Ein Hilferuf hat mich erreicht. Die Diakonie Mecklenburgische Seenplatte sucht für die Bewohner und zu Betreuenden in ihren Einrichtungen in Weitin, Neubrandenburg, Burg Stargard, Friedland, Röbel, Mildenitz und Stavenhagen händeringend Nasen-Mund-Schutzmasken.
„Unsere Betreuten sind einerseits auf Menschen zu ihrer täglichen Unterstützung angewiesen, andererseits haben sie ein besonderes Risiko, schwer zu erkranken. Für sie kann eine Infektion mit dem Corona-Virus lebensbedrohlich sein“, schreibt mir Heike Köhler, Öffentlicheitsarbeiterin im Diakoniewerk Stargard. „Wir wissen dass momentan der Mundschutz heißbegehrt ist. Aber vielleicht haben wir Glück und es finden sich noch Näher für unsere Einrichtungen.“
Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit hat am Freitag, den 20. März 2020 Regelungen des Besuchs und des Betretens sozialer Institutionen und weitere kontaktvermeidende Maßnahmen beschlossen. Von diesem Erlass sind auch die Neustrelitzer Werkstätten des Rehazentrums betroffen, wie mir Werkstättenleiter Helge Oehlschläger mitteilt. Der Besuch und das Betreten der Werkstatt und der Fördergruppe ist ab kommenden Montag, 23. März 2020, bis zum Ablauf des 19. April 2020 untersagt.
Dies gilt insbesondere für:
Beschäftigte, die sich in einer betreuten Unterkunft (z. B. besondere Wohnform, Wohnheim) befinden,
die bei Erziehungsberechtigen oder ihren Eltern wohnen und deren Betreuung sichergestellt ist oder
die allein oder in Wohngruppen wohnen und sich selbst versorgen können oder eine Betreuung erhalten.
Von diesem Betretungsverbot auszunehmen sind diejenigen Menschen mit Behinderungen, für deren Wohl und Gesundheit der Besuch unabdingbar ist. Die Werkstatt ist verpflichtet, bei der Entscheidung sehr einschränkend zu verfahren.
Bei dieser Maßnahme handelt es sich um eine reine Vorsorgemaßnahme zur Unterbrechung der Infektionskette und zur Verlangsamung der Verbreitung des Corona Virus. „Die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die von uns zu betreuenden Menschen stehen für uns im Vordergrund“, so der Werkstättenchef. Er bitte um Verständnis für diese Maßnahmen.
In der Regionalbibliothek stellt derzeit das dzb lesen aus.Foto: Stadt Neubrandenburg
Bibliothek berät Blinde und Sehbeeinträchtigte
Eine Ausstellung des Deutschen Zentrums für barrierefreies Lesen – dzb lesen – ist im Dezember zu den Öffnungszeiten der Regionalbibliothek Neubrandenburg zu sehen. Die speziellen Medien, die vom dzb lesen, bereitgestellt werden, vermitteln einen Eindruck davon, wie vielfältig und kreativ der Zugang zu Literatur und Information für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen gestaltet werden kann. Das dzb lesen produziert und verleiht Medienangebote vom Tastbilderbuch „Der Grüffelo“ bis hin zu taktilem Kartenmaterial, Noten in Punktschrift und barrierefreien Hörbüchern. Die Exponate können vor Ort „ertastet“ und ausprobiert werden.
Als Partnerbibliothek arbeitet die Regionalbibliothek eng mit dem dzb lesen zusammen. Im Rahmen der gemeinsamen Initiative „Chance Inklusion“ werden Nutzer mit eingeschränktem Sehvermögen und Interessierte zu den neuen barrierefreien Angeboten beraten.
Neubrandenburg erhält neue Sporthalle
Nachdem die „Ruhlandhalle“ abgerissen wurde, wird nun mit dem Bau einer neuen Sporthalle in der Großen Krauthöferstraße in Neubrandenburg begonnen. Der Grundstein dafür wird am kommenden Donnerstag, den 12. Dezember, auf der Baustelle neben der Pestalozzischule gelegt.
Die einstige Tonnenturnhalle wird durch eine Zweifeldsporthalle ersetzt. Aus wirtschaftlichen Gründen, so die Stadtverwaltung, war eine Sanierung der Anfang der 1970-iger Jahre gebauten Halle nicht zu vertreten.
Vincent Kokert, Helge Oehlschläger, Bürgermeister Andreas Grund (von rechts), links die Chefin des Rehazentrums Magret Höppner. Foto: Rehazentrum
In Neustrelitz ist heute Vormittag der Grundstein für den lange geplanten Neubau des Sozialgebäudes der Schlossgärtnerei gelegt worden. Mit dabei unter anderem Vincent Kokert, Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag MV. Er hatte vermittelt, dass aus Landesmitteln 200 000 Euro für den Neubau fließen.
Fertigstellung soll Ende Februar 2020 sein. „Damit werden endlich vernünftige Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter und Beschäftigten am Standort geschaffen“, so Helge Oehlschläger, Leiter der Neustrelitzer Werkstätten des Rehazentrums. „Während der gesamten Bauphase ist die Gärtnerei trotzdem wie immer für unsere Kunden geöffnet.“
Die Tom-Mutters-Schule in der Neustrelitzer Höhenstraße 51 freut sich am kommenden Dienstag, 28. Mai, auf einen ganz besonderen Gast. Boxsport-Trainerlegende Ulli Wegner wird ab 13 Uhr aus seiner Biografie „Mein Leben in 13 Runden“ lesen und sich anschließen den Fragen seiner Zuhörer stellen. Kaffee, weitere Getränke und einen Snack wird es auch geben. Die Veranstaltung ist öffentlich, und die Gastgeber hoffen natürlich auf viele Interessierte.
Der Tipp kommt von Schulleiterin Gritt Weidemann. Sie wohnt in Klein Quassow, wir sind so ziemlich Nachbarn. „Unser Fußballtrainer, Armin Franz, kam vor ein paar Wochen zu mir und erzählte mir, dass er ein guter Freund von Ulli Wegner ist, der mit dem Fußball seine sportliche Laufbahn begann und dann zum Boxsport wechselte. Er wollte ihn gern zu uns in die Schule einladen“, berichtete mir Gritt Weidemann. „Ich fand die Idee gut, und so überlegten wir gemeinsam und legten den Termin 28. Mai fest.“ Da haben die Schüler der Förderschule mit Schwerpunkt geistige Entwicklung wie immer dienstags bis 14 Uhr Wahlkurse, deshalb die ungewöhnliche Zeit für die Lesung.
Der Beirat für Menschen mit Behinderungen des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte hat für den kommenden Freitag, 10. Mai, eine Veranstaltung mit dem Thema „Barrierefreies Bauen – ein Mehrwert für alle“ organisiert. Dazu sind Planerinnen, Architektinnen, Entscheidungsträgerinnen und andere Interessierte ab 9.30 Uhr in den Hörsaal 3 der Hochschule Neubrandenburg eingeladen.
Schwerpunktthema an diesem Tag ist das barrierefreie Bauen von Wohnungen und öffentlichen Gebäuden. Dazu wird Dr. Antje Bernier, Behindertenbeauftragte der Hochschule Wismar und Freie Sachverständige für barrierefreies Bauen und Planen, einen einleitenden Vortrag halten. „Der Beirat möchte mit der Veranstaltung informieren, aber vor allem auch für das Thema sensibilisieren, denn beim Bauen geht es um weitaus mehr als nur Fahrstühle und behindertengerechte Sanitärräume“, sagt Annika Schmalenberg, die Vorsitzende des Kreisbehindertenbeirates. Sie sei sehr froh, dass der Beirat die ausgewiesene Expertin als Referentin gewinnen konnte.
Natürlich gibt es an dem Tag auch Gelegenheit zu Fragen und Diskussionen. Außerdem können die Teilnehmerinnen einmal selbst die Erfahrung machen, wie es sich zum Beispiel anfühlt, mit einem Rollstuhl unterwegs zu sein oder sich nur über den Tastsinn in Räumen zurechtzufinden. Neben den Eingeladenen können sich gern auch andere Interessierte für eine Teilnahme melden unter schmalenberg@kbb-mse.de.
Andreas Butzki, Helge Oehlschläger und Stefanie Drese (hinten von links) in den Neustrelitzer Werkstätten des Rehazentrums. Fotos: Rehazentrum
Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) hat den Neustrelitzer Werkstätten des Rehabilitationszentrum Neustrelitz einen Besuch abgestattet. Bei einem Rundgang wurde sie vom Leiter der Werkstätten Helge Oehlschläger über die Produktion in den einzelnen Arbeitsbereichen informiert.
In einer anschließenden Gesprächsrunde, an der auch der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Butzki und die Geschäftsführerin des Rehazentrums Magret Höppner teilnahmen, wurde der Verein vorgestellt. Thema waren unter anderem das Bundesteilhabegesetz und seine Konsequenzen für das Rehazentrum.
Ministerin Stefanie Drese mit Magret Höppner und Helge Oehlschläger (von links) in der Gesprächsrunde.
Robert, Christian, Steffen und Oliver (von links) freuen sich auf die Seenrunde.
Das hat es bei der Mecklenburger Seenrunde noch nicht gegeben. Erstmals wollen vier geistig beeinträchtigte Freizeitsportler im Alter zwischen 18 und 54 Jahren unter Führung ihres Betreuers Thomas Reinke an dem zum sechsten Mal stattfindenden Radsport-Event am 24. und 25. Mai mit Start und Ziel in Neubrandenburg teilnehmen. Dafür trainieren Oliver, Christian, Robert und Steffen, die im Behinderten-Wohnhaus des Rehazentrums Neustrelitz in der Höhenstraße zu Hause sind, mit Reinke seit Monaten hart. „Und das sollte eine Schlagzeile im Strelitzius Blog wert sein“, findet nicht nur die Chefin des Rehazentrums, Magret Höppner, die mich dankenswerterweise auf die Ausnahmesportler aufmerksam gemacht hat.
Mit dem Veranstalter der Seenrunde konnte eine Sonderregelung für das Team mit Handicap vereinbart werden. Die Mannschaft wird bei Kilometer 200 in die Herrenrunde einsteigen und die letzten 100 Kilometer bis ins Ziel mitfahren. Für alle Fälle wird auch ein Begleitfahrzeug dabei sein. „Unser Ziel ist, mit einem 20-er Schnitt die Distanz in fünf Stunden zu bewältigen und geschlossen ins Ziel zu kommen“, hat mir Thomas Reinke (48) verraten, der Jahr für Jahr selbst extreme Radsportwettkämpfe bestreitet. „Das wäre ein Riesenerfolg und ein Riesenerfolgserlebnis. Die Jungs kommen mit Sicherheit an ihre Grenzen, und wenn die Kondition nachlässt, lässt auch die Konzentration nach. Dann wird es kompliziert.“ Das habe sich im Training schon gezeigt, er müsse ständig auf seine Truppe aufpassen. Unterwegs hat der Coach regelmäßige Trinkpausen eingeplant.
„Alle reden von Inklusion, das ist sie“, betont Thomas Reinke. Sein Betreuerkollege spiele Fußball und habe im vergangenen Jahr ein tolles Kicker-Camp veranstaltet. „Da fand ich, ich muss auch was ganz Besonderes für unsere Betreuten anbieten. Es macht sie unglaublich stolz, auf einem Fahrrad zu sitzen und durch die Stadt und die Umgebung zu fahren.“ Am 1. Mai ist Generalprobe. Da ist Saisonauftakt der Radsportler des WSV mit Thomas Reinke an der Spitze. Mit dabei über 50 Kilometer Oliver, Christian, Robert und Steffen.
Auch das NDR Nordmagazin ist schon auf die außergewöhnliche Radsportgruppe aufmerksam geworden. Ich hänge hier den Beitrag der TV-Kollegen an.
Reges Interesse an der Kita „Knirpsenland“ in der Schwentnerstraße. Foto: Rehazentrum
Die erstmals vom Rehazentrum Neustrelitz veranstaltete Woche der offenen Türen (Strelitzius berichtete) ist gut angenommen worden, auch wenn das Interesse für die einzelnen Adressen sehr unterschiedlich war, wie mir Sven Heyden vom Qualitätsmanagement berichtet.
So fand das Wohnhaus Neustrelitz viel Beachtung, wo eine Klasse der Tom-Mutter-Schule sowie Anwohner den Termin nutzten, um die Einrichtung besser kennenzulernen. Im Ambulant Betreuten Wohnen zeigten sich Besucher vom Vortrag einer Klientin über ihre Erkrankung beeindruckt. Auch in der Kindertagestätte „Knirpsenland“ wurde der Tag der offenen Tür von vielen Großen wie Kleinen wahrgenommen.
Ebenso konnten die Neustrelitzer Werkstätten, das Wohnheim Ahrensberg, das Psychosoziale Wohnheim und die Tagesstätte Lichtenberg besichtigt werden. „Rundum eine gute Woche mit mal mehr und mal weniger Resonanz, aber überall fanden aufschlussreiche und konstruktive Gespräche statt“, resümierte Sven Heyden.
Das Rehazentrum Neustrelitz lädt die Öffentlichkeit in der kommenden Woche erstmals zu Tagen der offenen Türen in seine Einrichtungen ein. „Dies dient zum Kennenlernen unserer täglichen Arbeit und Arbeitsabläufe sowie unserer Einrichtungen und deren Strukturen. Die Terminwahl hängt mit der Vereinsgründung zusammen, welche am 25. Oktober 1990 erfolgte“, schreibt mir Sven Heyden vom Qualitätsmanagement des Rehazentrums. „Wir hoffen, dass sich viele interessierte und wissbegierige Menschen einen Einblick in den Verein verschaffen.“
Jede Einrichtung kann zu den genannten Zeiten besichtigt werden (siehe nebenstehender Flyer). Im Wohnheim Ahrensberg, im Wohnhaus Neustrelitz, im Psychosozialen Wohnheim, in der Tagesstätte „Lichtung“ und in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ist für Kuchen und Kaffee gesorgt. In der Kindertagesstätte gibt es auch eine Kleinigkeit zu essen. Weiterlesen →