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Das könnte man sich jeden Sonnabend vorstellen. Nach Neustrelitz fahren, wenn man nicht ohnehin dort wohnt, an den Hafen gehen und auf einem entspannten Markt zwischen den Ständen lokaler und regionaler Erzeuger herumschlendern, das eine oder andere einkaufen und zum guten Schluss noch einen Schluck oder einen Happen auf den Weg nach Hause nehmen. Was für ein Wochenendauftakt!

Martin Henze

Der Imkerverein Neustrelitz rief, und befreundete Produzenten kamen, nicht nur von der Honigfraktion. Dazu war heute jede Menge Volk der Ankündigung des Marktes (Strelitzius berichtete) gefolgt. Das Wetter spielte endlich wieder mit, und so war es eine rundum gelungene Veranstaltung. Die ersten Anbieter, die wieder abbauten, waren die Mannen von der Gin-Destillerie „Old Well“ in Below. Nicht, weil es ihnen nicht gefallen hätte, sie waren schlichtweg ausverkauft. „Schnaps geht in Meckpomm immer“, wurde gelästert, Ich lasse das mal unkommentiert. Nebenan waren die Lammbratwürste vom Milchschafhof Am Fuchsberg in Schönhausen bei Woldegk schnell abgesetzt.

Dann habe ich mein Lebtag noch nicht so viele selbstgestrickte Strümpfe an einem Stand gesehen, jedes Paar ein Unikat. Und wenn meine Holde nicht tüftenfeindlich wäre, hätte ich eine Kartoffelbox mitgenommen. Unsere Honigvorräte sind leider noch beträchtlich und bedürfen nicht der Auffrischung: Schließlich leben wir in einem Land der Immen und der Imker. Den Fanfarenzug Neustrelitz haben wir leider verpasst, aber es soll ein sehr schöner Auftritt gewesen sein, war zu erfahren. Die Musiker und Musikerinnen marschierten zum Auftakt einmal quer durch das Hafengelände. Schließlich haben derartige Märkte auch noch eine nicht von der Hand zu weisende Seite: Man trifft jede Menge Bekannte.

Martin Henze, 2. Vorsitzender des Imkervereins Neustrelitz und Landtagskandidat der Linken, hat maßgeblich zum Zustandekommen des Marktes beigetragen. „Es war eine tolle Veranstaltung, wie ich sie mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt habe. Alles ist optimal gelaufen und ich wünsche mir, dass die Menschen ein bisschen Zuversicht und Kraft für die vor uns liegenden Monate getankt haben, die vielleicht erneut nicht leicht werden.“ Henze hofft, dass es im Zusammenwirken mit der Stadt möglich wird, im kommenden Jahr wieder einen Markt am Hafen auszurichten und das möglicherweise sogar zu einer Tradition werden zu lassen. Sein gut vernetzter Verein und er haben sich jedenfalls bestens empfohlen.