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Johannes Arlt. Foto: Hans Ziertmann

In Kooperation mit den SPD-Ortsvereinen Neustrelitz und Mirow reinigt Johannes Arlt, Bundestags-Bewerber der SPD im Wahlkreis 17, am 9. November die in Neustrelitz und Mirow verlegten Stolpersteine und entzündet Kerzen zum Gedenken an die Opfer der des Nationalsozialismus.
Johannes Arlt bereist 82 Jahre nach der sogenannten Reichspogromnacht alle im Gebiet des Bundestagswahlkreis 17 verlegten Stolpersteine, darunter auch in Waren, Röbel, Malchow, Penzlin und Gnoien.

In Neustrelitz lebten nach Angaben des Informationsportals „Juden in Mecklenburg“ 1938 nur noch etwa 25 jüdische Bürger. In der Reichspogromnacht kam es in Neustrelitz zu zahlreichen Aktionen. So wurden mindestens drei Geschäfte zerstört, jüdische Bürger misshandelt und in „Schutzhaft“ genommen. In den Morgenstunden des 10. November 1938 wurde die Synagoge in Alt-Strelitz durch SA-Leute in Brand gesetzt, so dass diese völlig ausbrannte, weil die Feuerwehr am Löschen gehindert wurde. Daneben wurden die jüdischen Friedhöfe in Alt-Strelitz und Neustrelitz geschändet. Am 10. Juli und 11. November 1942 wurden die verbliebenen Neustrelitzer Bürger jüdischen Glaubens im Rahmen landesweiter Aktionen deportiert; die meisten von ihnen fielen der Schoah zum Opfer.

In Mirow waren 1933 noch zwei jüdische Familien ansässig. Am 9. November 1938 wurde das Textilgeschäft der Familie Rosenberg verwüstet, der jüdische Friedhof geschändet und zerstört. Durch Flucht nach Chile und Palästina konnten sich die Rosenbergs vor der Ermordung durch die Nazis retten.

„Ich finde wichtig, dass wir an diesem Schicksalstag der Deutschen innehalten. Mit unserer Initiative zur Reinigung der Stolpersteine erinnern wir an die BürgerInnen Mecklenburgs und Vorpommerns, die als Juden, aber auch als Sozialdemokraten, Kommunisten, Liberale; Konservative, als Homosexuelle, Sinti oder Roma und Zeugen Jehovas ausgegrenzt, entrechtet, verfolgt, gefoltert und ermordet wurden“, sagt Johannes Arlt. Deutschland müsse Vorbild in Europa und der Welt bleiben, zeigen, dass ein Land sich ändern kann und aus seinen Fehlern lernt. Demokratie sei nicht selbstverständlich, sondern demokratische Rechte seien auch in Deutschland hart und mit persönlichem Mut erkämpft worden. In diesem Verständnis sei der 9. November „Mahnung an uns alle, an die dunklen und lichten Stunden unserer deutschen Geschichte und Motivator für einen Einsatz für unsere Demokratie. Nie wieder Faschismus!“

Johannes Arlt (Strelitzius berichtete) ist 36 Jahre, Luftwaffen-Offizier und hat an insgesamt sieben Auslandseinsätzen der Bundeswehr in Mali und Afghanistan teilgenommen. Er kommt aus Neustrelitz und ist Bewerber für die Direktkandidatur der SPD im Bundestagswahlkreis 17 (Rostock III/ Mecklenburgische Seenplatte II).