Zu einem berührenden, informativen und kurzweiligen Gastspiel lädt das Landestheater Neustrelitz für den 5. September um 18 Uhr ein. Das Theaterstück „Nach Europa“ rund um zwei Menschen auf der Flucht wird durch ein Publikumsgespräch mit den Schauspielern ergänzt. Die Produktion richtet sich an alle Menschen ab 14 Jahren.
Mehr Informationen gibt es hier. Alle TICKETS kosten fünf Euro! Vorbestellungen unter 03981 20 64 00 oder online unter www.tog.de
Auch an der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz gehen die Folgen der Corona-Pandemie nicht spurlos vorüber. Den massiven Einschränkungen des Proben- und Spielbetriebs soll aber nicht tatenlos zugeschaut werden. Mit ein wenig „Theatermagie“ wird dagegengehalten, wie die Theatermacher mitteilen.
Unter dem Logo #DIGITOG findet sich ein breites Spektrum digitaler Angebote wie eine Mediathek, live-Proben, digitale Einführungen, ein 14-tägiger Video-Podcast sowie eine digitale Inszenierung. Am Wochenende feierte der digitale „Antike-Baukasten“ seine Netzpremiere. Damit zeigt das Schauspiel der Theater und Orchester GmbH die erste digitale Inszenierung seiner Geschichte! Bei der Konzeption war es dem Team um Schauspieldirektorin Tatjana Rese wichtig, die Notwendigkeit, ins Internet ausweichen zu müssen, auch als eine Chance zu nutzen, um die Möglichkeiten digitaler Inszenierungspraxis auszuloten.
So ist aus dem digitalen „Antike-Baukasten“ ein mythologischer Abenteuerspielplatz geworden, auf dem das Publikum auf spielerische Art neue Verbindungen zwischen den Schicksalen bekannter Figuren aus der Antike entdecken kann. Jede*r Benutzer*in stellt dabei bei jedem Besuch eine neue interaktive Inszenierung zusammen.
Auch im Schauspielhaus Neubrandenburg wird mit einer Komödie (Strelitzius berichtete) in die neue Spielzeit gestartet. Am Freitag, den 28 August feiert „Wohnen. Unter Glas“ Premiere.
Mit unverkennbarer Situationskomik und hyperrealistischer Sprachakrobatik entführt Autor Ewald Palmetshofer in die Welt der sogenannten Mittdreißiger. Dabei laden seine Figuren trotz oder gerade wegen ihrer geradezu befremdlichen Selbstbezogenheit auch zu einer Reflexion über das eigene Lebensglück ein. Urkomisch und nachdenklich machend zugleich!
In der Inszenierung von Andreas Kloos spielen Momo Böhnke, Anika Kleinke und Judith Mahler. Die Ausstattung besorgte Esther Bätschmann.
Für die Premiere am 28. August gibt es nur noch wenige Karten. Weitere Vorstellungen: 29.08., 04.09., 05.09., 11.09., 13.09., 24.10.
„Extrawurst“ – mit einem bitterbösen und urkomischen Stück auf dem Neustrelitzer Theatervorplatz startet die Theater und Orchester GmbH in die neue Spielzeit. Der Stoff stammt von den bekannten Comedy-Autoren Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob, die mit Fernsehformaten wie „Die Wochenshow“, „Ladykracher“ oder „Stromberg“ sehr erfolgreich sind. Die Inszenierung der Freiluftaufführung besorgte Oliver Trautwein, die Ausstattung Alexander Martynow, es spielen Daniel Felix Adolf, Felix Erdmann, Michael Goralczyk, Josefin Ristau und Dirk Schmidt.
Die Mitglieder eines Tennisclubs in der deutschen Provinz sollen über die Anschaffung eines neuen Grills für die Vereinsfeiern abstimmen – eigentlich ganz einfach, gäbe es da nicht den Vorschlag, auch einen zweiten Grill für das einzig türkische Mitglied des Clubs zu finanzieren. Denn bekanntlich dürfen gläubige Muslime ihre Grillwürste nicht auf einen Rost mit Schweinefleisch legen.Die gutgemeinte Idee stellt den Verein vor eine Zerreißprobe: Die Vereinsmitglieder entpuppen sich als Atheisten und Gläubige, Gutmenschen und Hardliner, Vegetarier und verbitterte Verteidiger der Vereinsgeschichte. Schnell wird klar: Es geht um sehr viel mehr als einen Grill…
Die Premiere am Freitag, 21. August, ist schon ausverkauft! Weitere Vorstellungen: 22., 23., 28., 29., 30.8., 4., 12., 13., 19. und 25.9.
In den Zeiten massiver Einschränkungen des öffentlichen Lebens im April und Mai 2020 entstand die Idee für eine gemeinsame Produktion und Kooperation der Theater und Orchester GmbH (TOG) mit den Sparten Musiktheater und Schauspiel sowie der Neubrandenburger Philharmonie und der Deutschen Tanzkompanie Neustrelitz (DTK), die den Stillstand und das Innehalten im Kunst- und Kulturbetriebes erlebbar machen soll.
Lars Scheibner als Regisseur und Chefchoreograph der Tanzkompanie entwickelte um den zweiten Satz des Schubert-Streichquartetts „Der Tod und das Mädchen“ mit Texten von Friedrich Nietzsche, Matthias Claudius und Lao Tse einen poetischen Bilderbogen, in den zwei Schubert-Lieder („Gute Nacht“ aus der „Winterreise“ und „An die Musik“) im neuen Arrangement für Gesang und Streichquartett einfließen – vertanzt von den den Solistinnen und Solisten der DTK. Die Begleitung der Schubert-Lieder wurde hierzu eigens von Uwe Christian Müller neu arrangiert.
Da zu fortgeschrittener Stunde in der Mirower Breitscheidstraße kein Fotograf mehr aufzutreiben war, musste ein Selfie her. Im Uhrzeigersinn von vorn: André Gross, Roland Tuma, Hannjörg Guhl, Martina Wenk, Kathrin Müller, Martina Buchert, Marlies Kahl, Holger Bednarz, Monika Meyer und Gerhard Möhl.
Die in Mirow beheimatete Kellerbühne FreiGespielt nimmt nach coronabedingter monatelanger Zwangspause im September wieder die Proben zu ihrer neuen Komödie „Club der Pantoffelhelden“ auf. Wann das Stück auf die Bühne kommt, steht allerdings noch in den Sternen, mit Sicherheit aber nicht mehr in diesem Jahr. Ursprünglich war die Premiere für November angekündigt. Irgendwo zwischen erstem und zweitem Akt schlug Covid 19 im März zu und stoppte die Arbeit an dem Stoff.
Bei einem Wiedersehensabend am Donnerstag in Mirow waren sich die Mimen einig, dass sie erst wieder auftreten, wenn alle Einschränkungen für Theater im Zusammenhang mit der Pandemie aufgehoben sind. Für die Schauspieltruppe mit ihren stets ausverkauften Aufführungen ist es nicht vorstellbar, wegen eines Sicherheitsabstandes vor halbleerem Haus zu spielen oder ihren Zuschauern gar eine Maskenpflicht zuzumuten.
Natürlich müssen bei der Festlegung der kommenden Spielzeit auch die Belange des gastgebenden Familienzentrums Mirow berücksichtigt werden. Mit einem „Bleiben Sie gesund und uns treu“ freuen sich die FreiGespielten auf die Rückkehr auf die Bühne und ihr Publikum.
Nach den bereits angekündigten Osterfestspielen Schloss Rheinsberg geht es weiter mit Highlights wie einer Lesung von Christian Berkel, dem aus dem Fernsehen bekannten Schauspieler (19. Mai). Er stellt seinen sehr persönlichen und literarisch eindrucksvollen Roman „Der Apfelbaum“ vor, in dem er sein Leben als Sohn einer jüdischen Mutter beschreibt, die den Zweiten Weltkrieg im Exil überlebte.
Ebenso wird der Spiegelsaal zum Konzertsaal: Ein facettenreicher Liederabend des lyrischen Baritons Roman Trekel (2. Mai) sowie ein Konzert der Rheinsberger Hofkapelle AMA Consort (16. Mai.) laden mit romantischer bzw. barocker Musik in die historischen Räumlichkeiten des Rheinsberger Schlosses.
Musiker*innen der Region laden an Pfingsten zu den Rheinsberger Musiktagen ein: Junge Musiker*innen der Kreismusikschule Ostprignitz-Ruppin, Rheinsberger Chöre, die Kantorei der St. Laurentiuskirche und viele weitere Künstler*innen gestalten vier Tage lang ein vielfältiges Kultur- und Musikprogramm mit bewährten als auch neuen Konzertformaten.
Ab 20. Juni beginnt dann für die Musikkultur Rheinsberg gGmbH die Festivalzeit: Mit einem großangelegten Fest für Beethoven, anlässlich des 250. Geburtstages des Komponisten, startet das internationale Festival junger Opernsänger „Kammeroper Schloss Rheinsberg“ seine Saison, die bis zum 16. August 2020 andauert (Strelitzius berichtete). Das komplette Angebot April bis Juni im Anhang:
Großes Theater war am gestrigen Sonnabendabend in Neustrelitz zu erleben. Auf der Landesbühne hatte Thomas Vinterbergs Schauspiel „Das Fest“ in der Inszenierung von Andreas Nathusius Premiere. Will man dazu eine Rezension schreiben, gilt es zuallererst zu beantworten, ob die Aufführung unter die Haut gegangen ist. Aber ja! Um nichts Schlimmeres als Kindesmissbrauch geht es, da sollte es selbstverständlich sein, und doch ist es den Neustrelitzer Theatermachern gelungen, sich geradezu ihres Publikums zu bemächtigen. Es dankte ihnen mit minutenlangem Applaus und Bravorufen, die wie eine Befreiung waren nach einer Stunde und 45 Minuten atemloser Spannung.
In eine Pause werden die Zuschauer wohl bewusst nicht entlassen, sie hingen aber auch geradezu an den Lippen der Mimen, und war es mal still auf der Bühne, hätte man vor geballter Erwartung im Saal die berühmte Stecknadel fallen hören. Das karge Bühnenbild – eine Festtafel, ein Klavier und viele weiße Vorhänge – fokussierte auf jeden Satz, und zwischen den Szenen hielten grelles Licht und zur Unerträglichkeit verzerrte Basstöne die Spannung oben und brachten die Theatergänger an den Rand einer kollektiven Migräne.
Michael Goralczyk (Christian), Momo Böhnke (Michael, rechts)
Michael Goralczyk als Missbrauchsopfer Christian und Frank Metzger als Vergewaltiger und Vater Helge ragen aus der starken Ensembleleistung heraus. Ein Segen, dass unser Theater solche Schauspieler aufbieten kann! „Wir haben nie verstanden, warum du das mit uns gemacht hast“, sagt Christian auch im Namen seiner Zwillingsschwester, die sich umgebracht hat. Und Helge antwortet: „Ihr ward nicht mehr wert.“ Da hatte die Fassungslosigkeit auf der Reise durch die Abgründe einer Familie ihren Höhepunkt erreicht, und mein Sitznachbar vergewisserte sich noch einmal, ob er sich auch nicht verhört habe. Aber auch Angelika Hofstetter als Mutter Else, die bei den Schandtaten ihres Mannes bewusst weggeschaut hat und ihn fast bis zuletzt verteidigt, Anika Kleinke als weitere Tochter Helene und Momo Böhnke als Sohn Michael mit Josefin Ristau als Ehefrau Mette, Steven Nowacki, Dirk Schmidt, Martina Block, Sven Jenkel, Marie Förster, Benjamin Muth, Thomas Pötzsch, Lothar Missuweit und Carl August Zabel als Kind von Mette und Michael wurden zurecht von den Zuschauern gefeiert.
Anna K. Fleck als Schlafmaus, Karoline Chmelensky als Alice, Sven Jenkel als Wechseltier und Thomas Pötzsch als Hutmacher (von links) in „Alice im Wunderland“. Foto: Christian Brachwitz
Auf eine fantastische Reise können Kinder am kommenden Sonntag, den 16. Februar, um 16 Uhr, im Landestheater Neustrelitz gehen. Schauspieltruppe und Tanzkompanie haben für „Alice im Wunderland“ ihre Kräfte gebündelt. Aus dem berühmten Roman von Lewis Carroll ist ein buntes, kindgerechtes Bühnenmärchen voller hinreißender, wundersamer Figuren entstanden, tänzerisch und mit traumhaften Songs.
Premiere am Landestheater war am 1. Dezember vergangenen Jahres. Die zauberhafte Adaption besorgten Schauspieldirektorin Tatjana Rese, Winnie Karnovka und Jan Pusch.