesenberg.
Außerdem wird sich die Stadtvertretung zum Mobilitätskonzept „Seenplatte rundum“ (Strelitzius berichtete) positionieren. Von diesem Votum der Abgeordneten erwartet Steffen Rißmann eine Signalwirkung in der Kleinseenplatte, wie er mir im Vorfeld sagte.
Gruppenfoto mit Oberbürgermeister Daniel Bullinger (rechts): von links Karin Eiserle-Kraft, Ralf Milbredt, Frank Weißbach, Karina Luchs und Dirk Walde.
Der letzte Tag des wohnungswirtschaftlichen Erfahrungsaustausches der Neustrelitzer Delegation (Strelitzius berichtete) startete in Schwäbisch Hall mit einem gemeinsamen Arbeitsfrühstück mit dem Oberbürgermeister Daniel Bullinger und mit Karin Eiserle-Kraft, verantwortlich für die Städtepartnerschaft in Schwäbisch Hall. Die Neustrelitzer bekamen anschließend die Gelegenheit einer kleinen Führung durch das Rathaus.
Bei einem abschließenden Gespräch mit der Geschäftsführung der gastgebenden GWG Schwäbisch Hall, vertreten durch Wolf Gieseke, Klaus Wackenheim und Oscar Gruber, besprachen die Neustrelitzer Vertreter Karina Luchs, Frank Weißbach und Dirk Walde aktuelle betriebswirtschaftliche Vorgänge und künftige Entwicklungen ihrer Unternehmen. Übereinstimmend zeigten sich alle Beteiligten sehr zufrieden über die Inhalte und Offenheit in den geführten Gesprächen und vereinbarten einen Gegenbesuch der Wohnungswirtschaftler aus Schwäbisch Hall in Neustrelitz für das nächste Jahr, um diesen Austausch fachorientiert fortzuführen. Besonderer Dank gilt nach Einschätzung beider Seiten dem Initiator und Organisator dieses Treffens in Schwäbisch Hall, Ralf Milbredt, Vorstandsvorsitzender des Vereins StädteBANDE eV in Neustrelitz.
Erfahrungsaustausch mit den Gastgebern Klaus Wackenheim und Wolf Gieseke (von links). Abschied der Neustrelitzer von Schwäbisch Hall.