Schlagwörter

, , , , , , ,

Steffen Rißmann (links) bedankt sich bei den Stiftern, darunter David Ng (Dritter von rechts).

Wesenberg und die ganze Region haben ein kulturelles Kleinod zurückerhalten. Am gestrigen Sonnabend ist nach der pandemiebedingten Schließung der Skulpturenpark am Weißen See wieder eröffnet worden. Etwa 100 geladene Gäste durften erleben, warum die in die malerische Landschaft eingebettete Anlage völlig zu Recht das Attribut einzigartig verdient. Ab heute ist der Skulpturenpark mit seinen aktuell acht Ausstellungen auch wieder öffentlich zugänglich, darunter die neueste des Groß Quassower Malers Bernd Kerkin „Requiem für R.“, die am Sonnabend ihre Vernissage erlebte.

Rechts Philine Bracht und Bernd Kerkin bei der Ausstellungseröffnung.

Wesenbergs Bürgermeister Steffen Rißmann drückte seine Freude aus, dass nach quälender Abstinenz der Kulturbetrieb endlich wieder starten könne. Er hoffe nun, dass die äußeren Umstände auch Kontinuität zulassen. Mit dem Skulpturenpark sei zugleich internationales Flair in Wesenberg eingezogen, „und genau das ist es, was wir wollen“. Das geschichtsträchtige Areal am Weißen See habe sich zu einem Highlight entwickelt, „das weit und breit seinesgleichen sucht“, so Rißmann auch an die Adresse der anwesenden Stifter David Ng und Peter Thompson.

Parkmanagerin Philine Bracht ließ die Geschichte des Parks Revue passieren und sprach von einer „glücklichen Fügung“. 2007 begannen die Auf- und Umbauten, nachdem David Ng das Anwesen auf einer Auktion erworben hatte. 2016 öffnete der Skulpturenpark „Künstler Bei Wu“ seine Tore mit den Dauerausstellungen der deutschstämmigen australischen Künstler Inge King (1915 bis 2016) und Erwin Fabian (1915 bis 2020). Im Andenken an den Anfang 2020 im Alter von 104 Jahren verstorbenen Maler erhoben die Anwesenden nachträglich die Gläser.

Im Anschluss wurde die Ausstellung von Bernd Kerkin eröffnet, dessen Schaffen stark von der Kunst der australischen Ureinwohner geprägt ist. Kerkin hat bereits 2018 im Skulpturenpark eine Galerie erhalten. Seit 2016 hat der Künstler den Schicksalsweg seiner krebskranken Frau Renate mit seinen Arbeiten begleitet und zeigt im Gemäldezyklus „Requiem für R.“ jetzt 70 Bilder für die 70 Jahre, die seine Frau leben durfte. Seine kurze Einführung in die Ausstellung hat wohl alle Gäste sehr bewegt. Er würdigte die Parkstifter, das Land, den Landkreis, die Stadt Neustrelitz, die Gemeinde Userin und das Unternehmen Weber Maschinenbau in Neubrandenburg für die Unterstützung bei der Produktion eines Kataloges für diese sowie drei weitere Ausstellungen in Neustrelitz, Goldberg und Berlin.

Der Skulpturenpark am Weißen See hat sich gestern einmal mehr auch als Konzertpark einen Namen gemacht. In der Scheune führte das exzellente Residenzorchester Concerto Brandenburg unter der Leitung von Christian-Friedrich Dallmann in einem Requiem Werke von Mahler, Chopin, Barber, Williams, Mozart und Bach auf. Als Solistin ragte die Klarinettistin Amelie Bertlwieser heraus. Das nachdenkliche, meditative Konzert nahm das Thema der Pandemie und des Gedenkens an die weltweiten Toten, aber auch der Rückkehr in ein normales Leben auf. Traurige Aktualität gewann die Musikauswahl zudem durch die Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands, die so viele Menschen das Leben gekostet hat.