
Das folgende Rezept kommt vielleicht die eine oder andere Woche zu früh. Die Seenplatte ist auf gutem Weg zum mediterranen Klima, aber meine den mitteleuropäischen Kalender-Jahreszeiten folgende Küche ist da noch störrisch und hat heute das erste Kohlessen erlebt. Prompt wurde uns im Ergebnis bei strahlendem Sonnenschein noch ein bisschen wärmer, und wir haben die Terrassentür weit geöffnet.
Wer glaubt, dass Eintopf schnell hingekocht ist, wird eines Besseren belehrt. Zum Spitzkohlessen sind alles über alles, Kochen ist ja auch keine Sprintdisziplin, zwei Stunden der Zubereitung anzusetzen. Da geben sich aber auch jede Menge Zutaten die Ehre. Zu den Problemen, eine Packung Mungosprossen oder Keimlinge einzukaufen, nur ein Link. Bereits gestern habe ich mich über die Schwierigkeiten ihrer Beschaffung in einer Glosse verbreitet. Und unerwartet mehrere hundert Klicks geerntet, weil unter der Überschrift „Da hört die Freundschaft auf: Wesenberger findet Keimlinge in Neubrandenburg“ offensichtlich ein schwerwiegendes hygienisches Problem vermutet wurde. So ist das mit den leseanreizenden Überschriften, sorry an alle, deren Erwartungen nicht erfüllt wurden. Passiert im Umgang mit der zum Boulevard abdriftenden Presse jeden Tag und soll bei mir trotz des Erfolgs nicht zur Gewohnheit werden. Vorsatz war es gewisslich nicht…
Aber nun wollen wir endlich kochen. Ich habe 500 Gramm Spitzkohl in Streifen geschnitten, eine Zwiebel und fünf Knobi-Zehen gehackt, ein daumengroßes Stück Ingwer gerieben, sechs Frühlingszwiebeln in Rollen und 300 Gramm braune Champignons in Scheiben geschnitten, 400 Gramm Putenbrust geschnetzelt sowie vier kleine Chili-Schoten aus meinem neuen Kräuterhochbeet zerstückelt, wobei die Kerne mit ins Essen gehen. Dann wurden noch zwei kleine Zucchini halbiert und mundgerecht portioniert. Schließlich eine kleine Dose Mais abgießen und Inhalt bereitstellen.
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