Das Land Mecklenburg-Vorpommern schafft zusätzliche ECMO-Beatmungstechnik für die intensivmedizinische Behandlung an. Die Unimedizinen Rostock und Greifswald sollen jeweils drei Geräte sowie die Helios Kliniken in Schwerin und das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg jeweils zwei Geräte erhalten.
„Auf Grund des anhaltend dynamischen Infektionsgeschehens in Mecklenburg-Vorpommern ist die Beschaffung von zusätzlicher ECMO-Beatmungstechnik erforderlich. Darüber hinaus geht es auch darum, die intensivmedizinische Behandlung für andere Schwererkrankte weiter bestmöglich zu ermöglichen. Die Pandemie bringt eine erhebliche Auslastung der intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten und der Beatmungskapazitäten mit sich. Insgesamt werden 10 Geräte durch das Land gefördert“, sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Donnerstag.
Die benötigten Mittel belaufen sich auf 80.000 Euro je Gerät. Die Finanzierung erfolgt aus dem Schutzfonds des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Aktuell (Stand 21. April) werden 88 Personen im Land auf Intensivstationen behandelt (+9 gegenüber Vortag). Von den 88 werden 76 beatmet (+7 gegenüber Vortag) – davon sind wiederum sechs an ECMO-Beatmungstechnik für besonders schwere Krankheitsverläufe angeschlossen.
Sehschwächen oder -störungen kann Orthoptistin Melanie Schewe bei ihren jungen Patienten mit verschiedenen Tests feststellen. Fotos: DBK Neubrandenburg
Drei Jahre lang hat die Neustrelitzer Augenärztin Beate Wegner vergeblich einen Nachfolger für ihre Praxis in der Augustastraße 19 gesucht. Jetzt ist eine Lösung gefunden. Die Praxis wird seit Jahresbeginn vom Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Neubrandenburg-Mitte betrieben, das Team ist geblieben. „Ich arbeite gern weiter, aber mir werden jetzt viele administrative Aufgaben abgenommen“, freut sich Beate Wegner, die seit 1995 als niedergelassene Augenärztin arbeitete. „Und die Patienten freuen sich auch, dass wir noch da sind“, sagt sie.
Das MVZ Neubrandenburg-Mitte gehört zur Poliklinik am Dietrich Bonhoeffer Klinikum gGmbH, die ein Tochterunternehmen des Dietrich-Bonhoeffer-Klinikums ist. Das MVZ betreibt bereits seit Jahren eine Augenarztpraxis in der Neubrandenburger Kranichstraße und hat dort vor einigen Monaten das Angebot erweitert. Orthoptistin Melanie Schewe behandelt an zwei Tagen in der Woche Kinder und Jugendliche mit Sehschwächen und Sehstörungen und bietet Untersuchungen der Sehfunktionen an. „Alle Kinder sollten bis zum Alter von zwei Jahren zu einem augenärztlichen Screening. Je früher man Sehschwächen erkennt, desto besser sind die Behandlungserfolge“, erklärt sie.
Die Augenarztpraxis in der Neustrelitzer Augustastraße 19 wird jetzt vom MVZ Neubrandenburg-Mitte betrieben.
Ich habe mich in den mehr als 40 Jahren als Journalist immer an die Stallorder gehalten, nicht gegen Kollegen zu ätzen. Auch wenn das zunehmend schwerer fällt, der Berufszweig verkommt im Auflagenkampf, mit Ausnahmen. Aber als Strelitzius muss ich doch mal eine kritische Anmerkung absondern, und das ganz unerschrocken gegen keine Geringeren als die Schreiber vom „Spiegel“. In dem von mir sehr geschätzten Magazin ist nämlich jüngst zu lesen, dass Corona-Schnelltests bislang nur von „medizinischem Fachpersonal“ durchgeführt werden durften. Nun könnten auch Apotheken und Zahnarztpraxen testen.
Mit Apothekern kenne ich mich nicht so aus. Bereits 1815 sind aber die ersten Zahnärzte vor der Medizinalexaminationskommission in Neustrelitz geprüft und dem medizinischen Personal zuerkannt worden, wie ich auf Anfrage erfuhr. Nun galt das zwar damals nur für Mecklenburg-Strelitz, dürfte aber inzwischen auch über die Grenzen des Großherzogtums hinaus anerkannt sein. Bei Risiken und Nebenwirkungen kann man sich also getrost auch an seinen Zahnarzt wenden, an seinen Apotheker ja ohnehin, wie uns von der Werbung eingebläut ist. Ich habe mal ohne Not bei meinem Dentisten angefragt: Corona-Test, kein Problem.
Die Centogene AG Rostock ist in Sachen Corona unter dem Motto „Testen, testen, testen“ jetzt auch auf Achse. Das Unternehmen, das durch sein Sponsoring am Neustrelitzer Gymnasium Carolinum in der hiesigen Region bestens bekannt geworden ist, ist derzeit mit seinem weltweit ersten Centotruck auf dem Weg von der Ostseeküste nach Frankfurt am Main. Der Chef des Unternehmens, Prof. Arndt Rolfs (Strelitzius berichtete), hat mir über Schulleiter Henry Tesch freundlicherweise ein Filmchen zukommen lassen, das das fahrbare Labor beim Start in der Hansestadt zeigt.
Es hat eine Kapazität von 5000 Covid-19-Proben pro Tag. Vorgestellt wird es unter anderem am kommenden Montag bei der Fraport AG, Betreibergesellschaft des Flughafens der Mainmetropole, und bei der Lufthansa. Danach geht es ins europäischen Ausland. Auch aus den USA ist Interesse angemeldet worden.
Testen, testen, testen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen – so lautet das Mantra von Virologen wie Alexander Kekulé von der Uni Halle-Wittenberg, der sich auf Seuchenbekämpfung und Pandemieplanung spezialisiert hat. Seit Wochen predige er, dass Menschen regelhaft getestet werden sollten, sagt der Mediziner und scherzt gegenüber dem SPIEGEL, er werde sich beim Gymnasium Carolinum in Neustrelitz mit einem großen Strauß Blumen bedanken.
Der SPIEGEL widmet den freiwilligen Corona-Tests an der Schule und ihrer Vorreiterrolle in Deutschland einen langen Beitrag. Wie Carolinum-Chef Henry Tesch gegenüber Strelitzius verriet, will er den Virologen nach Neustrelitz einladen.
„Statt Kinder und Jugendliche über Monate von Kitas und Schulen fernzuhalten, müssen wir eine Firewall zwischen sie und die Risikogruppen setzen“, sagt Kekulé. Regelmäßige Tests seien der einzige Weg, um in absehbarer Zeit zu einem regulären Kita- und Schulbetrieb zurückzukehren: „Was in der Bundesliga geht, wo Fußballer regelmäßig getestet werden, muss auch hier ermöglicht werden.“
Nach aktuellem Datenstand gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 529 intensivmedizinische Betten mit Beatmungsmöglichkeit. Das hat Gesundheitsminister Harry Glawe heute mitgeteilt. Darüber hinaus sind die Krankenhäuser in der Lage, mit den derzeit vorhandenen Geräten weitere 127 Beatmungsplätze einzurichten.
„Wir bereiten uns bestmöglich auf den Ernstfall vor“, so Glawe. Die Kapazitäten an intensivmedizinischen Betten wurden mehr als verdoppelt.
Mai Colvin auf einer derIntensivstationenihres Krankenhauses. Foto: privat
Der erschütternde Bericht einer Ärztin aus New York im Kampf um das Leben von Corona-Patienten hat mich erreicht. Er ist mir von Borwin Herzog zu Mecklenburg zugeleitet worden, der meinem Blog sehr verbunden ist. Die Intensivmedizinerin Mai Colvin ist eine Freundin der Großherzoglichen Familie. „Wer das liest, denkt nicht mehr über eine schnelle Lockerung unserer Beschränkungen nach“, schreibt mir Herzog Borwin. Hier die Zeilen der Ärztin vom 29. März:
Jedes Mal, wenn ich Berichte und Aufnahmen von Krankenhäusern in China und Italien sah, war ich besorgt, dass mein Krankenhaus eines Tages in naher Zukunft in einer ähnlichen Situation sein würde. Ich hatte wirklich gehofft, aber ich wusste, dass es eines Tages hierher kommt. Ich dachte, ich könnte mich darauf vorbereiten, aber ich war überhaupt nicht vorbereitet.
Jetzt steht die New Yorker Gesundheitsversorgung kurz vor dem Zusammenbruch. In meinem Krankenhaus ist die Zahl der COVID-Patienten in den letzten zwei Wochen von 1 auf 50, auf 200, auf 500 gestiegen in den letzten zwei Wochen gestiegen. Unsere Stationen waren sehr schnell gefüllt. Wir haben vier Intensivstationen in unserem Krankenhaus, aber sie sind alle mit COVID-Patienten belegt. Wir haben drei neue Intensivstationen geschaffen, aber das reicht immer noch nicht. Egal, wie viele Zustellbetten wir schaffen, es gibt immer mehr COVID-Patienten, die auf die Aufnahme warten. Wir haben keine Beatmungsgeräte mehr. Tatsächlich sind mehreren Krankenhäusern in New York bereits die Beatmungsgeräte ausgegangen. Viele der COVID-Patienten entwickeln Niereninsuffizienzen, und wir haben jetzt keine Dialysemaschinen mehr, deshalb gehen wir von der Hämodialyse zur Peritonealdialyse über. Ich habe noch nie davon gehört, dass ein Krankenhaus keine Beatmungs-und Dialysemaschinen mehr hat, bis zu dieser Krise.
Angenommen, es gibt zwei Patienten vor mir, die sofortige Intubation und Beatmungsunterstützung benötigen, aber was ist, wenn ich nur noch ein Beatmungsgerät übrig habe? Wenn ich als Intensivmedizinerin gezwungen werde, einen Patienten auszuwählen. Wen soll ich dann auswählen?
Angenommen, Notaufnahme und Stationen sind mit Patienten gefüllt, die auf die Intensivstation müssen, und dort wird ein Bett frei. Wie soll ich diesen einen Patienten auswählen, der auf die Intensivstation aufgenommen wird?
Das sind ohne Übertreibung die Szenarien, mit denen wir schon bald konfrontiert werden. Diese Woche fand eine Fakultätsitzung statt und wir haben dieses Thema besprochen. Wir müssen einen Patienten wählen, der höchstwahrscheinlich überlebt, basierend auf unserer Erfahrung und dem Zustand des Patienten. Ja, Alter und Begleiterkrankungen sind wichtig, aber es ist auf keinen Fall eine leichte Entscheidung.
COVID oder nicht, ich sehe viele Tote als Intensivmedizinerin, manchmal sogar täglich. Ich bin es gewohnt, mit den Familien über das Lebensende ihres geliebten Menschen zu sprechen. Aber was soll ich der Familie sagen, wenn ich ihrem Liebsten nicht einmal eine Chance geben kann zu überleben, nur weil wir nicht genug Beatmungsmittel haben?
Heutzutage könnte jeder in New York COVID haben, was bedeutet, dass keine Besucher die Patienten besuchen dürfen, während sie im Krankenhaus sind. Die einzige Ausnahme, die wir machen, ist, wenn ein Arzt feststellt, dass ein Patient innerhalb der nächsten 24 Stunden stirbt, dann darf ihn eine Person besuchen. Nur für fünf Minuten. Es ist herzzerreißend, Patienten allein im Krankenhaus leiden und kämpfen zu sehen.
Einige meiner Kollegen sind krank geworden. Auf meiner Intensivstation habe ich einen Arzt und eine Krankenschwester, die um ihr Leben kämpfen. Die Medien schreiben, dass nur ältere und die Patienten mit Begleiterkrankungen gefährdet sind. Allerdings habe ich innerhalb der letzten zwei Wochen viele junge Patienten ohne Begleiterkrankungen sterben sehen. Wir haben auch viele plötzliche Todesfälle gesehen. Ich habe mich vielen internationalen Konferenzgesprächen mit italienischen und chinesischen Ärzten angeschlossen, aber es gibt noch einiges, was wir nicht über diesen verrückten Virus wissen.
Das Gesundheitsministerium in Mecklenburg-Vorpommern baut in den nächsten Tagen Abstrichzentren für Corona-Tests auf, darunter in Neustrelitz auf dem Gelände des Landratsamtes an der Woldegker Chaussee für die Mecklenburgische Seenplatte. Geplant sind zunächst neun Zentren, verteilt im Land Mecklenburg-Vorpommern. Dadurch soll die Ansteckungsgefahr in Krankenhäusern und Praxen minimiert werden. Die Zentren werden bei Bedarf aufgestockt, so der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Harry Glawe am Dienstag.
Die Abstrichzentren werden in den Landkreisen und bei den Universitätsmedizinen in Rostock und Greifswald eingerichtet. Jedes Zentrum wird durch ein Zweier-Team betreut, das sich aus Studenten der Universitätsmedizinen Greifswald und Rostock zusammensetzt. In den kommenden Tagen werden die Studenten geschult und die Räume der Zentren in den jeweiligen Regionen vorbereitet, so Glawe weiter.
Die Standorte für die Abstrichzentren werden zunächst sein:
Hansestadt Rostock: Universitätsmedizin Rostock
Landkreis Rostock: Gesundheitsamt Güstrow
Landkreis Vorpommern-Greifswald: Universitätsmedizin Greifswald; Gesundheitsamt Pasewalk
Landkreis Vorpommern-Rügen: Gesundheitsamt Stralsund; Gesundheitsamt Bergen auf Rügen
Stadt Schwerin: Gesundheitsamt Schwerin
Landkreis Ludwigslust-Parchim: Gesundheitsamt Ludwigslust
Landkreis Mecklenburgische Seenplatte: Gesundheitsamt Neustrelitz.
Ein Patient, der befürchtet, am Corona-Virus erkrankt zu sein, soll sich zunächst bei seinem Hausarzt telefonisch melden. Der Arzt prüft, ob die Bedingungen für einen begründeten Verdachtsfall – nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts -, am Corona-Virus erkrankt zu sein, vorliegen.
Der Patient geht auf Weisung des Arztes in ein Abstrichzentrum. Dort wird ein Abstrich vorgenommen. Jedem Abstrichzentrum im Land ist ein festes Labor in Mecklenburg-Vorpommern zugeteilt. Im Labor wird der Abstrich ausgewertet. Das Ergebnis des Tests wird an den Hausarzt übermittelt, der den Patienten informiert.
Der Facharzt für Urologie Prof. Dirk Fahlenkamp interessiert sich für die Rheinsberger Geschichte und ist Vorsitzender des Freundeskreises der Musikakademie Rheinsberg.
„Die Leiden des jungen Kronprinzen oder ‚Er kann von den verdammten Maccaroni nicht lassen’“ ist ein musikalisch begleiteter Vortrag über Krankheit und Heilung im 18. Jahrhundert am Beispiel von Friedrich dem Großen betitelt. Am kommenden Freitag, 6. März, um 19.30 Uhr, ist Prof. Dirk Fahlenkamp in der Reihe „Musik trifft Medizin“ im Foyer des Schlosstheaters Rheinsberg zu erleben.
Anhand der wechselhaften Krankengeschichte des Rheinsberger Kronprinzen und des späteren Preußenkönigs beleuchtet der Facharzt für Urologie die damalige Medizin. Das Ensemble AMA Consort, die „Rheinsberger Hofkapelle 2019/20“, begleitet die wissenschaftlichen Ausführungen mit Musik aus dieser Zeit.