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Geschenke, Lyrik, Möhl, Mecklenburgische Kleinseenplatte, Mirow, Weihnachten
Der durchschlagende Erfolg seines jüngsten, schneeinspirierten Werkes hat den Mirower Hobbydichter Gerhard Möhl zu neuen Versen animiert. Immerhin bekam er sogar Fanpost aus Montevideo. So viel Anerkennung ist nicht jedem Lyriker hierzulande beschieden.
Außerdem hatte mein Blogfreund und Kellerbühnen-Schauspielkollege auch zu Weihnachten vor einem Jahr nicht das Licht der Öffentlichkeit gescheut und bei Strelitzius publiziert. Könnte sein, dass uns da eine Tradition ins Haus steht. Nun also das jüngste Poem des Autors. Ohne der Literaturkritik vorgreifen zu wollen, darf ich an dieser Stelle bereits das hohe Maß an Authentizität in den nachfolgenden Zeilen hervorheben. Und dem Dichtkünstler ein frohes Fest wünschen.

Die bescheidenen Weihnachtswünsche eines Zehnjährigen
Alle Kinder, klein und groß,
denken jetzt das eine bloß:
Bin ein Jahr ich brav gewesen?
Ward mein Wunschzettel gelesen?
Bringt der Weihnachtsmann, der gute,
mir Pakete statt der Rute?
Wird an alles er auch denken,
was ich bitte mir zu schenken?
Lieber, guter Weihnachtsmann,
ich erinnere dich daran,
was auf meiner Liste steht,
dass auch nichts verloren geht.
Weihnachtsmann, du stehst am Ruder,
bring mir bitte keinen Bruder
und erst recht nicht eine Schwester,
so was will ich nicht, mein Bester,
denn ich weiß mit solchen Rangen
sowieso nichts anzufangen.
All die schönen Spielzeugsachen
werden sie kaputt mir machen.
Lieber bringe mir, mein Guter
einen neuen Heimcomputer.
Mein PC, das ist doch klar,
war schon alt nach einem Jahr.
Videokonsole hinten dran,
ach bitte, lieber Weihnachtsmann.
Zudem brauch dringend ich ein Handy
zwecks SMS mit Freundin Mandy.
Ein Fernseher wär auch nicht schlecht,
und ein Player wär mir recht.
Lieber Weihnachtsmann, verstehs,
dazu gehören DVDs.
Außerdem, da brauche ich
ein Mountainbike, ich bitte dich.
Pack oben drauf noch Inlineskates,
wie Peter hat, mit denen gehts.
Das hätte ich doch glatt vergessen:
Wäre es nicht angemessen,
an den Sommer schon zu denken
und ein Surfbrett mir zu schenken?
Klamotten kann ich immer brauchen,
außerdem noch was zu rauchen.
Zigaretten, eine Stange,
Weihnachtsmann, sei bloß nicht bange.
Auch wenn Mutter schimpfen tut
und den Vater bringt’s in Wut.
Mir verbieten sie den Schmauch,
dabei rauchen sie doch auch.
Dann hätt ich gern noch ein paar Scheine,
na, du weißt schon, was ich meine,
Geld natürlich, alter Mann,
dass ich mir was kaufen kann.
Die Kohle bitte nicht zu wenig,
zu gern wär ich ein kleiner König.
Die Freunde würden mich beneiden.
Sind meine Wünsche nicht bescheiden?
Vorfreudig denk ich an das Fest,
nun besorge du den Rest.
Lieber, guter Weihnachtsmann,
spanne deinen Schlitten an.
Nimm Flugzeug, Bahn oder den Bus,
dass ich nicht ewig warten muss
auf die paar wirklich kleinen Sachen.
Ich denke schon, das lässt sich machen.
Hast du dann alles mir vermacht,
wünsche ich dir ‘ne stille Nacht!







