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Andreas Krumme, Ernst-August von der Wense, Thilo Reddig und „Altstadtquartier“-Mitarbeiter Mark Kraus (von rechts) beim Ortstermin auf der Rückseite der Parkvilla.

Wünsche darf man ja äußern. Ob sie dann in Erfüllung gehen, steht auf einem anderen Blatt und liegt nicht immer in der Macht dessen, der den Wunsch hat. Jedenfalls ist es der unbedingte Wunsch von Investor Andreas Krumme und Architekt Thilo Reddig vom ortsansässigen Büro Heller, dass die Neustrelitzer Parkvilla im Sommer 2023 im alten, neuen Glanz erstrahlt. Der aus Bielefeld stammenden Geschäftsmann mit Hauptwohnsitz und Agrarbetrieb in Groß Quassow, der sich bereits bei der Sanierung und Restaurierung des „Wildhofes“ in der Residenzstadt einen Namen gemacht hat, und sein Baubetreuer äußerten sich heute bei einem Pressetermin in der Parkvilla. Sie versprachen zugleich, Strelitzius und seine Leser über den Baufortschritt auf dem Laufenden zu halten.

Architekt Thilo Reddig, Stadtpräsident Ernst-August von der Wense und Investor Andreas Krumme (von links) haben einen guten Draht zueinander.

Vor gut einer Woche hat Krumme, dem unter anderem auch die Bielefelder Firma „Altstadtquartier“ gehört, den Kaufvertrag mit dem Land für das streng denkmalgeschützte Gebäude an der Parkstraße unterzeichnet. Alles sei nun „in trockenen Tüchern“, nachdem es sich lange hingezogen habe Dem vorausgegangen war der Erwerb des bislang zur Neuwo gehörenden Mietshauses Parkstraße 11 in der Nachbarschaft, das eine wichtige Rolle in der Parkplatzproblematik für die künftigen Nutzer und Besucher der Parkvilla spielt, denn auch der knapp 6000 Quadratmeter große Park ist denkmalgeschützt und kommt als Stellfläche nicht infrage. Außerdem wurde aus dem Keller der Nummer 11 früher mit Kohle das Palais geheizt. Nun wird an selber Stelle eine umweltfreundliche Hackschnitzelheizung die Aufgabe übernehmen.

Räumliche Struktur bleibt auf jeden Fall erhalten

Krumme hat nach eigener Aussage mit all seiner Erfahrung bereits seit 2006 die Parkvilla, deren Rückübertragung an das Land sich bekanntermaßen schwierig gestaltete, als eines der „historisch bedeutendsten Gebäude der Stadt“ im Blick. Dessen räumliche Struktur gelte es unbedingt zu erhalten, weshalb viele alte Ansichten studiert worden seien. Er werde die Struktur nicht nach den Mietern ausrichten, betonte der Unternehmer, sondern diese müssten sich mit ihr arrangieren. „Sonst können sie nicht unsere Mieter sein.“

Größter Nutzer der 1800 Quadratmeter Innenfläche soll eine ambulante Rehaeinrichtung sein, hier sei er mit mehreren Trägern im Gespräch. Vorgesehen dabei sind unter anderem ein Bewegungsbad unter der rückwärtigen Terrasse mit Spa-Bereich. Die Terrasse selbst und Teile des Erdgeschosses sollen ein Café aufnehmen. Damit erfüllt der Unternehmer auch die Auflage der öffentlichen Zugänglichkeit des Hauses. Außerdem wird die Parkvilla zehn Appartements bieten, die von länger in der Stadt weilenden Besuchern wie zum Beispiel Dienstreisenden belegt werden und über einen alle Etagen verbindenden Fahrstuhl erreicht werden können. Hier verhandelt Krumme mit einheimischen Hoteliers. Schließlich wird es eine Reihe von exklusiven Büroflächen geben.

Stadtpräsident Ernst-August von der Wense, der an dem heutigen Termin teilnahm, sicherte dem Investor auch weiterhin seine Begleitung und Unterstützung bei dem Projekt zu. Zum finanziellen Aufwand wollte sich Andreas Krumme nicht äußern. Er versicherte aber, über genügend Kenntnisse zu verfügen, um sich an dem Projekt nicht zu verheben. Fördermittel seien zwar in Aussicht gestellt, aber erfahrungsgemäß werde immer mehr gelockt als gezahlt. „Wir bleiben dran, schließlich werden auch die Forderungen des Denkmalschutzes nicht von Pappe sein.“ Eine zahlenmäßig starke Delegation von Landesdenkmalpflegern aus Schwerin hatte sich gestern ausgiebig die Parkvilla angeschaut.

Inzwischen hat das Büro Heller ein digitales Aufmaß der Villa Raum für Raum vorgenommen. Im Frühjahr kommenden Jahres beginnend, sollen Fenster, Fassaden und Dächer des ehemaligen Großherzoglichen Palais in der Parkstraße 9 und des Hauses Parkstraße 11 saniert werden. Historisch zusammengehörend, sollen sie auch äußerlich wieder einander angeglichen werden. Im Sommer geht es dann im Inneren der Parkvilla weiter. „Wir sind eigentlich von der schnellen Truppe, aber bei so einem anspruchsvollen Vorhaben gibt es immer Unwägbarkeiten“, unterstrich Krumme. Denkbar sei auch eine schrittweise Fertigstellung, begonnen bei dem Café. Die Parkstraße 11 werde im Inneren nach und nach hergerichtet, sobald dort Wohnungen frei würden. Die derzeitigen Mieter hätten auch unter der neuen Verwaltung nichts zu befürchten und seien vom Gesetzgeber ohnehin geschützt.

Das Nachbarhaus Parkstraße 11 spielt für die Parkvilla eine nicht unwesentliche Rolle. Es ist in das Sanierungskonzept einbezogen worden.