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Umweltminister Till Backhaus nimmt heute Abend (ab 18 Uhr) in der Strelitzhalle, Louisenstraße 28, in Neustrelitz an der Sitzung der Stadtvertreter teil (Strelitzius berichtete), um über den aktuellen Stand der Sanierung des Zierker Sees zu informieren. Ziel ist es, die diffuse Nährstoffbelastung des Gewässers weiter zu reduzieren und die Selbstreinigungskraft des Sees zu unterstützen, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Der See erfüllt noch nicht die Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie und auch nicht den Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohnern dort ohne Beeinträchtigung durch Blaualgen baden zu können. Die Hauptursachen sind weiterhin die zu große Belastung mit dem Nährstoff Phosphor und die geringe Sichttiefe“, erklärte der Minister im Vorfeld. Er wies die Stadtvertreter darauf hin, dass es nicht die „eine“ Maßnahme gebe, sondern ein Maßnahmenbündel, von dem es so viel wie möglich bzw. nötig umzusetzen gilt.

Seit mittlerweile 20 Jahre würden in Neustrelitz daher gemeinsam mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Anstrengungen unternommen, um den ökologischen Zustand des Zierker Sees zu verbessern. Dazu gehörten unter anderem der Neubau eines Regenrückhaltebeckens oder Maßnahmen zur Verringerung der Einleitungen von gereinigtem Abwasser aus dem Stadtgebiet. Im November 2011 seien zudem zwei Phosphatfällanlagen an den Zulaufgräben am Mühlengraben und an der L 97 eingesetzt worden.

In den vergangenen vier Jahren würden darüber hinaus immer wieder Graskarpfen entnommen, da sie als bodenwühlende Fische das Sediment aufwirbeln und Wasserpflanzen fressen, die der See zur Regeneration dringend benötigt. Alle Maßnahmen würden zu 100 Prozent vom Land gefördert.

„Gewässerschutz erfordert aber Geduld, denn Wasser hat ein langes Gedächtnis. Gewässerverunreinigungen, die lange zurückliegen, werden zum Teil erst heute spürbar. Ebenso werden die positiven Effekte aktueller Maßnahmen erst in einigen Jahren in vollem Umfang wirksam“, sagte der Minister. Um weitere konkrete Maßnahmen zu ergreifen, sei es mittelfristig zunächst einmal erforderlich, bestehende Wissenslücken zu schließen, insbesondere auch um die Wirkung von Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen besser abschätzen zu können.