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Zwölftklässlerin Jessy (links), hier beim Scannen, hat sich heute am Pilotprojekt ihrer Schule beteiligt.

130 freiwillige Schülerinnen und Schüler haben sich heute Morgen am Neustrelitzer Gymnasium Carolinum an einem PCR-Pool-Coronatest beteiligt. Das Pilotprojekt findet auf Bitte des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte an der Bildungseinrichtung statt, die als Vorreiterin bereits über eineinhalbjährige Erfahrungen mit dem Testen von Schülern hat. Rund 16.300 Einzeltests sind hier seit Ausbruch der Pandemie vorgenommen worden.

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte plant den Aufbau einer PCR-Pool-Teststruktur an Schulen. Hintergrund dafür ist, einen Überblick über das Infektionsgeschehen zu erhalten und jedem die Möglichkeit zu bieten, einen persönlichen Beitrag zu leisten, dass die Schulen auch bei steigenden Inzidenzen geöffnet bleiben können. „Unsere jungen Leute sind einfach großartig“, freute sich Schulleiter Henry Tesch im Gespräch mit Strelitzius übber das Engagement seiner Schüler. „Der Virus verlässt die Welt nicht, aber wir beschreiten mit unserem zusätzlichen Rettungsring auf digitaler Basis einen Weg zurück ins normale Leben.“

In der PCR-Pool-Teststruktur werden mehrere individuell genommene Proben zu einem Pool zusammengeführt und zeit- und kostensparend analysiert. Ärzte empfehlen zurzeit eine Beschränkung der Pools auf 15 Einzelproben, um die hohe Sensitivität der Analyse nicht zu beeinträchtigen. Eine Einzeltestung der zusammengeführten Proben wird nur dann erforderlich, wenn ein Pool ein positives Testergebnis aufweist. Mit dieser Testmethodik können die Vorteile der PCR-Testung in einem kosteneffizienten Ansatz genutzt werden und somit die Schwächen und Fehlerrisiken einer Antigen-Schnelltestung vermieden werden. Darüber hinaus stellt das Pool-Verfahren sicher, dass keine personengebundenen Daten an das Testlabor (Centogene AG) übermittelt werden. Die Daten verbleiben in der Schule.

Mit der Polymerase-Kettenreaktion, kurz PCR-Test, wird geprüft, ob die Probe Erbgut (RNA) des SARS-CoV-2-Erregers enthält. PCR-Tests gelten nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts als die derzeit zuverlässigsten Tests. Selbst eine sehr geringe Viruslast, wie zu Beginn und am Ende der Infektion, wird nachgewiesen. Der Nachweis erfolgt über einen Rachenabstrich oder eine Speichelprobe.

Das Carolinum hat sich quasi „über Nacht“ intern eine Datenbank gezaubert, so dass jeder Getestete gescannt werden kann und gleichzeitig die Probe anonym ans Labor geht. „Bedeutet, wir müssen auch nicht klassenweise usw. im Testzentrum auftauchen, sondern immer nach 15 Proben geht der Deckel zu, egal von wem die Probe ist, Lehrer, Schüler 7./11. oder 9. Klasse“, erläutert Henry Tesch. „Parallel können wir, wenn das Ergebnis hier ist und „negativ“, jedem, der es wünscht, das auch bescheinigen, und bei „positiv“ auf Knopfdruck die 15 zur Einzelprobe bestellen.
Und wenn man bedenkt, dass Schnelltests ca. 18 Euro pro Test das Land kosten, dann muss man auch aus dem Grund dieses Geldverbrennen eindämmen und gute Pooling-Strukturen aufbauen sowie finanzieren.

Tesch schlägt vor, den Schulträgern die Hälfte des jetzt in Schnelltests investierten Geldes zum Aufbau dieser Strukturen zur Verfügung zu stellen. „Wir müssen loslegen, und das sofort. Mal sehen, wie weit wir bis zu den Oktoberferien im Landkreis und im Land kommen.“