Blick 1990 vom Käflingsberg zum Truppenübungsplatz. Foto: Ulrich Meßner
So weit das Auge reichte, war vor rund 30 Jahren nur Sand zu sehen – zwischen Kratzeburg und Speck prägte eine karge Landschaft das Bild. Am 4. April um 10 Uhr lädt das Nationalparkamt Müritz zu einer Exkursion auf den ehemaligen Truppenübungsplatz ein.
Schildübergabe: André Neitzel, David Wülferling und Prof. Hermann Behrens (von links.
Ein Stück deutscher Naturschutzgeschichte hat eine neue Heimat gefunden: David Wülferling, zuständig für Liegenschaften im Lebenshilfswerk Waren, und André Neitzel, Leiter des Landschaftspflegehofs Müritzhof, übergaben dem Studienarchiv Umweltgeschichte an der Hochschule Neubrandenburg ein historisch bedeutsames Naturschutzschild.
Das hölzerne Schild hing mehr als 35 Jahre neben der Eingangstür des Müritzhofs bei Waren, auf dem am 14. September 1954 die „Lehrstätte für Naturschutz“ der DDR eröffnet wurde – die erste staatliche zentrale Naturschutzlehrstätte weltweit. Ihr erster Leiter war Kurt Kretschmann, der Erfinder der bekannten „Naturschutzeule“, die bis heute Naturschutzgebiete kennzeichnet.
Wie jedes Jahr laden die Naturschutzverbände Neubrandenburgs gemeinsam zum großen GEO-Tag der Artenvielfalt ein! Dabei treffen sich Naturinteressierte, Laien, Expert*innen, oder einfach nur Neugierige, um gemeinsam die Natur um Neubrandenburg zu erkunden. Der Treffpunkt ist dieses Mal am 15. Juni um 9 Uhr am Parkplatz zur Gedenkstätte Stammlager Fünfeichen.
Je nach Interesse teilt sich die große Gruppe dort in mehrere Kleingruppen auf, die einzeln verschiedenen Artengruppen auf den Trockenhängen um die Fünfeichen nachpirschen. Dabei wird es in jedem Fall eine Gruppe für Pflanzen und eine für Vögel geben – eventuell auch eine für Amphibien/Reptilien und eine für Pilze. Dabei geht es nicht darum rekordverdächtige Artenlisten zu erarbeiten, sondern um einen lockeren Austausch zwischen Expert*innen und Lai*innen anzuregen sowie in entspannter Runde Wissen über die Natur zu vermitteln. Zum frühen Mittag, gegen Ende der Veranstaltung sammeln sich alle Gruppen wieder am Ausgangspunkt und tauschen sich über die jeweiligen Funde aus. Dabei wird auch diskutiert welche Rückschlüsse die einzelnen Arten über das Gebiet zulassen und was es aus der Perspektive des Naturschutzes möglicherweise noch bräuchte, um das Gebiet aufzuwerten oder zu erhalten.
Die vom Neustrelitzer Naturschützer Erwin Hemke im Jahr 2005 in Neustrelitz ins Leben gerufene Stiftung verfolgt das Ziel, Naturschutzaktivitäten, wie Landschaftsschutz und Schutz der Tiere und Pflanzen, sowie die damit verbundene Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Das Aufsichtsgremium der Stiftung ist das Kuratorium. Es besteht aus bis zu sieben Mitgliedern, die vier Jahre lang die Stiftungsarbeit lenken. Im Frühjahr 2024 soll ein neues Kuratorium berufen werden.
Gesucht werden Menschen, die sich für Naturschutz interessieren, durch die Stiftungsarbeit zukünftig Naturschutzprojekte fördern und Naturschützer mit Anerkennung für die Öffentlichkeit sichtbar machen möchten. Vorschläge und Bewerbungen werden noch bis zum 30. April unter der E-Mail erwin-hemke-stiftung@neustrelitz.de entgegengenommen. Die E-Mail sollte eine kurze Beschreibung der Person mit Anschrift, Alter und Beruf enthalten. Außerdem sollte angegeben werden, ob die Bewerberin bzw. der Bewerber schon ehrenamtlich tätig ist, gewesen ist oder sich neu engagieren möchte.
Für Rückfragen steht die Amtsleiterin für Finanzen und Liegenschaften der Stadt Neustrelitz, Birgit Szumny, unter Telefon 03981 4534-250 zur Verfügung.
Anlässlich der diesjährigen Frühlingsausstellung hält der Fotograf und Naturschützer Jürgen Reich am kommenden Donnerstag, den 13. April, um 19 Uhr, im Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz einen Vortrag zum Quell- und Flussgebiet der Peene. Der Fotograf nimmt die Teilnehmenden mit auf eine symbolische, sommerliche Paddeltour und ermöglicht Einblicke hinter die hohen Schiffwände, die unbegehbaren Bruchwälder und die unbekannten renaturierten Polder. Auch die spezifische Tierwelt der Moor- und Flusslandschaft wird in dem Vortrag vorgestellt, von seltenen Seeschwalben über Rotwild bis hin zu Seeadlern und Kormoranen.
Die NABU-Mitglieder Klaus-Jürgen Donner, Angelika Fuß und Gunther Panner nahmen den großen Spendenscheck von neu.sw Geschäftsführer Ingo Meyer und neu.sw Mitarbeiterin Karolin Eckardt in Empfang (von rechts). Foto: Neubrandenburger Stadtwerke
Sie schützen Kreuzottern, Kröten und seltene Pflanzen, pflegen Wiesen und kostbare Biotope – und die Neubrandenburger Stadtwerke (neu.sw) unterstützen sie dabei. Die Mitglieder der NABU-Ortsgruppe Neubrandenburg haben jetzt von neu.sw eine Spende in Höhe von 12.058,04 Euro erhalten.
Als regionaler Energieversorger bieten die Stadtwerke ihren Kunden Naturstromprodukte an, bei denen der Ökostrom zu 100 Prozent aus regenerativen Energien gewonnen wird. Für jede verbrauchte Kilowattstunde in diesen Tarifen spendet neu.sw 1 Cent für Umwelt- und Naturschutzprojekte. Der Erlös aus 2022 geht an das lokale Team des Naturschutzbunds Deutschland (NABU). neu.sw Geschäftsführer Ingo Meyer übergab den Scheck im Kulturpark.
„Eine so große Spende ist für uns etwas ganz Besonderes“, sagte der Vorsitzende der Ortsgruppe Neubrandenburg, Gunter Panner. „Naturschutzarbeit ist uns ein Herzensanliegen, aber sie ist auch teuer. Die Kosten für Werkzeuge, Materialien und hochwertiges Saatgut sind hoch. Deshalb freuen wir uns sehr über die Unterstützung durch neu.sw.“
Ruderboote dürfen auf dem Useriner Boot fahren. Foto: NPA Müritz
Nach vier Jahren wurde die Allgemeinverfügung Useriner See jetzt auf ihre Wirksamkeit geprüft. Die Evaluierung der Regelungen war ein Bestandteil der Kompromisslösung, die 2018 zwischen der Gemeinde Userin, der AG Useriner See, der Steginitiative, dem Nationalparkamt Müritz und weiteren Beteiligten vereinbart wurde. Seitdem ermöglichen besondere Bestimmungen die Freizeitnutzung dieses Gewässers im Müritz-Nationalpark.
Steffen Franz (links) und Antje Bahrmann (Dritte von links) sind ein Stück der Alleentour mitgefahren, rechts Stefanie und Egbert Striller.
Die Radfernfahrer der Tour d‘ Allée (Strelitzius berichtete) sind heute Morgen mit herzlichen Grüßen und Wünschen nach ihrer Übernachtung in Wustrow wieder auf die Strecke geschickt worden. Zur Verabschiedung aus der Kleinseenplatte waren neben Egbert und Stefanie Striller von der örtlichen Galerie der Alleen als Organisatoren des Zwischenaufenthalts auch Wustrows 1. Stellvertretende Bürgermeisterin Antje Bahrmann und Gemeindevertreter Steffen Franz erschienen.
Die beiden Kommunalpolitiker schwangen sich selbst aufs Rad und begleiteten die Gruppe ein Stück. Antje Bahrmann blieb bis Mirow dabei, bevor sie umdrehte, Steffen Franz fuhr sogar bis Malchow und retour.
Die Eheleute Striller und ihre Gäste auf dem Galeriegelände am Plätlinsee.
Die Tour d‘ Allée (Strelitzius berichtete) hat am Sonnabend in Wustrow in der Kleinseenplatte Station gemacht. Die Alleenbotschafter, die seit drei Wochen im Sattel sitzen und durch zehn Bundesländer fahren, wurden vor der einzigen Galerie der Alleen Deutschlands von den Betreibern Stefanie und Egbert Striller herzlich begrüßt.
Die 17. Etappe hatte die 17 Radler und Radlerinnen im Alter zwischen 30 und 80 Jahren von der Stadt Brandenburg bei sengender Hitze über 135 Kilometer nach Wustrow geführt. Im Flachland ist die Gruppe mit einem 27-er Schnitt unterwegs, alle Achtung! Heute wird der vorletzte Abschnitt nach Loitz absolviert, bevor die an der Nordsee begonnene Tour dann im Ostseebad Sellin endet, wie Strelitzius im Gespräch erfuhr. 2018, bei der ersten Fahrt, hatte die Tour d‘ Allée schon einmal über Wustrow geführt, diesmal, bei der Zweitauflage nach der coronabedingten Pause, übernachteten die Sportler auch in der Gemeinde.
Am Abend wurde in der Galerie in Anwesenheit der Radfahrer die Sonderausstellung „Wandern und Bleiben“ eröffnet. „Das Radprojekt und unser Anliegen als Galeristen und Naturschützer passen einfach zusammen“, sagte mir Stefanie Striller. Gemeinsam mit ihrem Mann, Gründungsmitglied des BUND in Hessen, sei sie regelmäßig bei Alleentagungen dabei und habe dadurch von dem Vorhaben der Radler erfahren. Engen Kontakt gebe es zur BUND-Referentin für Baum- und Alleenschutz Katharina Dujesiefken.
Ich habe die Gelegenheit genutzt und auch mit dem Landschaftsmaler Egbert Striller gesprochen. „Die Rettung der Alleen in Deutschland ist uns eine Herzensangelegenheit. Schon als Kind musste ich praktisch vor der Haustür meines Elternhauses bei Darmstadt miterleben, wie eine Allee abgeholzt wurde. Seit 1945 hat Deutschland rund 200.000 Kilometer Alleen verloren“, so der Künstler. „Das muss einfach bewusst gemacht werden, wir müssen Brücken schlagen. Was wir tun, ist nicht umsonst, es braucht immer wieder Leute, die da aktiv werden. Es ist uns auch schon gelungen, eine Allee zu retten, und heute ist man uns dafür dankbar.
Dushi und ihre Stummeltatze. Fotos (2): Pfotenpaparazzi
Wildtierarzt Marc Gölkel vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin hat sich im Bärenschutzzentrum VIER PFOTEN in Stuer angesagt. Bei dem Termin werden die Braunbären Michal und Dushi einem tierärztlichen Rund-um-Check unterzogen.
Aktuell leben in dem größten Bärenschutzzentrum Westeuropas 15 Bären aus ehemals schlechter Haltung. Alle Bären, die im BÄRENWALD Müritz ein neues Zuhause gefunden haben, werden regelmäßig tierärztlich betreut und – wenn nötig – auch behandelt. „Unsere Bären wurden aus katastrophalen Haltungsbedingungen befreit und haben bei uns hier im BÄRENWALD ein neues Leben beginnen können. Die Spuren aus ihrem vorherigen Leben tragen sie aber für den Rest ihres Lebens mit sich. Das können wir nicht mehr ändern. Aber wir können dafür sorgen, dass es unseren Bären jetzt gut geht, und dazu gehört eben auch, dass die Tiere medizinisch betreut werden“, erklärt Petra Konermann, Pressesprecherin des BÄRENWALD Müritz.
Aus schlimmstem Zoo Europas befreit
Dushi in Albanien vor ihrer Rettung.Fotos(2): Vier Pfoten
Bärin Dushi zog im April 2019 in den BÄRENWALD Müritz. Zuvor lebte die Bärendame jahrelang in dem albanischen Safaripark Fier, der als „Europas schlimmster Zoo“ bekannt wurde. Dushi vegetierte unter katastrophalen Bedingungen dahin und wurde kaum versorgt. Nach Jahren des Martyriums rettete sie die Tierschutzstiftung VIER PFOTEN und brachte sie nach Deutschland in den BÄRENWALD Müritz. Dushi fehlt eine Vorderpfote, wie es zu dem Verlust kam, ist nicht bekannt. Klar ist aber, dass die Wunde nicht richtig versorgt wurde und von selbst heilen musste. Darüber hinaus hatte eine Röntgen-Untersuchung im BÄRENWALD ergeben, dass einst auf Dushi geschossen wurde: In ihrem Körper befinden sich diverse, inzwischen verkapselte Geschosspartikel. Auch mit nur drei Pfoten ist Dushi sehr agil und kann ohne Probleme laufen.
Check auch für dreibeinigen Michal
Auch Braunbär Michal steht eine gründliche Untersuchung bevor. Das stattliche Männchen lebt bereits seit zehn Jahren im BÄRENWALD Müritz. Genau wie Dushi, fehlt auch Michal eine Vorderpfote. Bevor der Bär in das 16 Hektar große Bärenschutzzentrum in Stuer einzog, verbrachte er sein gesamtes Leben in einer nackten Betongrube in einem polnischen Zoo. Im BÄRENWALD Müritz ist der große Braunbär aufgeblüht und hat sogar eine Gefährtin gefunden: Mit Bärin Tapsi lebt er einträchtig in einem weitläufigen Gehege.