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Fotos: Katharina Fricke

Manch einer hat sie vielleicht schon gesehen: alltägliche Gegenstände des öffentlichen Raums – Parkbänke, Laternenpfähle, Mülleimer – die plötzlich quasi über Nacht eingehäkelt, manchmal auch eingestrickt worden sind. Das Ganze nennt man Guerillahäkeln und genau dieses ist jetzt auch im Neubrandenburger Reitbahnviertel zu bestaunen.

Ursprünglich als Teil eines Stadtteilfestes geplant, lässt sich das Team des BIWAQ Projekts NordStart NB nicht mehr von Corona ausbremsen. Stattdessen wurden am Freitag im kleinen Kreis Fakten geschaffen. Vor den Türen der beiden NordStart NB-Büros und des WEA-Treffs der Neuwoba An der Hürde wurden Bäume, Geländer und Fallrohre eingehäkelt.

NordStart NB ist ein soziales Projekt, getragen von der Stadt Neubrandenburg und der TFA Akademie. Mit dem „Wir im Quartier“-Büro und der Kiez-Akademie ist das Projekt Anlaufstelle für alle Bewohner der Stadtteile Ihlenfelder Vorstadt, Reitbahnviertel und Vogelviertel. Es unterstützt Unternehmen und Vereine im Quartier, begleitet arbeitssuchende Menschen bei der Jobsuche und fördert mit vielen Veranstaltungen das nachbarschaftliche Miteinander.

Eine dieser Veranstaltungen war ein Häkelkurs Ende vergangenen Jahres. Das Team von NordStart NB ahnte, dass viele Wollreste in Neubrandenburger Wohnungen nicht mehr benötigt werden und startete einen Aufruf zur Wollspende. Es kam so viel zusammen, dass die Idee des Guerillahäkelns geboren wurde. Die Teilnehmer und Mitarbeiter von NordStart NB sowie Besucher der WEA-Treffs produzierten ab da an fleißig etliche Häkelstücke.

Ein Fest, das Unternehmen, Vereine und Anwohner zusammenbringen und dessen Höhepunkt die Häkelaktion sein sollte, fand der Pandemie wegen nicht statt. Womöglich braucht der Stadtteil die Farbkleckse angesichts der neuen Corona-Beschränkungen und der grauen Jahreszeit aber genau jetzt. Alle sind also eingeladen, auf ihrem Herbstspaziergang am Reitbahnsee auch an der Kiez-Akademie vorbeizuschauen und die wunderbaren, bunt gestalteten Objekte zu betrachten.