Schlagwörter

, , , , , ,

Wolfgang Methlig (Mitte) mit den linken Stadtvertretern Thomas Kowarik und Martin Henze (rechts), Landtagskandidat.

Seit Jahrzehnten wird nach der besten Idee zur Nutzbarmachung und Sanierung des Zierker Sees gesucht – dies bewegt auch viele Neustrelitzer, wie das große Teilnahmeinteresse des LINKEN Bürgerdialogs in der vergangenen Woche zeigte. Martin Henze als LINKER Landtagskandidat hatte den früheren MV-Umweltminister Wolfgang Methling (1998 bis 2006) eingeladen, um im fachlichen Austausch auch die Wünsche der Bürgerinnen und Bürger zu erfragen. Gemeinsam mit Bürgermeister Andreas Grund diskutierten mehrere Dutzend Interessierte und Betroffene.

Schnell wurde deutlich, dass die Mühen zur Reduktion des Nährstoffeintrags nur begrenzten Erfolg haben können, aber fortgesetzt werden sollten. Mit seiner nur geringen Tiefe um 1,6 Meter würde ein konsequentes Ausbaggern des Sees als eine Lösungsoption stark das Biotop verändern, so der lokale Fischer Rüdiger Glashagen. Als Bundeswasserstraße spielt der See eine große Rolle für den Schiffsverkehr, und so wiesen Bootsverleiher darauf hin, dass Schwankungen des Pegelstandes gerade an den Brücken zu Problemen bei Durchfahrten führen können und die häufigen Schleusungen zu einem großen Wasserverlust im See führen.

Nicht nur den eigentlichen See, sondern auch die Uferrandzonen hatten die Gastronomen im Blick – so gab es auch Veränderungen im Schilfgürtel, was zu mehr Naturnähe führte. Einige Diskutantinnen und Diskutanten konnten sich vorstellen, Erholungsbereiche z. B. mit Beachvolleyball einzurichten. Als Badesee ist der Zierker See jedoch aus fachlicher Sicht nicht geeignet – da gibt es den Glambecker See und über 30 weitere Badestellen in der Nähe. Um eine solche Maßnahme umzusetzen, wären ganz klar Aufwand und Nutzen nicht im Lot.

Mit großer Erwartung blicken nun die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Termin am 4. August. An diesem Tag ist eine gesonderte Sitzung der Stadtvertretung angesetzt (Strelitzius berichtete). „Nachdem der aktuelle Minister Till Backhaus vollmundig eine Arbeitsgruppe zum Zierker See angekündigt hat, hat diese offenbar so vertraulich gearbeitet, dass bislang nichts von dieser zu hören war“, heißt es vorab in einer Erklärung der Stadtlinken. „Die Anwesenden vermuteten eher, dass man nun kurz vor der Wahl noch einmal Aktionismus im Rahmen der Stadtvertretung zeigen möchte – dafür waren zwei Jahrzehnte Regierungsbeteiligung wohl nicht ausreichend.“