Buchpremiere, Lieder und Gespräch: Am 12. April gastiert der Musiker und Lyriker Tino Eisbrenner um 19.30 Uhr in der Galerie der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz. An diesem Abend stellt Eisbrenner sein drittes autobiografisches Buch „Das Lied vom Frieden“ vor, das im März veröffentlicht wurde. In diesem Buch beschreibt er seine Erlebnisse und Eindrücke seiner Musik-statt-Krieg Tourneen, die ihn seit nunmehr vier Jahren durch den deutschsprachigen Raum und Osteuropa führen. Man erfährt in diesem Buch viel von den Begegnungen mit interessanten Menschen und deren Sicht auf das Leben, die Heimat und auf Deutschland. Das Buch erscheint in deutscher und russischer Sprache.
Eisbrenner wird natürlich nicht nur lesen an diesem Abend, sondern auch singen, um dann zum Abschluss des Abends mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Moderiert wird der Abend von Alexander Lehmberg. Der gebürtige Neustrelitzer war zu DDR-Zeiten Moderator von RUND und arbeitete als Redakteur beim Jugendfernsehen. Die Karten kosten 15 Euro im Vorverkauf und 17 Euro an der Abendkasse. Tickets sind in der Alten Kachelofenfabrik unter Telefon 03981 203145 erhältlich.
Gunter Schoß (rechts) und Frank Fröhlich. Foto: TOG
„Saitenklang & Missetat“ ist der Titel einer Wilhelm-Busch-Konzertlesung mit Gunter Schoß & Frank Fröhlich. Sie ist am kommenden Freitag, den 5. April, um 19.30 Uhr, im Landestheater Neustrelitz zu erleben.
Wilhelm Buch einmal anders: Ausgewählte, bekannte bis unbekannte Texte präsentiert von zwei Persönlichkeiten! Schauspieler Gunter Schoß ist auf vielen Bühnen zu Hause. 1964 feierte er seinen ersten großen Filmerfolg mit „Egon und das Achte Weltwunder“. Danach spielte er in mehr als 150 Filmen über 50 Haupt- und Titelrollen und ist nicht zuletzt als mdr-Moderator der Dokumentarreihe „Geschichte Mitteldeutschlands“ und des Geschichtsmagazins „Barbarossa“ bestens bekannt. Der als Sprecher mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnete Berliner lieh seine markante, unverwechselbare Stimme bisher u.a. Donald Sutherland, Robert Forster, Steven Williams und führt als Erzähler durch den Film „The Big Lebowski“. Er versteht es, diese humorvollen und oft hintersinnigen Texte so vorzutragen, wie es Wilhelm Busch gebührt: leicht, charmant, klug, unverschämt vor allem aber: unverschämt gut!
1964 geboren wurde der Dresdner Gitarrist, Komponist und Hörbuchverleger Frank Fröhlich. Er spielte bereits auf vielen namhaften Festivals in Deutschland, Österreich, der Schweiz und England. Er veröffentlichte 38 CDs und erspielte sich mit seinen vielfältigen Projekten einen Namen als ideenreicher und inspirierender Musiker. So trat er mit Schauspielern wie Rolf Hoppe, Otto Mellies und Gunther Emmerlich auf, spielte mit Jazzmusikern wie Joe Sachse (Gitarre) und Volker Schlott (Saxophon), begleitete Schriftsteller wie Peter Härtling und Walter Kempowski bei ihren Lesungen, spielte mit afrikanischen und chilenischen Musikern, schuf maßgeschneiderte Filmmusik zu den Komödien Buster Keatons und hat mit seinen Konzerten für Kinder Publikum und Presse zu wahren Begeisterungsstürmen hingerissen!
Er spielt, immer feinfühlig abgestimmt auf Wilhelm Buschs Texte, Musik von Bach bis Flamenco und Tango in der ihm eigenen Spielfreude und Virtuosität. Kaum zu glauben, dass da nur eine(r) Gitarre spielt!
Im Hans-Fallada-Museum Carwitz beginnt schon die „Sommerzeit“. Hausherr Dr. Stefan Knüppel hat mir mitgeteilt, dass ab dem 1. April und bis zum 31. Oktober wieder die Sommeröffnungszeiten gelten: dienstags bis sonntags sowie feiertags ist das Museum von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Die Empfehlung meines Blogppartners: „Verbinden Sie einfach Ihren ersten Frühjahrsausflug mit einem Besuch bei einem der bedeutendsten Erzähler des 20. Jahrhunderts, der mit seinem Roman „Kleiner Mann – was nun?“ Weltruhm erlangte und dessen Romantitel beinahe den Rang von Redewendungen erreicht haben: „Wer einmal aus dem Blechnapf frißt“; „Wolf unter Wölfen“ oder „Jeder stirbt für sich allein“ sind im Fallada-Museum ebenso in ihren Erstausgaben zu bewundern wie Hans Falladas original wiederhergestelltes Arbeitszimmer, sein Esszimmer, die Veranda, die Küche und das weitläufige Anwesen am Carwitzer See. Entdecken Sie Falladas einstige Lebenswirklichkeit und erfahren Sie Wissenswertes und Spannendes über ein Schriftstellerleben auf dem Lande!“
Und damit der Ausflug zu Fallada in jeder Hinsicht interessant wird, bietet das Museum für Jung und Alt interessante Möglichkeiten, Fallada zu entdecken: Führungen, Literarische Spaziergänge, Lesungen, Audioführer für Kinder und Erwachsene, Museumsführer für Erwachsene und ein Rätselheft für Kinder, ein Filmzimmer und Hörstationen. Wer schon morgen einen Ausflug nach Carwitz plant, den erwartet das Museum von 13 bis 16 Uhr.
Die Recherchen über die Mecklenburg-Strelitzer Prinzessin Jutta, spätere Titularkönigin von Montenegro, fördern immer neue Überraschungen zu Tage. Wie an dieser Stelle bereits berichtet, hatte die Thronfolgerin Anfang des 19. Jahrhunderts für etliche Errungenschaften in dem Balkanstaat gesorgt. Die montenegrinische Germanistin Dr. Neda Donat, die in diesem Jahr in ihrem Heimatland die Memoiren der Strelitzer Landestochter herausbringt, hat mir dieser Tage berichtet, dass es in der alten Hauptstadt Montenegros Cetinje ab 1908 regelmäßig deutsche Stummfilmaufführungen gab.
Neda Donat mit Dr. Rajko Lippert vor dem Kronprinzenpalais in Cetinje
Darunter wurde im Juni 1913 auch ein Streifen von Franz Porten über die Königin Luise gezeigt, der zuvor in Berlin anlässlich des 54. Geburtstages von Kaiser Wilhelm II. Premiere hatte. „Ob sich Prinzessin Jutta den Film über diese mecklenburgische Prinzessin in Cetinje angesehen hat, weiß ich zur Zeit noch nicht“, so meine Blogfreundin, „ich muss weiter recherchieren. Wenn ja, dann muss es für sie ein besonderes Erlebnis gewesen sein.“
Unterdessen schreibt die Sprachwissenschaftlerin am Nachwort der Memoiren. Das Vorwort haben die Neustrelitzer Historikerin Sandra Lembke und der Vorsitzende des Vereins Kulturgut Mecklenburg-Strelitz, Dr. Rajko Lippert, verfasst.
Kunst, Musik und Literatur haben auch in diesem Jahr ihren Höhepunkt am Neustrelitzer Gymnasium Carolinum erlebt. Zum 21. Mal wurde am Mittwoch zum traditionellen KuMuLi in die Aula des ehrwürdigen Gymnasiums am Glambecker See eingeladen. Schulleiter Henry Tesch und seine Schüler konnten sich über ein sehr gut gefülltes Haus freuen, KuMuli ist längst kein Geheimtipp mehr, und die Leistungsschau war auch diesmal überwältigend, ein Genuss, wie Strelitzius von Besuchern erfuhr.
Themen wie „Momente“, „Der besondere Blick“ oder „Malen ist wie Träumen“ schufen den nötigen künstlerischen Freiraum. Auf besonderes Interesse stießen die jungen Architekten, die neue Modelle für marode Gebäude entwarfen und sich schwerpunktmäßig ökologischen Aspekten des Bauens zugewandt haben.
Videos, Rezitationen, Poetry Slam, ein prallvolles Programm, das kaum Wünsche offen ließ, moderiert von Felix Binkowski. Und natürlich haben Chor und Instrumentalgruppe des Ensembles Carolinum unter Reinhard Gust wieder Klasse bewiesen. Das scheint über all die Jahre fast schon selbstverständlich zu sein. Ist es aber nicht, dahinter steckt enorme Probenarbeit.
Bernd Techant im Antiquariatsspeicher am Neustrelitzer Hafen.
Bernd Techant ist tot. Der Begründer und langjährige Inhaber der Neustrelitzer Antiquariate verstarb überraschend bereits am 11. Januar, wie Christine Büttner, Vorsitzende der Freunde des Buches, heute mitteilte. Die Nachricht vom Ableben ihres Ehrenmitgliedes mache die Vereinsmitglieder betroffen. Etliche von ihnen hatten Bernd Techant noch auf der jüngsten Mitgliederversammlung im November vergangenen Jahres erlebt.
Auch für mich als regelmäßiger Besucher der Neustrelitzer Antiquariate ist die Nachricht schmerzlich, dass Bernd Techant nicht mehr unter uns weilt. Ich habe ihn viele Jahre lang gekannt und so manches gepflegte Gespräch mit ihm geführt. So haben wir gern Literaturtipps ausgetauscht. Bernd Techant hatte trotz seines fortgeschrittenen Alters noch viele Pläne. Zuletzt haben wir uns nur noch selten gesehen, gleichwohl wird er mir fehlen. Mein Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen.
Wer waren Otto und Elise Hampel? Dieser Frage wird in einer Lesung für zwei Sprecher am kommenden Sonntag, den 27. Januar, um 17 Uhr, im Haus des Gastes in Feldberg nachgegangen. Es lesen der Autor Christian Winterstein und der Leiter des Hans-Fallada-Museums, Dr. Stefan Knüppel.
Was erfahren wir über die Berliner Widerstandskämpfer und ihren eigenwilligen Kampf gegen die Nazi-Diktatur aus den überlieferten Gestapo- und Justiz-Akten? Wie verarbeitete Hans Fallada ihr Schicksal im Roman „Jeder stirbt für sich allein“? Diese zwei Perspektiven bilden den Spannungsbogen der 75-minütigen Lesung, in der Textpassagen aus dem Roman gelesen und die Widerstandsschriften in Form der Postkarten und Flugschriften erläutert werden. Es wird ein differenziertes Bild des Arbeiterehepaars und der Zeit, in der sie lebten, vermittelt. Was können wir von den Hampels heute lernen? ist die im Mittelpunkt stehende Frage.
Die Lesung bildet gleichzeitig den Abschluss der Ausstellung „Otto und Elise Hampel – Karte bitte wandern lassen!“ in der Galerie vom Kulturverein Feldberger Land (Strelitzius berichtete).
Das Carwitzer Hans-Fallada-Museum geht vom 24. bis zum 31. Dezember in den Weihnachtsurlaub und bleibt somit geschlossen. Das hat mir mein Blogpartner, Museumsleiter Dr. Stefan Knüppel, mitgeteilt. Ab Dienstag, den 1. Januar 2019, ist das Haus dann wieder wie gewohnt, also dienstags bis freitags, von 13 bis 16 Uhr, geöffnet.
Das 3 Königinnen Palais Mirow bietet in diesem Jahr zur Adventszeit einmal eher Ungewöhnliches. „’A Christmas to remember‘: Der kleine Weihnachtsfrieden im Großen Krieg“ heißt das historisch-literarische Programm mit Musik, das am kommenden Freitag, den 14. Dezember, um 18 Uhr, auf der Schlossinsel aufgeführt wird.
Seit dem Ende des Ersten Weltkrieges sind 100 Jahre vergangen. Wir wissen heute um das Grauen und die vielen Opfer dieser Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Doch die Soldaten, die dasWeihnachtsfest 1914 an der Westfront begehen mussten, ahnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was ihnen in den kommenden Jahren noch bevorstehen würde.
Festsitzen in schlammigen Schützengräben
Im August 1914 waren viele von ihnen enthusiastisch in den Krieggezogen. Bis Weihnachten werde man wieder zu Hause sein, hatte man ihnen versprochen. Aber nach mehreren Wochen und Monaten machte sich bereits Ernüchterung breit. Als das Fest nahte, saßen Deutsche, Briten und Franzosen in kalten und schlammigen Schützengräben fest – und das oftmals in Hörweite des Gegners. An einigen Stellen lagen die Gräben weniger als 100 Meter auseinander. Die Situation gestaltete sich daher fast absurd: Die Soldaten schossen zwar aufeinander, aber sie begannen auch miteinander zu kommunizieren.
So wurden oftmals Büchsen mit Essbarem sowie Zeitungen über das Niemandsland zwischen den Gräben geschleudert und die Männer riefen sich manch raue oder scherzhafte Bemerkung zu. Man begann, „mit denen da drüben“ irgendwie zu leben. Alle Kriegsparteien hausten in den Gräben unter den gleichen schlechten Bedingungen, und als das Weihnachtsfest näher rückte, teilten alle Soldaten die gleichen Gedanken. So lässt sich erklären, warum sie zum Weihnachtsfest des Jahres 1914 an einigen Frontabschnitten aus den Gräben kamen und ihren Gegnern im Niemandsland die Hände reichten. Inmitten des Krieges blitzte plötzlich ein Funken Menschlichkeit auf. Die Männer redeten und lachten miteinander, sie zeigten sich Fotos von Frau und Kindern, machten sich gegenseitig Geschenke und spielten an einigen Abschnitten sogar gemeinsam Fußball. Die Waffen schwiegen mancherorts sogar bis in das Jahr 1915 hinein.
Neustrelitzer Soldaten hausten in Höhlen
Auch die Soldaten der Garnison Neustrelitz verbrachten das Weihnachtsfest 1914 an der Westfront. Das Großherzoglich-Mecklenburgische Grenadierregiment Nr. 89 hauste bei Carlepont in der nordfranzösischen Picardie in riesigen Höhlen bzw. baute beständig ihre Stellungen vor Ort aus. Ganz in ihrer Nähe hatte sich das Holsteinische Feldartillerieregiment Nr. 24 eingegraben, dessen 3. Batterie normalerweise in Neustrelitz stationiert war.