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Georg Quander, Künstlerischer Direktor der Kammeroper und Regisseur der „Fidelio“-Produktion, bezeichnete die Leistungen der jungen Sängerinnen und Sänger als hervorragend. Foto: Musikkultur Rheinsberg

Mit dem „Sinfonischen Ausklang“ ging am vergangenen Sonnabend die diesjährige Saison der Kammeroper Schloss Rheinsberg zu Ende. Mit sieben Opernaufführungen, zwölf Konzerten und zwei Musiktheateraufführungen der Bundesakademie für junges Musiktheater erlebten 4.300 Besucher in Rheinsberg ein anspruchsvolles und facettenreiches Festivalprogramm im Zeichen Beethovens: Liederabende, Arienprogramme, drei Konzerte der Akademie für Alte Musik Berlin mit Beethovens Sinfonien und ihren Vorbildern, ein enthusiastisch aufgenommener Quartettabend mit Niklas Liepe & Friends und schließlich das traditionelle Abschlusskonzert der Dirigentenwerkstatt mit der Jungen Kammerphilharmonie Berlin umrahmten die Opernproduktion von Beethovens einziger Oper „Fidelio“, die in ihrer selten gespielten Urfassung von 1805 zahlreiche Besucher überzeugte; Georg Quander inszenierte im Bühnenbild von Christoph Gehre (Kostüme: Barbara Krott), die musikalische Leitung hatte Peter Gülke. 32 Preisträgerinnen und Preisträger des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg aus 17 Ländern begeisterten das Publikum in den Konzerten im Schlosshof und bei »Fidelio« auf der Bühne am Kavalierhaus. Einer der Solisten absolvierte mit einer tragenden Rolle in einer der Aufführungen seine Bühnenreifeprüfung.

War der Aufbau der extra konstruierten Bühne durch starke Regenfälle immer wieder erschwert, zeigte sich das Wetter bei den Aufführungen der Kammeroper gewogen: Nur drei der 19 Open-Air-Veranstaltungen mussten mangels einer gleichwertigen Ausweisspielstätte abgesagt werden bzw. wurden vor einem Teil des Publikums in kleineren Innenräumen gespielt. An den restlichen Abenden konnte auch ein kühler Abendwind die Stimmung von Publikum und Ausführenden nicht trüben. Insgesamt betrug die Auslastung des corona-bedingt reduzierten Platzangebots rund 88,8 Prozent.

Gäste aus dem ganzen Bundesgebiet und dem Ausland

„Die jungen Sängerinnen und Sänger meisterten ihre anspruchsvollen Aufgaben hervorragend“, zeigt sich Georg Quander, Künstlerischer Direktor der Kammeroper und Regisseur der „Fidelio“-Produktion, zufrieden und freut sich, dass auch besondere Abende wie das Quartett-Programm oder die kaum bekannten „Lieder verschiedener Völker“ beim Publikum großen Zuspruch fanden. Wie stets kamen die Gäste nicht nur aus der Region und aus Berlin, sondern aus dem ganzen Bundesgebiet sowie aus Österreich, der Schweiz und anderen europäischen Ländern; der Großteil der Besucher hatten als Stammbesucher früh gebucht bzw. ihre Buchungen aus 2020 behalten. „Da wir nur die Hälfte der Plätze besetzen durften, mussten wir leider vielen Interessierten absagen“, bedauert Geschäftsführer Thomas Falk und hofft, dass sich die Situation für die Kultur im kommenden Jahr grundlegend verbessert.

Denn bei aller Freude über die positive Bilanz war diese Kammeroper-Saison durch die Pandemie erschwert: Die erste Hälfte des Programms hatte im Mai 2021 corona-bedingt abgesagt werden müssen. Schwierigkeiten gab es auch bei der Einreise von Sängerinnen und Sängern aus anderen Ländern und Kontinenten: Nicht alle Solisten, die eingeladen waren, konnten auch teilnehmen. Das mit dem Gesundheitsamt abgestimmtes Hygienekonzept und die strikt eingehaltene tägliche Test-Routine aller Mitwirkenden ermöglichte überhaupt erst die Durchführung des Festivals; über 1.300 Schnelltests wurden durchgeführt – glücklicherweise ohne einen einzigen Infektionsfall.

„Nun konzentrieren wir uns auf die Planung für die nächste Kammeroper-Saison“, erklärt Georg Quander. Auf dem Programm für 2022 stehen unter anderem Mozarts »Entführung aus dem Serail« im Schlosshof sowie »Die verkaufte Braut« von Bedrich Smetana im Heckentheater. Die genauen Pläne werden im Herbst bekanntgegeben.