Heute sind die mobilen Corona-Impfteams vom Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Wesenberg, Alt Schwerin, Neubrandenburg, Neustrelitz, Malchin und Waren gewesen. Sie haben mehr als 520 Bewohner in den Alten- und Pflegeheimen geimpft. Am Montagnachmittag waren bereits die ersten 250 Bewohner geimpft worden.
Am morgigen Mittwoch stehen noch letzte Touren nach Wesenberg und Demmin aus. Danach ist dann die erste Aktion beendet, in der mehr als 970 Menschen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte geimpft wurden.
Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte reißt die Zahl der Infektionen in Alten- und Pflegeheimen nicht ab. Mittlerweile sind fast alle Regionen im Kreis davon betroffen: Friedland, Woldegk, Feldberg, Neustrelitz, Neubrandenburg, Waren, Demmin, Dargun, Malchow, Rechlin.
Auch wurden über die Weihnachtsfeiertage weitere Neuerkrankungen bei medizinischem Personal und bei Pflegepersonal festgestellt. „Die Recherchen im Gesundheitsamt laufen nach wie vor auf Hochtouren. Jedoch machen wir uns große Sorgen über diese Entwicklung“, sagt der Stellvertretende Landrat und Leiter des Stabs, Thomas Müller. „Denn das Muster in allen Ermittlungen ist immer gleich: Trotz bestehender Symptome oder noch nicht vorliegendem Testergebnis nehmen von uns ermittelte Kontaktpersonen an innerfamiliären Aktivitäten teil, und das in wechselnder Konstellation. So wird die Kette der Infektionen immer länger und die Recherchen werden immer aufwändiger. Dafür fehlt uns hier jegliches Verständnis. Abgesehen davon zehrt diese Sisyphusarbeit an den Kräften der Mitarbeiter und Helfer“, so Thomas Müller. „Wir können nur immer wieder an jeden appellieren, sich und andere zu schützen und nicht leichtsinnig zu sein.“
Mit einer 7-Tage-Inzidenz heute von 147,6 weist die Seenplatte unverändert mit Abstand den schlechtesten Wert in ganz MV aus. Die erste Lieferung von knapp 1000 Impfdosen ist eingetroffen. So sind heute im Landkreis die ersten drei Impfteams in Alten- und Pflegeheimen in Neubrandenburg, Neustrelitz und Waren unterwegs. Morgen kommen ein viertes Team und Malchin dazu. Bei den Impfteams wird der Landkreis von den Leistungserbringern des kreislichen Rettungsdienstes, wie dem DRK, unterstützt. Jedem Team gehört ein approbierter Arzt an, der die Aufklärung und, wenn gewünscht, die Impfung vornimmt. Dabei handelt es sich um Ärzte im Ruhestand und um niedergelassene Ärzte aus der Region.
Heute sind in Mecklenburg-Vorpommern die freiwilligen und kostenlosen Impfungen gegen das Corona-Virus gestartet worden. Geimpft wird zunächst in Alten- und Pflegeheimen (Strelitzius berichtete). In einer ersten Lieferung stehen in Mecklenburg-Vorpommern 10.000 Impfdosen zur Verfügung, bis zum Jahresende sollen insgesamt 30.000 Dosen des Impfstoffes der Firma BioNTech/Pfizer angeliefert werden. Ab Januar ist vorgesehen, dass wöchentlich knapp 15.000 Dosen geliefert werden.
Die Impfungen in den Alten- und Pflegeheimen erfolgen durch mobile Impfteams, die regelmäßig getestet werden. Mitbürgerinnen und Mitbürger über 80, die in der eigenen Häuslichkeit leben, werden zu Jahresbeginn angeschrieben und erhalten bei Impfwunsch einen Termin in einem der Impfzentren des Landes.
Unter dem Eindruck der Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen hat der Neubrandenburger CDU-Landtagskandidat Björn Bromberger dem Pflegeheim des DRK in der Vier-Tore-Stadt einen Weihnachtsgruß der anderen Art übermittelt: ein Rätselheft. Die Idee kam mir, weil bei meinen Großeltern die Rätsel immer heiß begehrt sind und ich selbst auch gern rätsele“, so Bromberger.
Die Übergabe der Hefte wurde dann aber wiederum von der Corona-Pandemie ausgebremst. Björn Bromberger, der als Lehrer an einer Neubrandenburger Schule arbeitet, befindet sich nach einem positiven Fall im Arbeitsumfeld gerade in Quarantäne. Mit Hilfe seiner Mutter und der digitalen Möglichkeiten konnte Björn Bromberger über ein Videotelefonat bei der Übergabe einiger Rätselhefte an das DRK Pflegeheim dabei sein. Weitere Exemplare der Rätselhefte werden im Laufe der kommenden Tage an verschiedene Pflegeeinrichtungen in der Stadt sowie in der Nachbarschaft verteilt.
Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte nimmt täglich zu. Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 67,8, gestern war es noch ein Wert von 55,0, hat die Seenplatte jetzt die zweithöchsten Infektionszahlen in MV. Nur Nordwestmecklenburg mit 68,6 steht noch schlechter da.
Wie schon in den zurückliegenden Tagen, musste das Gesundheitsamt der Seenplatte vermehrt Schülern und Lehrern Quarantäne verordnen. In der Grundschule Jürgenstorf sind alle Schüler und Lehrer davon betroffen. Deshalb kann dort bis zum 6. Dezember kein Unterricht stattfinden.
In der Regionalschule Nord und in der Regionalschule Ost in Neubrandenburg mussten weitere Klassenstufen abgesondert werden. Absonderungen sind außerdem in der Regionalschule in Woldegk, im Förderzentrum in Friedland, und in den beruflichen Schulen in Demmin, Neubrandenburg und Waren (Müritz) verordnet worden.
Von neuen Infektionsfällen betroffen sind zudem zwei Kindereinrichtungen in Neubrandenburg sowie eine Kita in Friedland. Weitere positive Fälle sind in den Pflegeheimen in Woldegk und Friedland sowie in Tagestätten und ambulanten Pflegestrukturen in Altentreptow und Waren (Müritz) festgestellt worden. In Friedland ist außerdem ein größeres Frisörgeschäft betroffen.
Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hat gestern den kritischen 7-Tage-Inzidenz-Wert von 50 in der Corona-Statistik überschritten. Wurde am Dienstag laut Landesamt für Gesundheit und Soziales eine Rate von 53,9, so meldete das LAGuS heute einen Wert von 55,0. Höhere Infektionszahlen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern aktuell nur in Vorpommern-Greifswald (71,3) und Nordwestmecklenburg (66,7).
Weil das so ist, gelten ab sofort für den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, die für das Land bei „Rot“ geltenden verstärkten Schutzmaßnahmen. So muss jetzt die Mund-Nase-Bedeckung auch im öffentlichen Raum, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen nicht durchgehend eingehalten werden kann, getragen werden. In der privaten Häuslichkeit dürfen maximal 10 Personen aus höchstens zwei Hausständen zusammenkommen. Für Krankenhäuser und Reha-Einrichtungen gilt ein verstärktes Betretungsverbot. Auch für Einrichtungen der Pflege und Eingliederungshilfe gelten verschärfte Betretungseinschränkungen. Diese müssen gegebenenfalls mit dem Gesundheitsamt abgestimmt werden.
Die erhöhten Infektionszahlen der letzten Tage in der Seenplatte resultieren in der Tat daraus, dass in den Pflegeheimen und Gesundheitseinrichtungen in Woldegk, Friedland und Altentreptow die Zahl der Fälle deutlich angestiegen war. Im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum sind Mitarbeitende der Pflege positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet worden. Auch eine Tagesstätte in Waren (Müritz) ist jetzt mit einer Infektion betroffen.
Vom Gesundheitsamt allein sind am gestrigen Dienstag 202 Kontaktpersonen zum Test geschickt worden. Es ist absehbar, dass Ergebnisse dieser Abstriche erneut positiv sein werden. „Eine Entwarnung können wir deshalb noch nicht geben“, sagt Landrat Heiko Kärger. „Vor allem in den Pflegeheimen muss jetzt noch mehr auf die Einhaltung der Hygieneregeln geachtet werden. Ich kann nur noch einmal das gesamte medizinische Personal auffordern, in der Aufmerksamkeit und Strenge hier nicht nachzulassen“, so der Landrat. Für den Landrat ist es von besonderer Bedeutung, dass das Pflegepersonal und medizinische Personal ihre privaten Kontakte auf ein absolutes Minium begrenzen, da sich diese Berufsgruppe ihrer besonderen Verantwortung bewusst sein muss.
In Waren nimmt am 1. Juli der vierte Pflegestützpunkt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte seine Arbeit auf. Bislang gab es dort nur eine Außenstelle. Damit steht im Landkreis ein erweitertes Beratungs- und Unterstützungsangebot für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen zur Verfügung.
Zu erreichen ist der Pflegestützpunkt unter der bekannten Anschrift Zum Amtsbrink 2 in Waren (Müritz), in den Räumen 1.08 und 1.09. Telefonisch sind die Pflegeberater unter der Nummer: 0395 570872332 und die Sozialberater unter 0395 570872331 zu erreichen.
Träger der Pflegestützpunkte in Demmin, Neustrelitz, Neubrandenburg und Waren (Müritz) sind die Pflegekassen und Krankenkassen im Land gemeinsam mit dem Landkreis.
Im Zusammenhang mit den Corona-Schutzbestimmungen sind die Stützpunkte derzeit nur telefonisch erreichbar. Mit den Pflege- und Sozialberatern können gern Termine vereinbart oder auch Fragen am Telefon beantwortet werden.
Die Hochschule Neubrandenburg richtet zum Wintersemester 2020/2021 den sechs Semester umfassenden Bachelor-Studiengang „Nursing – berufsanerkennendes Studium zur Pflegefachperson“ ein. Der Pflegestudiengang an der Hochschule Neubrandenburg umfasst die stationäre Kranken- und Altenpflege sowie die ambulante Pflege. Er beginnt mit 20 Studierenden und ist im Vollausbau für jährlich 50 Studierende konzipiert.
Der Gesamtaufwand des Studiums wird mit mindestens 4.600 Stunden beschrieben, davon mindestens 2.100 Stunden Lehrveranstaltungen und 2.300 Stunden Praxiseinsätze. Die Landesregierung stellt für die Einrichtung des Studiengangs „Nursing – berufsanerkennendes Studium zur Pflegefachperson“ eine Professur und zwei Mitarbeiterstellen zur Verfügung. Die Hochschule Neubrandenburg bringt selbst eine Professur und zwei Mitarbeiterstellen aus dem Bestand der Hochschule für den Studiengang auf. Das Land investiert außerdem einmalig 355.000 Euro für die Einrichtung eines Skills Lab, eine zentrale Trainingseinrichtung, in der spezifische Fertigkeiten und Fähigkeiten praktisch vermittelt werden..
In der Kabinettssitzung der Landesregierung in Schwerin sind am Dienstag Veränderungen in Bezug auf die Corona-Schutzverordnung MV beschlossen worden. Friseure können ab dem 4. Mai wieder öffnen. „Damit haben wir einen ersten wichtigen Schritt für den Einstieg in die Öffnung für körpernahe Berufe erreicht. Mir ist wichtig, dass auch andere Berufsgruppen, die in ähnlichen Bereichen arbeiten, eine Perspektive bekommen. Deshalb werden wir prüfen, ob ab dem 11. Mai auch der Betrieb von Kosmetikstudios, Massagepraxen, Nagelstudios, Sonnenstudios, Tattoo-Studios und ähnlichen Betrieben erlaubt sein wird. Damit wird sich das Kabinett in der kommenden Woche beschäftigen. Wichtig ist die Einhaltung der Hygienevorschriften“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe in Schwerin.
Maskenpflicht für Patienten in Arztpraxen
Darüber hinaus ist die Einführung einer Maskenpflicht für Patientinnen und Patienten in Arztpraxen beschlossen worden. Die Maske soll beim Besuch einer Arztpraxis mitgebracht und vor dem Betreten der Praxis angelegt werden. Die Regelung tritt mit der Verordnung in Kraft. „Eine Mund-Nase-Bedeckung, wie zum Beispiel eine Alltagsmaske, Schal oder ein Tuch sind – wie im Einzelhandel auch – möglich“, so Glawe weiter. Die Regelungen gelten auch in Psychotherapeutenpraxen und in Praxen anderer Gesundheitsberufe. In den Räumlichkeiten ist ein Abstand von 1,5 Metern einzuhalten.
Wer hinter Plexiglas sitzt, braucht keinen Mundschutz tragen
Beschäftigte brauchen, soweit sie durch andere Schutzvorrichtungen geschützt werden, keine Bedeckung tragen. „Bei allen Entscheidungen ist auch die Alltagspraxis wichtig. Wer beispielsweise in Arztpraxen im Tresenbereich oder im Verkauf im Einzelhandel hinter einer Plexiglaswand sitzt, braucht nicht extra eine Mund-Nase-Bedeckung aufsetzen“, machte Glawe weiter deutlich. Kinder bis zum Schuleintritt und Menschen, die aufgrund einer medizinischen oder psychischen Beeinträchtigung oder wegen einer Behinderung keine Mund-Nase-Bedeckung tragen und dies durch eine ärztliche Bescheinigung nachweisen können, brauchen keine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Das gilt beispielsweise beim Einkaufen und auch beim Besuch von Arztpraxen.
Wirtschaftsminister Glawe fordert auch „Terrassenöffnung“
Darüber hinaus setzt Wirtschaftsminister Harry Glawe sich für eine „Terrassenöffnung“ im Hotel- und Gastronomiebereich ein. Darüber wird in der Taskforce „Sicherer Tourismus“ mit allen Beteiligten sowie in der kommenden Woche auch im Kabinett gesprochen.
Flächendeckende Abstrichtests in Pflegeheimen
Gesundheitsminister Glawe hat darüber hinaus das Projekt „Flächendeckende Testung in Pflegeheimen“ weiter voran gebracht. Es finden noch abschließende Gespräche mit den Trägern statt. Die Umsetzung soll über die Firma Centogene erfolgen. Es werden voraussichtlich 24.400 Alten- und Pflegebedürftige in den Heimen getestet, beim Personalstamm in den Heimen werden es ca. 15.500 Personen sein. Positiv auf COVID-19 getestete Personen werden mehrfach getestet. Die Kosten für das Projekt der flächendeckenden Testung in den Pflegeheimen belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro aus dem MV-Schutzfonds.
Soforthilfe – rund 269 Millionen Euro ausgereicht
Aktuell gibt es im Rahmen der Soforthilfe 26.905 bewilligte und zur Zahlung angewiesene Anträge durch das Landesförderinstitut (Stand: Montagabend, 27. April 2020). „Rund 70 Prozent der bisher gestellten Anträge sind durch das Landesförderinstitut bewilligt und ausgezahlt. Es kommen in den vergangenen Tagen weniger Anträge rein. Soloselbstständige und Kleinstunternehmen machen dabei 92 Prozent aller Bewilligungen aus. Es wird deutlich, dass die Soforthilfe direkte Unterstützung für die heimische Wirtschaft ist, die in mehreren Bereichen hart von der Corona-Krise getroffen ist“, sagt Harry Glawe abschließend. Als Beispiele nannte der Minister das Hotel- und Gastgewerbe, den Dienstleistungsbereich oder den Handel.
Anita Ahrend und Sebastian Morgenstern gehörten zu den ersten Gratulanten, die Elfriede Henke zum 100. Geburtstag empfing. Foto: Stephan Radtke
Zu ihrem 90. Geburtstag bekam Elfriede Henke von ihrer Familie das Versprechen: „Bei deinem 100. Geburtstag kommen wir alle wieder zusammen“. Am Montagnachmittag wurde dieses Versprechen eingelöst, denn die Seniorin durfte dieses besondere Jubiläum in Wesenberg feiern. Bereits am frühen Morgen kamen die ersten Gratulanten, um dem fidelen Geburtstagskind zu gratulieren. So auch Sebastian Morgenstern und Anita Ahrend. Mit einem bunten Blumenstrauß und den herzlichsten Glückwünschen besuchten der Leiter der stationären Pflegeeinrichtung „Woblitzpark“ und die Pflegedienstleiterin die Jubilarin und kamen schnell mit ihr ins Gespräch.
Als eines von sieben Kindern wurde Elfriede Henke ein Jahr nach dem Ersten Weltkrieg in Hinterpommern geboren. Nach ihrer Umsiedlung war sie in Klein Trebbow zu Hause, bis sie schließlich Anfang dieses Jahres in das Wesenberger Pflegeheim einzog. „Hier bin ich dicht bei meinen Enkeln, die mich oft zu sich nach Hause holen“, freut sich die Seniorin, die sich sichtlich wohl in der Einrichtung im Woblitzpark fühlt.